Ein Trainer und seine Mannschaft: Helmut Dietterle und die Dorfmerkinger.
Ein Trainer und seine Mannschaft: Helmut Dietterle und die Dorfmerkinger. (Foto: Thomas Siedler)
Sportredakteur/DigitAalen

Oberliga? Die kann auch ihren Reiz haben. Wenn man zum Beispiel in dieser Saison auf das erlesene Teilnehmerfeld blickt, lässt sich feststellen: Da müssen sich sogar solche Größen wie die Stuttgarter Kickers oder SSV Reutlingen beweisen.

Die Oberliga ist Thema und irgendwie doch keine Thema in Dorfmerkingen. Helmut Dietterle (67) denkt an den VfL Sindelfingen. Und die spielen in der Fußball-Verbandsliga. Ob die Sportfreunde um ihren Erfolgscoach dort auch in der kommenden Saison kicken, ist fraglich. Schließlich machen sie in der sechsthöchsten Spielklasse eine ziemlich gute Figur als ungeschlagener Tabellenführer.

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir nach wie vor als ungeschlagene Mannschaft in dieser Verbandsliga da stehen. Wir wissen, dass wir jedes Spiel 100 Prozent geben müssen“, sagt Dietterle, der Trainerfuchs – der erst einmal seine Vereinbarung auch für die kommende Verbandsliga-Saison schloss. Er spricht nicht von der Oberliga, auch wenn sie in den Überlegungen in Dorfmerkingen irgendwie eine Rolle spielen (müssen).

Aber: Wer Erster ist, will nicht Dritter oder Vierter werden, auch verständlich. „Wir wollen oben bleiben, das ist klar, Erster oder Zweiter ist unser Ziel“, spricht es Marco Haller (34) aus. Der Mittelfeldmann hat Zweitliga-Erfahrung, da kann man auch noch in der Oberliga mitmischen. Wenn man will.

Aufstieg kein Muss

Doch es ist ja kein Muss aufzusteigen, da die Sportfreunde nach ihrem Umbruch im Sommer sowieso eigentlich überraschend wieder so weit oben stehen – was allerdings auch ein Produkt harter und geschlossener Arbeit in der Mannschaft ist. „Wir sind nicht unter Druck. Es ist so eng in der Liga. Wir sind seit 18 Spielen ungeschlagen. Wenn uns das vor der Saison einer gesagt hätte! Du musst in jedem Spiel kämpfen, es schenkt dir keiner was“, erklärt Torwart Christian Zech.

Schon vor einem Jahr, als die Dorfmerkinger als Tabellenführer in die Rückrunde gingen und sogar der Durchmarsch von der Landes- in die Oberliga winkte, kam das Thema auf. Schon damals hielten die Mannen um Dietterle den Ball flach. Am Ende stand tatsächlich auch ein Absturz auf den dritten Platz.

Und da passt es, dass der erfahrene Trainer zunächst nur Sindelfingen, Samstag 15 Uhr, im Blick hat. „In diesem Jahr gibt es in der Verbandsliga kein einfaches Spiel. Sindelfingen hat ausgezeichnet ausgebildete Fußballer, die aus Jugenden vom VfB Stuttgart, Kickers oder Reutlingen kommen. Die wollen auch noch oben reinkommen. Wir wissen, dass das eine sehr schwere Aufgabe wird“, merkt Dietterle an. Oder wie es Kapitän Daniel Nietzer sagt: „Das ist der nächste Kracher.“

Das jüngste 1:1 (1:0) beim zumindest in der ersten Halbzeit Oberliga reifen Auftritt im Spitzenspiel gegen den Verfolger Rutesheim schaffte zumindest die Voraussetzung, mit einer schon etwas Furcht einflößenden Bilanz weiter durch die Liga zu schreiten. Irgendwie kann man die Dorfmerkinger ja offenbar nicht schlagen. Schlussmann Zech sieht es sachlich: „Wir haben Rutesheim auf Distanz gehalten.“

Ein Punkt Vorsprung bleiben auf den Tabellenzweiten – zwölf Spiele stehen noch aus. Auch der Dritte aus Hollenbach (zwei Punkte Rückstand), TSV Essingen (6) und Sindelfingen (8) lauern dahinter. Die Oberliga ist in Reichweite.

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