„Sabine“ fegt über die Ostalb - So war der Tag des Sturms

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Aalener Nachrichten
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Das Sturmtief „Sabine“ hat die Ostalb erreicht. Mit bis zu 130 Stundenkilometern sind die stärksten Orkanböen zwischen 5 und 8 Uhr am Montagmorgen über das Härtsfeld gebraust.

Laut Meteorologe Andy Neumaier gab es kaum Werte unter 100 Stundenkilometern. Rund 130 Notrufe gingen bis zum Morgen beim Polizeipräsidium in Aalen ein. Alle Entwicklungen über den Tag im Schwäbische.de-Liveblog. 

Die windigste Phase ist laut des Meteorologen bereits vorbei. Auch die kräftigen Gewitter fanden gegen 7 Uhr am Montagmorgen zwischen Ellwangen und Aalen ihren Höhepunkt.

Sturmböen wird es aber weiterhin geben. "Orkanböen (ab 118 Stundenkilometern) drohen nicht mehr. Schwere Sturmböen (80 bis 100 Stundenkilometer) sind den ganzen Tag möglich", so Neumaier

+++ Alle Entwicklungen in unserem überregionalen Live-Blog +++

Zudem werde es einen "lebhaften" Sonne-Wolken-Mix geben. "In der Nacht wird der Wind dann nochmal stärker. Da sind noch Böen mit bis zu 110 Stundenkilometern möglich."

  • Rund 130 Notrufe beim Präsidium bis zum Morgen
  • Ellwanger Feuerwehr am Morgen mit fünf Einsätzen beschäftigt
  • Feuerwehr Aalen ebenfalls fünf Mal im Einsatz
  • Bahnverkehr in Baden-Württemberg weiter stark eingeschränkt
  • GOA holt keinen Müll ab
  • Straßensperre in Schwäbisch Gmünd aufgehoben
  • Wetteraussichten
  • Schüler bleiben zum Teil zu Hause
  • Arbeitnehmer müssen erscheinen
  • Straßensperre bei Abtsgmünd aufgehoben
  • Alle Busse der OVA planmäßig im Einsatz
  • Stadtwerke Aalen stellen keine Schäden fest
  • Stadt Aalen sagt Veranstaltung ab
  • In Ellwangen bleibt es größtenteils ruhig
  • Hochschule sagt Prüfungen ab
  • Entwarnung aus den Wäldern - dennoch Lebensgefahr
  • Keine großen Störungen bei EnBW ODR
  • Richtfest in Unterkochen abgesagt
  • Unfälle auf der A7
  • Viele Aalener Schüler bleiben Zuhause

Rund 130 Notrufe gehen beim Präsidium ein

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Montagmorgen mitteilt, habe das Orkantief "Sabine" ab etwa 1 Uhr den Bereich des Polizeipräsidiums Aalen erreicht. Ab 2 Uhr wurden bis zum Morgen hauptsächlich umgestürzte Bäume, Bauzäune, Werbeschilder und sonstige umhergeflogene Gegenstände gemeldet. Zwischen 1 Uhr und 8 Uhr gingen rund 130 Notrufe beim Führungs- und Lagezentrum ein.

Mehrere Autos wurden durch umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste beschädigt. Teilweise wurden auch Dächer in Mitleidenschaft gezogen. Mitunter entstanden Behinderungen durch querliegende Bäume auf Straßen.

Diese wurden hauptsächlich durch Einsatzkräfte der Feuerwehren, Straßenmeistereien sowie Bauhöfen beiseite geräumt. Zu außergewöhnlichen Schadensereignissen kam es bislang nicht. Auch wurden bis Stand 8 Uhr keine Personen verletzt.

Fünf Einsätze für Feuerwehr in Ellwangen am Morgen

Die Ellwanger Feuerwehr ist am Montagmorgen fünfmal ausgerückt überwiegend wegen Bäumen auf der Straße, wie Kommandant Rainer Babbel sagt. Um 4.09 Uhr lag der erste Baum auf der B290, um 6.53 Uhr der zweite. Um 6.55 wurde die Feuerwehr zu einem umgestürzten Baum zwischen Rindelbach und Dankoltsweiler gerufen und um 7.48 Uhr erneut auf die B290.

