Marie-Louise Ilg ist Märchenerzählerin, Mitglied im Verein „Schwäbische mund.art“ und Ansprechpartnerin für den Mundart-Stammti
Marie-Louise Ilg ist Märchenerzählerin, Mitglied im Verein „Schwäbische mund.art“ und Ansprechpartnerin für den Mundart-Stammtisch. (Foto: Markus Lehmann)

Jetzt wird schwäbisch gschwätzt: Am kommenden Donnerstag trifft sich der erste Mundart-Stammtisch der Region im traditionsreichen „Hirsch“. Eingeladen sind alle Freunde der schwäbischen Mundart, Neugierige und „Rei’gschmeckte“, die sich für Kultur, Eigenart und Lebensweise dieser besonderen Landsmannschaft interessieren. Es ist der 18. Mundart-Stammtisch der Mundart-Aktivisten und Dialektfreunde vom Verein „Schwäbische mund.art“ in Württemberg. Zu dieser Premiere kommt der Schwaben-Kenner und Publizist Bernd Merkle.

Bei dem Stammtisch geht es um Anekdoten, Lokalgeschichten, Gedichte, Lyrik, Schwänke alles rund ums Schwäbische. Eine nicht planbare Eigendynamik dieses Abends ist durchaus erwünscht – nur den ersten Teil wird Merkle allein bestreiten.

Um es gleich zu sagen: Man kann gerne auch „nur“ zum Zuhören kommen. Anekdoten oder Gedichte muss niemand preisgeben oder rezitieren. Wer will, kann aber gerne eigene kurze Mundartbeiträge einbringen. Willkommen ist jeder, der einen Bezug zum Schwäbischen hat, sagt Marie-Louise Ilg. Sie hatte bei der Ausstellungs-und Lesungsreihe von Joachim Wagenblast „S’Ländle“ im Wasseralfinger Schloss schwäbische Märchen erzählt und erfuhr über die Reihe von dem Verein mit dem ersten Vorsitzenden Dr. Wolfgang Wulz. Spontan trat sie als 300. Mitglied dem Verein bei und wurde bei Wulz Lesung „Dr Knöpfleswäscher“ im Plocksaal des Wasseralfinger Museum „offiziell“ im Verein begrüßt. Beim Mundart-Stammtisch versteht sie sich als Ansprechpartnerin. Darum geht es, erklärt sie: Aus dem Klischee und teilweise auch dem Spott über Schwaben herauszutreten, sich selbstbewusst als Schwabe zu sehen und sich zum Schwäbischen „bekennen“. Immerhin, weiß Ilg, kann der Schwabe schon Mal zwei Sprachen - die eine sprechen, die andere schwätza.

Den ersten Teil des Abends bestreitet Merkle, in Esslingen geboren, in Göppingen aufgewachsen, studiert an der PH in Gmünd. Merkle fasziniert die schwäbische Sprache, die „Maulfaulhaid“, die satirische, pointierte Weise, etwas zu schildern. Er beschreibt das „schwäbische Panoptikum“ als eines, durch das man staunt, lacht, kichert und grinst, viele gute Bekannte entdeckt und – ob es einem passt oder nicht – sich selbst am laufenden Band selbst begegnet. 1986 erschien sein erstes Buch „So semmer hald“, acht weitere folgten bislang. 2008 erhielt er den Sebastian-Blau-Preis.

Der erste Mundart-Stammtisch ist ein Experiment, sagt Ilg. Bei Erfolg könnten sie zweimal im Jahr stattfinden, jeweils mit einem anderen Gastredner am Stammtisch.

Der Stammtisch am 23. November (Donnerstag) beginnt um 19 Uhr mit einem Schwäbischen Vesper, ab 19.30 Uhr übernimmt Merkle den ersten Teil. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten: Sie allein ist Merkles Gage des Abends, wie bei allen Mundart-Stammtischen.

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