Salvatorchor Aalen feiert grandioses Geburtstagsfest

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 Mit der „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod und dem „Te Deum“ von Hector Berlioz hat der Chor der Salvatorkirche am Wochenende s
Mit der „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod und dem „Te Deum“ von Hector Berlioz hat der Chor der Salvatorkirche am Wochenende seinen 150. Geburtstag gefeiert. (Foto: Thomas Siedler)
Gerhard Krehlik

Gleich mit zwei Konzerten hat der Chor der Salvatorkirche am Wochenende seinen 150. Geburtstag gefeiert. Mit dabei in der voll besetzten Salvatorkirche waren die Chöre der Marienkirche und von Sankt Bonifatius Hofherrnweiler sowie die Aalener Kantorei, denn 150 Jahre Salvatorchor heißt auch: 150 Jahre katholische Kirchenmusik in Aalen. Der mit der Weihe der Marienkirche im Jahr 1868 gegründete Aalener Kirchenchor wechselte nämlich mit dem Patronat 1913 zur Salvatorkirche und nannte sich fortan Chor der Salvatorkirche.

Über die Mitwirkung der Evangelischen Kantorei freute sich besonders Oberbürgermeister Thilo Rentschler, selber Protestant, bei seinem Grußwort am Samstagabend. Pfarrer Wolfgang Sedlmeier und Pater Matthew erinnerten in ihrer Begrüßung an den Neuanfang des katholischen Lebens nach der Reformation im überwiegend protestantischen Aalen.

Für die beiden Jubiläumskonzerte hatten die Chordirigenten Hans-Peter Haas, Cornelia Hirsch, Ralph Häcker und Thomas Haller mit der „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod und dem „Te Deum“ von Hector Berlioz zwei Werke ausgesucht, die die einzelnen Chöre alleine nur bedingt aufführen können. Vor allem das „Te Deum“ verlangt nach musikalischer und stimmlicher Quantität. Bei der Uraufführung 1855 in der Pariser Kirche Saint Eustache konnte Berlioz, der Überlieferung zufolge, 950 Sänger und Musiker einsetzen.

Ganz so viele waren es in der Salvatorkirche zwar nicht, aber die rund 200 Sängerinnen und Sänger der vereinten Chöre und die etwa 50 Musiker des verstärkten Ensemble Variable sorgten sowohl in der Messe, als auch im „Te Deum“ für ein überwältigendes Klangerlebnis in der Kirche. Die Dirigenten, die sich in der Leitung des Konzerts abwechselten – Thomas Haller spielte im „Te Deum“ die Orgel – nutzten die enormen dynamischen Möglichkeiten eines Chores mit 200 Akteuren effektvoll aus, achteten aber auch darauf, dass die Dynamik immer wieder zurückgenommen wurde, um so die interpretatorische Spannung ein ums andere Mal erneut aufbauen zu können.

Professionelle Stimmqualität

Und es war durchaus erstaunlich, wie so ein riesiger Chor auch im zarten Piano singen konnte. Sowohl in der Messe als auch im „Te Deum“ bewegen sich Gounod und noch mehr Berlioz hart an der Grenze zwischen kirchlicher und weltlicher Musik. Manche Motive wie etwa im Credo der Messe oder im lebhaften Kopfsatz des „Te Deum“ – begleitet von den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten – würde man eher einer Oper zuordnen. Für die Sopranistinnen hieß das: hinauf in sehr hohe Lagen. Für die Tenöre: Tragfähigkeit und stimmliches Stehvermögen. Anforderungen, die von den Sängerinnen und Sängern in hohem Maße erfüllt wurde. Die Solisten, Natascha Schnur, Sopran, Georg Kalmbach, Tenor, und Andreas Beinhauer, Bass, überzeugten sowohl als Terzett, als auch in den Solopartien, vor allem im Sanctus und Benedictus der Messe durch professionelle stimmliche Qualitäten. Das Orchester begleitete den Chor und die Solisten mit sensibler Zurückhaltung in den ruhigen, besinnlichen Passagen, ließ es im Fortissimo aber auch mit Paukenwirbeln und Beckenschlägen gewaltig krachen.

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