Restliche SHW CT-Werke verkauft
Restliche SHW CT-Werke verkauft (Foto: Thomas Siedler, Egerlandstr.62,)
Aalener Nachrichten
Redakteurin/DigitAalen

Nun sind auch die verbliebenen Teile der SHW CT-Gruppe verkauft worden. Die Werke in Wasseralfingen und Königsbronn werden an die Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH (RMB) verkauft. Der Investor hatte bereits zum 1. Juni 2018 die SHW CT Schwestergesellschaft in Königsbronn übernommen. Der Kaufvertrag wurde bereits unterzeichnet, den Preis wollen die Beteiligten nicht nennen.

Nach dem Verkauf der SHW CT in Königsbronn haben Geschäftsführer Marcus Katholing und die Restrukturierungsgesellschaft Pluta auch die SHW CT in Wasseralfingen und die Machining Technologies in Königsbronn veräußert, die seit Juli 2017 in Eigenverwaltung geführt wird.

Der Investor will alle 176 Mitarbeiter übernehmen und damit auch den Geschäftsbetrieb in Wasseralfingen fortführen. Dort ist das Unternehmen auf den Guss von Motorengehäuse für Kraftwerke, Kreuzfahrtschiffe und Frachtschiffe sowie Gussteile für Werkzeug- und Kunststoffspritzmaschinen spezialisiert. Die Machining Technologies in Königsbronn ist die High-Tech-Bearbeitungswerkstatt für diesen Bereich. Die Gesellschaften heißen künftig SHW Großguss Aalen GmbH und Industrieservice Süd Gmb.

IG Metall ist bereit zu verhandeln

Die Übernahme unterliegt noch Bedingungen, unter anderem dem Abschluss eines neuen Haustarifvertrages mit der Gewerkschaft IG Metall. Dort liegt aktuell noch nichts vor, sagt IG-Metall Geschäftsführer Roland Hamm. Er vermute, dass ein Sanierungstarifvertrag beantragt werde. Sprich: „Wahrscheinlich wollen sie zur Stabilisierung der Startsituation eine negativ abweichende Regelung des Flächentarifvertrages.“ Der gängige Ablauf sei dann, die Mitglieder bei SHW CT nach einem Verhandlungsmandat zu fragen. Stimmen die zu, dann sei die IG Metall auch verhandlungsbereit. „Das wird in den kommenden Tagen bei uns einlaufen.“

Kunde muss noch zustimmen

Aus Sicht des Unternehmens müsse noch ein wichtiger Hauptkunde sein Commitment zum neuen Investor zusichern und ein bestimmtes Auftragsniveau für die nächsten drei Jahre bestätigen. Das Inkrafttreten des Vertrags wird zum 1. Januar 2019 erwartet. Die RMB GmbH ist ein strategischer Investor mit Erfahrung in der Gießerei-Industrie. Rainer Langnickel, geschäftsführender Gesellschafter der RMB, sagt: „Seit ein paar Monaten sind wir in Königsbronn aktiv und mit der Entwicklung äußerst zufrieden. Nach vielen Gesprächen mit Marcus Katholing und seinem Team haben wir nun beschlossen, auch die beiden anderen SHW CT Unternehmen zu erwerben. Diese passen sehr gut in unser Portfolio.“

Langnickel sagt: „Selbstverständlich hätten wir auch die gesamte SHW CT auf einmal übernehmen können. Doch wir wollten zunächst nur eine Transaktion machen, da bei einer Übernahme dieser Größenordnung auch viel Integrationsarbeit notwendig ist. Nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Wochen ist dieser Kauf der nächste logische Schritt.“

Seit Juli 2017 insolvent

Im Juli 2017 hatten alle drei SHW Casting Technologies Gesellschaften und die Holding die Insolvenz beantragt. Unterstützt wird die Gruppe seither von der Restrukturierungsgesellschaft Pluta. Geschäftsführer Marcus Katholing führte den Geschäftsbetrieb fort und initiierte den Verkaufsprozess, der nun abgeschlossen wurde.

Katholing sagt: „Ich freue mich vor allem für die Mitarbeiter über den erfolgreichen Verkauf. Alle Beschäftigten haben vollen Einsatz gezeigt.“ Hervorzuheben sei die gute Zusammenarbeit mit Sachwalter Martin Hörmann, der die Eigenverwaltung begleitet und überwacht.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen