Scharfe Kritik am Oberbürgermeister

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Scharfe Kritik am Oberbürgermeister
Scharfe Kritik am Oberbürgermeister (Foto: Stefan Sauer)

Mit einem neu gewählten Vorstandsteam und einer neu aufgestellten Jugendabteilung geht der Grünen-Stadtverband in die Kommunal- und Europawahl 2019. „Wir sind gut aufgestellt“, freute sich der Vorsitzende Bennet Müller.

Sehr erfreulich sei es, sagte Bennet Müller, das Stumpp es schaffte, über den 13. Platz auf der Landesliste in den Bundestag einzuziehen und man drittstärkste Kraft in Aalen geworden sei – da habe sich der intensive Wahlkampf gelohnt. Auf besonders positive Resonanz bei der Jahreshauptversammlung im „Bonanza Steakhouse“ war eine Neugründung der Grünen Jugend gestoßen. Nicolas Kunz hatte ausgeführt, was es für ihn und seine jungen Kollegen bedeute, grün zu sein: Es sei eine Lebenseinstellung, für die Umwelt einzustehen, für die erneuerbare Energien, sich gegen die Verschmutzung der Meere, die Abholzung von Wäldern und für die Gleichheit aller Menschen zu engagieren.

„Man beißt in die Tischkante“

Fleischer nannte die Gründung der Grünen Jugend „großartig“, weil sie auch zu einer Verjüngung des Stadtverbands beitrage. Er übte scharfe Kritik an Aalens Oberbürgermeister und an dem „System Rentschler“, das zu einem „leidigen Thema“ geworden sei. Was man hier hinter geschlossenen Türen erlebe, sei absolut nicht nachvollziehbar, ebensowenig „wie hier mit Menschen umgegangen“ werde. So etwas habe er in fast 35 Jahren Lokalpolitik noch nicht erlebt und er habe das Gefühl, dass alles immer schlimmer werde. Im Gemeinderat beiße man – sprichwörtlich „in die Tischkante“.

Deutlich Luft nach oben hat für den Fraktionsvorsitzenden das Verkehrskonzept, auch nach dessen Überarbeitung. Die Kohlendioxid-Einsparung halte sich in Grenzen, genauso wie die Verbesserungen für Radfahrer. Fleischer wunderte sich, warum im Verkehrsgutachten des Büros Brenner & Münnich wieder die Hammerstadt-Querspange aufgetaucht sei. Dabei sei diese Spange durch ein hochsensibles Gebiet bereits vor 20 Jahren vom Gemeinderat abgelehnt worden und bringe laut einer Untersuchung wenig bis gar keine Entlastung für die Weststadt. Fleischer beleuchtete weiter die Situation bei der Kinderbetreuung, die Wohnungsnot und den FNP.

Eine „schwere Geburt“ sei der Beschluss für das Kombi-Bad gewesen, erfreulich sei aber, dass der Gemeinderat mitgezogen habe. Was für Fleischer unbedingt einer Prüfung bedarf: Beim Planungsstopp fürs Spieselfreibad, der von der Stadt mit Mehrkosten von einer Million begründet wurde, habe sich eine Stadtratskollegin beim Architekten erkundigt – laut dessen Auskunft habe er nie von Mehrkosten in Höhe von einer Million gesprochen.

Bei den Vorstandswahlen wurde Müller wiedergewählt, in den Vorstand Ulrike Richter, Gabi Ceferino, Reiner Garreis, Nicolas Kunz und Askan Hendrischke (als kooptiertes Mitglied). (lem)

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