Kurios: Um 7.08 Uhr hieß es ein, Gartenhaus in der Ulrichstraße drohe, auf die Straße zu stürzen. Vor Ort bestätigte sich der Verdacht aber nicht. Wie sich herausstellte, war die Ulrichstraße in Kosterlechfeld im Landkreis Augsburg gemeint. Der Anrufer war, wie Kommandant Babbel sagt, zufälligerweise in der Aalener Leitstelle rausgekommen.

Kurz nach 9 Uhr hat die Ellwanger Feuerwehr ihre Bereitschaft beendet. Das heißt natürlich nicht, dass die Feuerwehr nicht zu erreichen wäre. Die Aktiven werden wie gehabt per Funkmelder alarmiert.

Ebenfalls fünf Einsätze für die Feuerwehr Aalen

Fünf Einsätze musste die Feuerwehr Aalen bestreiten. Die erste Alarmierung erreichte die Leitstelle um 4.37 Uhr, sagt der Kommandant Kai Niedziella. In der Stiewingstraße in Wasseralfingen habe ein Baum auf der Straße gelegen.

Der nächste Einsatz sei erst um 7 Uhr gewesen. In Affalterried habe ebenfalls ein Baum die Fahrbahn blockiert. Hier seien die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs allerdings schneller gewesen.

Auch drei Erkundungseinsätze habe die Aalener Feuerwehr bestritten. Hier habe es sich allerdings um umgestürzte Bäume auf Privatbesitz gehandelt und insofern habe keine Gefahr im Verzug bestanden.

Diese Bäume mussten die Eigentümer auch selbst beseitigen, sagt Niedziella. Dasselbe gelte für einen Fall, in dem ein Baum auf ein Vordach gefallen sei. Unterm Strich habe „Sabine“ die Feuerwehr Aalen nicht sehr gefordert und es sei relativ ruhig gewesen. Andere Regionen seien stärker getroffen gewesen.

Einsatz der Feuerwehr Lauchheim

Die Feuerwehr Lauchheim ist während des Sturms zu einem Einsatz ausgerückt. Zwischen Hülen und Waldhausen war laut Florian Himml, stellvertretender Abteilungskommandant, eine Fichte umgestürzt.

Die Retter waren mit einem Löschgruppenfahrzeug und neun Kameraden vor Ort, um den Baum aus dem Weg zu räumen. Mit einer Motorsäge habe man schnell „handliche Stücke“ aus der Fichte gemacht, sagt Florian Himml.

Arbeitnehmer müssen erscheinen

Während Schüler zuhause bleiben dürfen, müssen Arbeitnehmer in der Regel bei ihrem Arbeitsplatz erscheinen. Das sei durch die Pflichten im Arbeitsvertrag so geregelt, sagt Maria Winkler, Verdi-Geschäftsführerin des Bezirks Ulm/Ostwürttemberg.

Nur wenn es unmöglich sei, zum Beispiel durch Krankheit, dürfe man entschuldigt fernbleiben. Der Arbeitsweg sei in der Disposition des Arbeitnehmers.

Der Arbeit fernbleiben dürfen Eltern ebenfalls, wenn Kinder durch Schulausfall zuhause bleiben müssen. Hier gehe natürlich die Kinderbetreuung vor, erläutert Maria Winkler.

Wer unentschuldigt einen Tag zuhause bleibt, muss laut Winkler übrigens keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten. Höchstens werde für diesen Tag kein Lohn gezahlt, sagt die Geschäftsführerin.

Stark eingeschränkter Zugverkehr in Baden-Württemberg

Aufgrund des Sturms sind bis zum Mittag keine Züge in Baden-Württemberg gefahren. Regionalzüge in Baden-Württemberg und die S-Bahn Stuttgart haben ihre Fahrten zum Teil am Mittag wieder nach und nach aufgenommen. Weitere Fahrten seien aber weiterhin von der Entwicklung der Wetterlage abhängig. Mit Ausfällen und Behinderungen ist den ganzen Tag zu rechnen, heißt es weiter.

Bevor Züge wieder fahren, würden auf jeder Strecke Erkundungsfahrten durchgeführt. Soweit möglich werde der Verkehr im Anschluss an etwaige Reparaturarbeiten dann auf den Strecken wieder aufgenommen.

+++ Aktuelle Meldungen der Bahn +++

Die Deutsche Bahn empfiehlt Fahrgästen sich rechtzeitig vor Reiseantritt auf www.bahn.de oder in der App "DB Navigator" über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und auch ab Mittag eine längere Reisezeit einzuplanen.

