Siegfried Lingel bittet um Hilfe für Mosambik

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 Der Aalener Honorargeneralkonsul Siegfied Lingel engagiert sich seit vielen Jahren für Bildungsprojekte in Mosambik.
Der Aalener Honorargeneralkonsul Siegfied Lingel engagiert sich seit vielen Jahren für Bildungsprojekte in Mosambik. (Foto: DMG)
Aalener Nachrichten

Seit 25 Jahren setzt sich der Aalener Siegfried Lingel für eine bessere Zukunft der Menschen in Mosambik ein. Das Thema „Bildung“ steht für den Honorargeneralkonsul und Präsidenten der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft (DMG) dabei im Mittelpunkt.

Der Bedarf an Bildungsmöglichkeiten ist riesig und stellt die Gesellschaft immer wieder vor neue Herausforderungen. Kaum ist eine Vorschule oder Schule gebaut, steht bereits das nächste Projekt an. „Es geht darum, die Lebensbedingungen in Afrika zu verbessern“, sagt der langjährige Präsident der DMG und ausgewiesene Afrikakenner Siegfried Lingel. Dass dies im Interesse der europäischen Nationen liegen muss, macht der Aalener an folgenden Zahlen fest: Bis zum Jahr 2050 wird sich die afrikanische Bevölkerung auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Das sind 25 Prozent der Weltbevölkerung. „Wenn wir uns also nicht ernsthaft mit den Lebensbedingungen in Afrika beschäftigen, werden viele Bewohner dieses Kontinents an unsere Türen klopfen“, folgert der Honorargeneralkonsul von Mosambik. Dabei gehe es um Arbeitsplätze in den Ländern Afrikas. Diese zu schaffen, sei elementar, um einer weiteren Migrationswelle vorzubeugen. In der Mitverantwortung sieht der DMG-Präsident hier deutsche Unternehmen.

Hilfe für 2600 Kinder und Jugendliche

Für Lingel führt der Weg in eine bessere Zukunft über die Bildung und Ausbildung junger Mosambikaner. Genau hier setze die Arbeit der Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft an. Seit mittlerweile über 20 Jahren unterstützt die DMG Vorschulen, Schulen, Berufsausbildungszentren und die Katholische Universität von Mosambik. Über ihre Projekte erreicht DMG mittlerweile jedes Jahr über 2600 Kinder und Jugendliche.

Als Beispiel nennt der Honorargeneralkonsul die Deutsch-Mosambikanische Freundschaftsschule in einem Vorort Maputos, der Hauptstadt Mosambiks. An dieser Schule werden derzeit 388 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren unterrichtet. Zum Unterrichtsstoff gehören Sprachen, Naturwissenschaften, Sport, Musik, Ethik und Handwerk. Außerdem leisteten die elf Lehrer und fünf Schulangestellten viel Aufklärungsarbeit, berichtet Lingel. So seien HIV, Schwangerschaft oder Eheschließung unter Teenagern Themen, die an der Schule behandelt werden. Obwohl die Schule 2016 einen Anbau erhielt, platze sie angesichts stetig steigender Schülerzahlen bereits wieder aus allen Nähten. Ein weiteres Klassengebäude soll für Entlastung sorgen. Die DMG trägt außerdem die kompletten Unterhaltskosten der Schule, wozu auch die Gehälter der Lehrer und weiterer Angestellter gehören.

Aalener Weltladen bietet Taschen zum Kauf an

Die Freundschaftsschule in dem Vorort Maputos ist eine von vier weiteren Schulen, acht Vorschulkindergärten und drei Berufsbildungseinrichtungen, um die sich die DMG kümmert. Darunter ein Ausbildungszentrum für Frauen in Matola Rio. Nähen gehört hier zum Ausbildungsangebot. Taschen, die in diesen Kursen gefertigt werden, bietet der Weltladen in Aalen zum Kauf an.

In Moamba wiederum fördert die Gesellschaft eine Handwerkerschule mit angeschlossenem Internat. Die Schüler durchlaufen in dieser Einrichtung eine dreijährige Ausbildung. Danach sind sie Schreiner, Schlosser, Landwirt oder Elektriker. Die DMG kümmert sich außerdem um ein Gesundheitszentrum in Chinhequerte. Sie unterstützt die Fakultät für Gesundheitswissenschaften und die Fakultät für Landwirtschaft der katholischen Universität von Mosambik.

Große Freude über Freundschaftsvertrag

Bei allen Projekten der DMG legt Siegfried Lingel Wert auf einen möglichst direkten Austausch zwischen Mosambikanern und Deutschen. Denn davon profitierten die mosambikanischen Kinder, die in eine eher ungewisse Zukunft starteten. Bestimmt trage zu diesem wichtigen Austausch der Freundschaftsvertrag zwischen der mosambikanischen Stadt Vilankulo und Aalen bei, hofft der DMG-Präsident. Dass dieser Vertrag mit seiner Heimatstadt 2018 Wirklichkeit geworden sei, erfülle ihn mit großer Freude, sagt der Aalener.

Bau und Betrieb der von der DMG initiierten oder geförderten Projekte kosten Geld. Das sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer dramatisch hohen Inflationsrate in Mosambik eine Herausforderung, sagt Lingel und bittet um Unterstützung.

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