So plant der Verband

Verband will Saison sportlich beenden.
Verband will Saison sportlich beenden. (Foto: Christoph Soeder/dpa)
Schwäbische Zeitung

Im Handball, Volleyball, Tischtennis oder Kegeln ist der Saisonabbruch in den vergangenen Wochen bestätigt worden. Der Württembergische Fußballverband (WFV) dagegen will die aktuell unterbrochene Spielzeit noch zu einem regulären Ende bringen. Heißt: Die Vorrunden sollen in den Amateurligen abgeschlossen werden. Nach einer Änderung der Spielordnung würde das bedeuten, dass direkte Auf- und Absteiger ermittelt werden können. Spätestens zum 9. Mai muss der Ball aber wieder rollen, ansonsten wird auch im Amateurfußball die Saison abgebrochen.

Was bedeutet das Stufenmodell?

Der Beirat des WFV hat laut Pressemitteilung einstimmig eine Änderung der Spielordnung beschlossen. Danach sollen die Vorrunden zur Ermittlung direkter Auf- und Absteiger bis 20. Juni 2021 abgeschlossen und im Anschluss die Relegationsspiele ausgetragen werden.

Das gilt allerdings nur, wenn der Spielbetrieb spätestens zum 9. Mai wieder aufgenommen werden kann. Ansonsten „bleibt nur der Abbruch mit Annullierung“, teilt der Verband mit. Neu ist, dass die Wertung der Vorrunden bereits dann möglich ist, wenn mindestens 75 Prozent aller Mannschaften einer Staffel alle Vorrundenspiele absolviert haben. Dann würde die Tabelle nach einer Quotientenregelung gerechnet werden.

Was haben die Vereine vorgeschlagen?

Der WFV hatte die 1594 am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine um Stellungnahme gebeten, lediglich 265 Antworten gab es.

Etwa 45 Prozent dieser Vereine haben sich laut Verband für den Vorschlag einer Fortsetzung der Saison 2020/21 mit Abschluss der Vorrunden und anschließender Relegation ausgesprochen. Etwa 35 Prozent der Vereine wollen die Saison sofort abbrechen und annullieren – in diesem Fall würde es keine Auf- und Absteiger geben. Auffällig laut WFV: „Der überwiegende Anteil der Vereine, die sich für einen sofortigen Abbruch und die Annullierung der Spielzeit aussprechen, ist mit der ersten Mannschaft abstiegsgefährdet.“

Was sagt der Verband?

„Unsere zentrale Aufgabe als Interessensvertreter unserer Vereine ist es, den sportlichen Wettbewerb bestmöglich zu organisieren“, teilt der WFV-Präsident Matthias Schöck mit.

„Mit dem gefassten Beschluss haben wir die Grundlage für eine sportliche Entscheidung in der laufenden Saison geschaffen. Fußball ist eine Freiluftsportart und wir sehen gute Chancen dafür, mit steigenden Temperaturen wieder Fußball spielen zu können. Nach zwischenzeitlich dreieinhalb Monaten Pause ist es auch für unsere Vereine wichtig, wieder einen Trainingsbetrieb anzubieten; insbesondere im Kinder- und Jugendfußball.“

Wie soll es jetzt weitergehen?

Die Vereine innerhalb des WFV wurden über den Beschluss des Beirats, die Saison 2020/21 nach Möglichkeit mit einer sportlichen Wertung zu beenden, informiert.

Die drei baden-württembergischen Fußballverbände wollen gleichlautende Regelungen beschließen, sodass Klarheit auch für die Oberligen (Männer, Frauen, Jugend) besteht. Dabei gibt es allerdings noch Detailfragen – insbesondere zum Aufstieg in die Regionalliga Südwest. In der Oberliga müsste der FV Ravensburg noch acht Spiele der Hinrunde absolvieren. In der Verbandsliga wären es für den TSV Berg, den FC Wangen und den VfB Friedrichshafen noch jeweils sieben Spiele, in der Landesliga-Staffel IV für die meisten Mannschaften sogar noch neun Partien.

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