Schülerzahl an Beruflichen Schulen sinkt

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 Die Zahl der Schüler an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis geht weiter zurück.
Die Zahl der Schüler an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis geht weiter zurück. (Foto: Sebastian Gollnow)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Die Zahl der Schüler an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis geht weiter zurück. Dagegen steigt entgegen den Erwartungen trotz der Inklusion die Zahl der Schüler an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Dies hat die Kreisverwaltung in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Bildung und Finanzen mitgeteilt.

Außerdem war zu erfahren, dass sich die Situation für die angehenden Lehrlinge weiter verbessert hat. Die Zahl der nicht vermittelten Bewerber um einen Ausbildungsplatz werde voraussichtlich wieder „auf nahezu Null“ zurückgehen. Dank einer weitsichtigen und vorausschauenden Planung des Kreises und seiner beruflichen Schulen, stellte die Verwaltung fest, seien alle Schüler versorgt und könnten einer verbesserten Qualifizierung zugeführt werden.

Auch künftig werde der Ostalbkreis dafür sorgen, dass die Jugendlichen einen Ausbildungs- oder Schulplatz erhalten, um in eine erfolgreiche Ausbildung zu starten. Denn leider müsse man feststellen, dass die Betriebe noch mehr Schwierigkeiten hätten, ihre Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Auch künftig müsse man daher alles tun, um einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Dieser macht sich nach dem Bericht auch an den Schulen selbst bemerkbar, denn sie hätten Schwierigkeiten, genügend ausgebildete Lehrer zu bekommen, Junge Lehrer suchten nämlich vermehrt eine Anstellung in Ballungsräumen, und Spezialisten für Technik, Gewerbe oder Betriebswirtschaftslehre wanderten häufig in die Wirtschaft ab. Dennoch habe sich die Lehrerversorgung an den Berufsschulen im Kreis verbessert, weil sich das Deputatsdefizit erneut leicht verringert habe. In den vier SBBZ decke die Lehrerversorgung weitgehend den Pflichtbereich ab.

Eltern erkennen Fördermöglichkeiten

Die Zahl der Schüler steige dort weiterhin. Die Schulleitungen stellten fest, heißt es im Bericht der Verwaltung weiter, dass die Eltern die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder erkennen würden und deshalb die SBBZ der Inklusion vorzögen. Die Zahl der Schüler ist von 495 im Jahr 2015 auf 607 im laufenden Schuljahr gestiegen.

Eine gegenläufige Entwicklung ist dagegen an den Beruflichen Schulen festzustellen. Waren dort 2009 insgesamt 11930 junge Frauen und Männer eingeschrieben, ist diese Zahl in den darauffolgenden Jahren auf aktuell 10397 zurückgegangen. Im Teilzeitbereich liegen die Zahlen damit erstmals unter der Grenze von 6000, während im Vollzeitunterricht 4423 Schülerinnen und Schüler sind. Vor zehn Jahren waren es hier noch knapp 5000 gewesen. Deshalb konnten an den Beruflichen Gymnasien zum Teil nicht mehr so viele Eingangsklassen gebildet werden wie im Vorjahr. Auch sind laut Verwaltung in einigen Profilen nicht alle Plätze belegt.

In allen Bereichen der Wirtschaft, heißt es in dem Bericht weiter, werde auf hohem Niveau ausgebildet, aber immer mehr Betriebe, vor allem kleine und mittlere, hätten Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Daher seien die Ausbildungsplatzmessen im Kreis bei den Betrieben immer stärker gefragt.

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