Über die Dauer der Beeinträchtigungen trifft die Bahn derzeit noch keine Aussage.

Straßensperrung in Schwäbisch Gmünd

Die Straße zwischen Großdeinbach und Schwäbisch Gmünd ist aufgrund der Wetterlage am Montagmorgen bis zum Mittag gesperrt gewesen. Gegen 13 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben.

Die Grabenallee und der Zeiselberg hingegen bleiben laut Stadtverwaltung am Montag noch für die Fußgänger aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Eisbahn auf dem oberen Marktplatz wird mit Blick auf die weiteren Böen den gesamten Montag ebenfalls geschlossen.

Im Moment seien außer einigen gebrochenen Ästen und umgestürzten Bauzäunen im Raum Gmünd noch keine größeren Schäden und Probleme aufgetreten, heißt es in einer Mitteilung am Morgen.

Wetteraussichten

In der Nacht auf Dienstag sind laut Meteorologe Neumaier auch Schnee und Graupelschauer möglich. "Das kann sich in den Regen mischen", so Neumaier weiter. Am Dienstagmorgen seien deshalb Schneematsch und Glätte möglich. "Liegen bleibt aber nichts." 

Die weitere Wetterlage wird zudem kurios. "Zum Wochenende hin wird es beinahe wieder Frühling", sagt Neumaier. Zum Sonntag kann es bis zu 17 Grad Celsius haben. Das bleibt allerdings nicht so. "Anfang nächster Woche wird es wieder stürmisch", so die Voraussicht des Meteorologen.

GOA holt keinen Müll ab

Aus Sicherheitsgründen finden am Montag, 10. Februar, keine Abfuhren von Restmüll, Bioabfällen, Gelben Säcken und Altpapier statt. Das teilt die GOA in einer Pressemitteilung mit.

Kurzfristig habe sich das Unternehmen für die Verschiebung der Abfuhren entschieden, da die Gefährdung für Mitarbeiter und Bürger durch umherwehende Abfuhrgefäße zu hoch sei.

Die Abfuhren werden jeweils um einen Abfuhrtag verschoben. Auch am Samstag, 15. Februar, finden Abfuhren statt.

Schüler bleiben zum Teil zu Hause

An der Sechta-Ries-Schule in Unterschneidheim ist am Montag ein Großteil der Schüler zu Hause geblieben. „Bei uns haben die Telefone geglüht“, sagt Rektor Stefan Vollmer.

Wie Vollmer erzählt, hat eine Elternvertreterin gleich eine ganze Klasse entschuldigt. Die Schüler, die zum Unterricht gekommen sind, wurden in Kleingruppen unterrichtet.

Rund ein Drittel der Realschüler in Unterschneidheim kommt aus dem angrenzenden bayerischen Raum. Sie sind natürlich zu Hause geblieben, nachdem das bayerische Kultusministerium am Wochenende bekannt gegeben hatte, dass am Montag alle bayerischen Schulen geschlossen bleiben sollen.

Übrigens: Am Dienstag ist an der Sechta-Ries-Schule wieder regulärer Unterricht nach Plan. Das hat die Schule inzwischen auf ihrer digitalen Plattform für Schüler und Eltern angekündigt.

Die Lehrer waren vollzählig und pünktlich, aber 330 der gut 800 Schüler am Ellwanger Peutinger-Gymnasium sind am Montag zu Hause geblieben. Das sagt Stella Herden auf Nachfrage. Die Direktorin hat dafür Verständnis. Teilweise sei das Wetter am Morgen sehr kritisch gewesen.

Stella Herden hatte am Sonntagabend noch eine Rundmail an die Eltern geschrieben und auf das Kultusministerium verwiesen. Doch weil dessen Ansage „nichts Halbes und nichts Ganzes“ war, hat Stella Herden den Eltern empfohlen, ihre Kinder im Zweifel zu Hause zu lassen.

In der Härtsfeldschule in Neresheim hat der Unterricht planmäßig stattgefunden. Die meisten Schüler seien gekommen, nur ein paar wenige Eltern hätten ihre Kinder abgemeldet, bestätigt Schulleiter Heinz Schmidt. Auch der Busverkehr war laut Schmidt durch den Sturm nicht beeinträchtigt. Sämtliche Busse seien gefahren, sagt der Schulleiter.

