19 Millionen Euro Miese: So teuer war guter Rat selten

Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Von einem „Hammer“ zu reden angesichts eines prognostizierten Defizits von 19 Millionen Euro bei den Kliniken Ostalb, ist gewiss nicht übertrieben. Dass die Zahlen nun wahrscheinlich tiefrot werden, kann keine Kreisrätin und keinen Kreisrat kaltlassen.

Aber fast ist man versucht zu sagen: So teuer war guter Rat noch selten. Denn das, was Unternehmen in einer solchen Situation gern tun, verbietet sich hier von vornherein: Personalkosten senken.

Das wäre nicht nur ein Treppenwitz, wie es SPD-Sprecherin Carola Merk-Rudolph formuliert hat. Es ist schlicht undenkbar, diejenigen, die man vor kurzem noch als Corona-Heldinnen und -Helden beklatscht hat, jetzt eine Suppe auslöffeln zu lassen, die sie sich nicht eingebrockt haben.

Das absolut falsche Signal

Die Menschen nämlich, die in dieser Pandemie alles und oft noch mehr gegeben haben. Es wäre aber auch höchst unklug. Denn dann würde der Kreistag ihnen signalisieren: Wenn es finanziell eng wird, dann werden Einsatz und Leistung auch noch bestraft.

Nachdem dieser Ausweg also unter keinen Umständen infrage kommt, steht dem Gremium eine schwierige Diskussion ins Haus über Struktur- und Organisationsfragen. Die hätte es auch ohne Corona führen müssen. Die Pandemie verhindert aber, dass sie weiter auf die lange Bank geschoben wird, weil es nur unangenehm werden kann.

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