Stadt Aalen will Wohnumfeld im Gebiet Aalen-Süd verbessern

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 Die Übersichtsgrafik der Stadt zeigt die verschiedenen Schritte in der Entwicklung des gesamten Quartiers Aalen-Süd.
Die Übersichtsgrafik der Stadt zeigt die verschiedenen Schritte in der Entwicklung des gesamten Quartiers Aalen-Süd. (Foto: Grafik: Stadt Aalen)
Aalener Nachrichten

Zum geplanten Sanierungsgebiet „Stadtmitte/Wilhelm-Merz-Straße“ hat das Baudezernat der Stadt einen Bürgerinformationsabend im kleinen Sitzungssaal des Rathauses veranstaltet. Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle informierte über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen.

Anlass beziehungsweise Anstoß für die Entwicklung im Gebiet war der Erwerb des Union-Geländes durch das Landratsamt. Für die Stadt Aalen war das die Initialzündung, um dort gleichzeitig das Wohnumfeld zu verbessern. Weitere Ziele sind unter anderem die Stärkung des Standorts Aalen-Süd, die Erlebbarkeit des Kochers und der Erhalt historischer Gebäude. Im Zuge dessen stellte die Stadtverwaltung einen Antrag auf Aufnahme in ein Programm der städtebaulichen Erneuerung. Dieser Antrag wurde im März diesen Jahres vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium positiv beschieden, sodass nun 1,3 Millionen Euro für das Sanierungsgebiet „Stadtmitte/Wilhelm-Merz-Straße“ bereit stehen.

Mit den notwendigen vorbereitenden Untersuchungen hat die Stadt das Stuttgarter Fachbüro STEG beauftragt. Eine Beteiligung der Eigentümer und Anwohner im Gebiet ist dabei Voraussetzung. Zudem ist auch für private Maßnahmen eine Förderung möglich, sofern das betreffende Grundstück im Sanierungsgebiet liegt und die Maßnahme wirtschaftlich ist. Gleichzeitig sollte der Gebäudeerhalt Ziel der Sanierung sein. Förderfähig sind dabei zum Beispiel die Erneuerung der Außenfassade und des Daches, altersgerechter Umbau oder die Erneuerung von Elektro- oder Wasserinstallationen. Auch für einen Abbruch von Gebäuden oder eine Wohnraumerweiterung können Fördergelder bereitgestellt werden.

Keine Förderung für Neubau

Wie hoch die Fördersätze ausfallen, bestimmt der Gemeinderat beim Satzungsbeschluss. Für die Gebäudemodernisierung liegt der Fördersatz im Land in der Regel zwischen 20 und 30 Prozent, bei den Abbrüchen ist eine Förderung bis zu 100 Prozent möglich, wobei jeweils eine Förderobergrenze festgelegt wird. Für Neubau gibt es keine Förderung.

Neben den Chancen durch Förderung gibt es auch rechtliche Auflagen, die sowohl die Stadt Aalen als auch die Anwohner und Eigentümer im Gebiet einhalten müssen. Daher wurden auch der Sanierungsvermerk und das Vorkaufsrecht in einem Sanierungsgebiet zum Thema gemacht, wobei letzteres seit dem Beginn der Städtebauförderung in Baden-Württemberg noch nie von der Stadt Aalen angewandt wurde.

Aus den Reihen der Bürger wurden unter anderem zur künftigen Parksituation in diesem Gebiet Sorgen geäußert. Befürchtungen gibt es aber auch zum Vorkaufsrecht oder zur künftigen Wertentwicklung der eigenen Grundstücke. Denn manche werfen der Stadt auch vor, sie wolle mithilfe des Sanierungsgebiets lediglich in den Besitz großer Grundstücke wie der von Dehner oder Röther gelangen, um dann dort intensiv Wohnbebauung betreiben zu können.

Steidle widersprach solchen Vorstellungen entschieden. Vielmehr werde die Stadt Aalen die Eigentümer und Anwohner im Gebiet weiter an der Planung beteiligen und auch Beratungen zu privaten Modernisierungen anbieten. So solle das Sanierungsgebiet gleichzeitig Chancen für Stadt, Quartier, Eigentümer und Nutzer bieten.

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