Schulbusse: Alles im grünen Bereich

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Sicherheit ist das oberste Prinzip im Schulbusverkehr. Busunternehmen und Schüler müssen gleichermaßen dazu beitragen.
Sicherheit ist das oberste Prinzip im Schulbusverkehr. Busunternehmen und Schüler müssen gleichermaßen dazu beitragen. (Foto: Franziska Kraufmann / dpa)
Aalener Nachrichten

Das meistgenutzte Verkehrsmittel im ÖPNV Baden-Württembergs ist der Bus. Dies verdankt er nicht zuletzt dem flächendeckenden Schülerverkehr. Obwohl hierfür tagtäglich zigtausend Busfahrten zur Schule und zurück nach Hause nötig sind, ist der Bus im Vergleich zu Auto (Elterntaxi), Mofa, Moped oder Fahrrad das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel. Damit dies so bleibt, nehmen die beiden Busunternehmen OK.go Mobilitäts AG und OVA Omnibus-Verkehr Aalen zum wiederholten Male zusammen mit Dekra und TÜV Süd an der landesweiten Aktion „Schulbus-Check“ teil.

Im Rahmen der landesweiten Aktion „Sicher zur Schule – mit dem Bus!“ des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) wurden die 64 im Schülerverkehr eingesetzte Busse der beiden Firmen durch Prüfingenieure von Dekra und TÜV untersucht. Ergebnis: Keine erkennbaren Mängel, alle Fahrzeuge sind zum Einsatz im Schülerverkehr geeignet.

Das schwächste Glied

„Unsere Schulkinder sind allein schon wegen ihrer Körpergröße und ihres Entwicklungsstands die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Unsere Aufgabe als Omnibusunternehmer ist es, gerade sie sicher und verlässlich zur Schule und wieder zurück nach Hause zu bringen. Durch die Teilnahme am diesjährigen Schulbus-Check möchten wir unseren jungen Fahrgästen, ihren Eltern und allen anderen Fahrgästen zeigen, dass unsere Fahrzeuge in einem technisch einwandfreien Zustand sind“, so die Busunternehmer unisono.

Der umfangreiche Prüfkatalog umfasste neben Bremsanlage, Fahrwerk, Sichtverhältnissen und Beleuchtung auch die Einstiege (Reversiereinrichtung), die Sitze und die Notausstiege. Besonderes Augenmerk wurde auf die Eignung für den Schülerverkehr gelegt. Diese wird gewährleistet beispielsweise durch geeignete Halteeinrichtungen für Kinder, gut erreichbare Haltewunschtasten und die Schulbus-Schilder.

Der freiwillige Schulbus-Check findet dieses Jahr schon zum achten Mal statt. Landesweit wurden bislang dabei fast 2800 Fahrzeuge untersucht. Vor allem private Omnibusunternehmen sorgen dafür, dass die mehr als 1,1 Millionen Schüler im Flächenland Baden-Württemberg ein sicheres und leistungsfähiges Schulbusangebot erhalten.

Zehn goldene Regeln für den Schulbus

Rechtzeitig von zu Hause zur Bushaltestelle gehen: Lieber mehr Zeit für den Weg zur Bushaltestelle einplanen, damit man nicht hetzen muss und gut auf den Straßenverkehr achten kann.

An der Haltestelle nicht toben, rennen oder fangen spielen: Zur Sicherheit mindestens einen Meter Abstand zur Bordsteinkante halten und erst zum Bus gehen, wenn dieser angehalten hat.

Beim Einsteigen nicht drängeln oder schubsen: Durch Drängeln oder Schubsen geht nichts schneller – im Gegenteil! Und gefährlich ist es auch.

Die Fahrkarte schon vor dem Einsteigen bereithalten und gleich vorzeigen: So gibt es keinen Stau und alle können schnell einsteigen.

Im Bus immer gleich ganz nach hinten durchgehen: Nicht an der Türe stehen bleiben, sondern gleich ganz nach hinten durchgehen, so können auch die anderen zügig einsteigen und die Fahrt kann losgehen.

Ranzen und Taschen auf den Schoß legen oder zwischen den Beinen festhalten: Mit dem Ranzen auf dem Rücken sitzt man nur auf der Kante des Sitzes, das ist nicht nur unbequem, sondern auch ungesund! Die Sitzplätze sind zum Sitzen da und nicht für Taschen oder Ranzen.

Sich stets selbst gut festhalten: Nicht nur wenn man stehen muss, auch beim Sitzen muss man sich immer gut festhalten. Sollte der Bus einmal plötzlich bremsen oder losfahren, könnte man sonst leicht hinfallen.

Das Mitnehmen von Nothämmern ist Diebstahl: Das „Mitnehmen“ von Nothämmern ist keine Mutprobe, sondern ein Diebstahl, der, wenn er entdeckt wird, zur Anzeige kommt. Auch Beschädigungen und mutwillige Verschmutzungen können gleich beim Fahrer gemeldet werden. Das hält den Bus sauber und die Fahrpreise niedrig.

Beim Aussteigen nicht drängeln und unbedingt auf Radfahrer und Autos achten: Wie beim Einsteigen auch, geht es am schnellsten, wenn alle ohne zu drängeln und zu schubsen zügig aussteigen. Dabei aber immer zuerst links und rechts auf Fahrradfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer achten.

Niemals vor oder hinter einem Bus über die Fahrbahn laufen: Immer warten, bis der Bus abgefahren ist, dann erst kann man gut sehen, ob die Straße frei ist.

Zwei Bitten an die Eltern

Wenn Sie ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, parken Sie bitte nicht an Bushaltestellen. Sie behindern die Busse und gefährden die ein- und aussteigenden Kinder.

Und bitte warten Sie nicht gegenüber der Bushaltestelle. Dies verlockt die Kinder, ohne sich umzusehen über die Straße zu rennen.

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