Schon den zweiten Winter kein Gottesdienst

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 Weil es in der Marienkirche nach wie vor keine Heizung gibt fallen bereits das zweite Jahr die Gottesdienste im Winter aus.
Weil es in der Marienkirche nach wie vor keine Heizung gibt fallen bereits das zweite Jahr die Gottesdienste im Winter aus. (Foto: Archiv)
Johannes Müller

Damit niemand frieren muss, sind in der Marienkirche schon den zweiten Winter keine Gottesdienste. „Dies gilt für die Zeit vom ersten Adventssonntag dieses Jahr bis zum Palmsonntag nächstes Jahr“, teilte Pfarrer Wolfgang Sedlmeier im Kirchengemeinderat (KGR) mit. Schuld ist, dass im Zuge der Sanierung immer noch keine Heizung zur Verfügung steht.

„Für Beter steht die Kirche allerdings auch in dieser Zeit offen“, ergänzte Sedlmeier. Die Schließung gilt nur für die Gottesdienste. Für die Arbeiten an der Heizung fehlt schlicht das Geld. Der noch ausstehende Verkauf des Grundstücks an der Augustinuskirche hat den Finanzplan der Sanierung ins Wanken gebracht. Wie berichtet hat die Stadt Aalen zwar das Vorkaufsrecht, aber es fehlt noch an sonstigen Kaufinteressenten und an Spendern großer Summen.

Rücktritte im Kirchengemeinderat

Schon im letzten Winter mussten die Gottesdienstbesucher ohne ihre Marienkirche auskommen. Weihnachten samt Festmesse fand in Sankt Elisabeth statt. „Dieses Jahr wird es wieder so sein“, konstatierte Chordirektor Ralph Häcker in der letzten Probe des Kirchenchors Sankt Maria am Donnerstagabend. „Wir singen wieder die Weihnachtsgeschichte von Georg Dücker“, kündigte Häcker an. Die Komposition des Kirchenmusikers aus Essen hat bekannte und beliebte Weihnachtslieder zum Inhalt. Der Platz in der Filialkirche im Grauleshof für Chor, Orchester und die vielen Gottesdienstbesucher wird halt wieder eng werden, befürchten die Sänger und Sängerinnen.

Abgesehen von dieser Misere gab es im Kirchengemeinderat Sankt Maria Ende September verschiedene Rücktritte. Wie Pfarrer Sedlmeier in den diese Woche erschienenen „Kirchliche Mitteilungen“ der katholischen Seelsorgeeinheit Aalen mitteilte, ist vor wenigen Wochen Sabine Rathgeb von ihrem Amt als zweite Vorsitzende (Laienvorsitzende) zurückgetreten. Sie habe den Vorsitz „in stürmischen Zeiten“ übernommen und seit dem Rücktritt ihrer Vorgängerin Christine Abele in den letzten Monaten das Gremium sicher und kompetent geleitet, sagte Sedlmeier in seinen Dankesworten.

Nach internen Auseinandersetzungen um einen vertraulichen Brief habe sie nun ihr Amt niedergelegt. Sabine Rathgeb bleibt weiterhin als Kirchengemeinderätin und Ansprechpartnerin in der Gemeinde zur Verfügung. Außerdem haben Susanne Heine und Stefan Seibold ihr Mandat als Kirchengemeinderäte zurückgegeben. Ihnen dankte Sedlmeier für langjährige Ratstätigkeit. Gerade noch zwei Kandidaten aus der letzten KGR-Wahl stehen als Nachfolger zur Verfügung.

Architekt nimmt Stellung

In öffentlicher Sitzung des Kirchengemeinderats Sankt Maria am Dienstag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr nimmt das Architekturbüro Kayser, Aalen, Stellung zu den Konsequenzen aus der neuen Beratung und Planung des Eingangsbereichs der Marienkirche. Wie berichtet, haben die für die Neuaufnahme der Beratung erforderlichen 25 Prozent des KGR-Gremiums (sechs Stimmen) dem diesbezüglichen Antrag von Kirchengemeinderätin Ingrid Senbert zugestimmt. Die KGR-Sitzung am nächsten Dienstag ist im Gemeindezentrum Sankt Maria.

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