Sensation zwar verpasst, das Ticket zur EM aber nicht

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Den Heimvorteil genutzt. Das Team des RKV Hofen (graues Trikot) schafft die Qualifikation zur Europameisterschaft.
Den Heimvorteil genutzt. Das Team des RKV Hofen (graues Trikot) schafft die Qualifikation zur Europameisterschaft. (Foto: Thomas Siedler)
Aalener Nachrichten

Am vergangenen Wochenende sind in der Glück-Auf-Halle in Hofen am Samstag das Halbfinale und am Sonntag das Finale des Deutschlandpokals ausgetragen worden. Mit von der Partie war das Team Hofen I, das beinahe die Sensation geschafft hätte.

Denn das Finale am Sonntag hieß nicht VC Darmstadt gegen RSV Sangerhausen, der hohe Favorit hatte im Halbfinale gegen Darmstadt nicht seinen besten Tag, sondern RKV-Hofen gegen VC Darmstadt. Beide jungen Teams schenkten sich nichts, in der zweiten Halbzeit dominierte Hofen lange Zeit das Spiel, aber es wollten keine Tore gelingen. So geschah was oft passiert, Darmstadt konterte Hofen kurz vor Schluss aus und gewann letztlich glücklich aber nicht unverdient in einer Partie auf Augenhöhe das Finale und damit den Deutschlandpokal 2020.

Die Enttäuschung währte jedoch nicht lange – auch wenn mehr möglich gewesen wäre, konnten sich Dennis Berner und Magnus Öhlert mit dem Vizemeistertitel immerhin über die Qualifikation zur Europameisterschaft, die am 31. Okotber 2020 im schweizerischen Mosnang (Kanton St. Gallen) stattfinden wird. Dort werden die beiden als Deutschland II, nach Darmstadt die bundesdeutschen Farben vertreten.

Für Hofen, die in der Halbfinalgruppe zwei die Teams aus Iserlohn, Zeitz, Nordshausen, Naurod und Sangerhausen als Gruppengegner am Samstag hatten, war am Samstag die Platzierung unter den ersten vier Teams der Sechsergruppe eine nicht einfach, aber lösbare Aufgabe. Das erste Spiel gegen Iserlohn wurde ungefährdet mit 5:1 gewonnen, ebenso waren die Gegner Chemie Zeitz (3:1) und SV Nordshausen nicht in der Lage, den Hofenern gefährlich zu werden. Möglicherweise begünstigten die Siege einen gewissen Leichtsinn beim Spiel gegen den RVW Naurod. Mit einer 4:1-Führung im Rücken wurden die beiden Hofener etwas kopflos, was die Hessen zu nutzen wussten und Hofens Vorsprung egalisierten und in den letzten Spielsekunden sogar noch zum 6:5 erhöhen konnten. Das letzte Spiel des Samstags hatte der RKV Hofen gegen die Zweitligisten aus Sangerhausen zu bestreiten. In einer Partie mit schönen Aktionen und Tempo auf beiden Seiten konnte sich letztlich der Favorit mit 5:3 durchsetzen. Das Tagesziel, Qualifikation zum Finale war geschafft.

Die Finalgruppe 1 bestand aus den Teams RV Gärtringen, RSV Hähnlein, VC Darmstadt und dem RKV Hofen. Die erste Begegnung gegen den RV Gärtringen sollte gleich zum Schlüsselspiel für den Sonntag werden. Hier setzte sich Hofen nach anfänglichen Schwierigkeiten mit einem in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit erzielten 3:1 ab und verwaltete das Ergebnis über die zweite Hälfte geschickt. Die Partie gegen Hähnlein endete 2:2. Und auch gegen den Favoriten VC Darmstadt trennte man sich 3:3. Punktgleich aber mit dem im direkten Vergleich um ein Tor besseren Torverhältnis hatte Hofen den ersten Gruppenplatz erreicht und spielte im Halbfinale gegen den Gruppenzweiten der Finalgruppe 2, RVW Naurod. Durch das Ergebnis des Samstags gewarnt agierten die Hofener clever und auf Ballsicherheit bedacht und konnten das Halbfinale mit 4:2 für sich entscheiden.

Das Finale geriet zum Radball-Krimi mit glücklichem Ausgang für Darmstadt. Hofen konnte mit dem in der zweiten Bundesliga spielenden Konkurrenten über den Spielverlauf gut mithalten und bestimmte in der zweiten Hälfte über weite Strecken das Spielgeschehen – doch den Hofenern wollte das 3:2 nicht gelingen. Das erzielte Darmstadt durch einen clever ausgeführten Konter und erhöhte letztlich auf 4:2 als Hofen zum Ende der zweiten Hälfte vollends in die Offensive musste.

Wenngleich Berner/Öhlert die Sensation nicht geschafft hatten, als Verbandsligisten dem Zweitligisten den Pokal zu entreißen, war die Begeisterung der gut 20 Hofener Fans, die in die Halle gedurft hatten riesengroß. Ein versöhnliches Ende also.

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