Ähnlich war es in der Realschule Bopfingen. Ein paar Schüler seien zuhause geblieben, aber der Unterricht habe planmäßig stattgefunden, erklärt Schulleiter Karl-Heinz Abele. Auch die Busse seien regulär gefahren.

Straßensperre bei Abtsgmünd aufgehoben

Gegen 9.04 am Montagfrüh wurde die Freiwillige Feuerwehr Obergröningen wegen umgestürzter Bäume auf der Landstraße zwischen dem Abtsgmünder Ortsteil Untergröningen und Obergröningen alamiert.

Mehrere circa 40 Jahre alte Fichten waren auf die Straße gestürzt, ungefähr acht weitere waren durch den Sturm so stark beschädigt, dass sie ebenfalls hätten umstürzen können. Der Feuerwehr war dieses Risiko zunächst zu hoch. Gemeinsam mit der Polizei wurde die Landstraße über mehrere Stunden voll gesperrt. 

OVA-Linienverkehr

Dass die Schulbusse am Montagmorgen nicht so voll wie sonst waren, sagt der Geschäftsführer der OVA, Peter Rau. Alle Busse seien planmäßig im Einsatz gewesen. Allerdings habe es an manchen Stellen Probleme mit auf der Straße liegenden Bäumen gegeben.

Der Bus Richtung Fachsenfeld stand wegen einer Sperrung rund 15 Minuten zwischen Wasseralfingen und Affalterried und der Röthardt-Bus musste zwischen Röthardt und Wasseralfingen eine Pause einlegen. Länger gesperrt war die Lauterburger Steige, sagt Rau.

Drei Schulbusse, die morgens dort nach Lauterburg und Bartholomä hochfahren, seien von der Feuerwehr aufgehalten worden und mussten umdrehen. Ansonsten sei alles reibungslos verlaufen, sagt Rau.

Ellwanger Busverkehr

Im Ellwanger Busverkehr gab es keine Einschränkungen, wie es von Seiten der Firma Ok.Go heißt. Zwischen Eingenzell und Stocken sowie zwischen Stocken und Holbach lag jeweils ein Baum auf der Straße, die Busse konnten aber vorbeifahren. Was den Busfahrern noch aufgefallen ist: Es waren weniger Schüler unterwegs als sonst – „fast wie an einem Ferientag“, sagt einer.

Stadtwerke Aalen

„Die Stadtwerke Aalen haben aufgrund der Wettersituation am Montag keine Schäden oder Beeinträchtigungen feststellen können“, sagt der Pressesprecher Igor Dimitrijowski. Die am Boden liegende Schranke am Parkhaus Reichsstädter Markt, die vielen Passanten am Morgen aufgefallen ist, sei nicht von dem Sturm aus den Angeln gerissen worden.

Vielmehr habe diese eine Störung angezeigt, woraufhin Mitarbeiter die Schranke abmontiert und anschließend wieder neu angebracht hätten.

Allerdings blieb der Eispark Aalen aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse geschlossen. Ab Dienstag gelten wieder die regulären Öffnungszeiten.

Stadt Aalen sagt Veranstaltung ab

An vielen Orten im Aalener Stadtgebiet mussten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs umgefallene Bäume von Wegen und Straßen räumen, sagt die Pressesprecherin der Stadt Aalen, Karin Haisch. Ansonsten habe es diverse Baustellenschilder, Bauzäune oder Bannerstände der Stadt umgeweht. Dem Sturm nicht Stand gehalten habe auch ein großes Baustellenschild am Stadtoval.

Auch den geplanten Leseabend „Von verlorenen Illusionen“ mit Elisa Überschär um 19 Uhr im Torhaus Aalen musste die Stadt absagen. Der in Berlin lebenden Film- und Theaterschauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin sei es wegen der Unwetterlage nicht möglich gewesen, rechtzeitig nach Aalen anzureisen, sagt Haisch. Der Leseabend wird am Montag, 9. März, um 19 Uhr nachgeholt. Der Ort werde zeitnah bekannt gegeben.

In Ellwangen bleibt es größtenteils ruhig

Auch bei der Stadtverwaltung Ellwangen seien Hiobsbotschaften aufgrund des Sturmtiefs ausgeblieben. „Es gab vier oder fünf auf die Straßen umgestürzte Bäume, die im Stadtgebiet den Verkehr beeinträchtigt haben“, sagt Stadtsprecher Anselm Grupp.

Schäden an öffentlichen Gebäuden seien nicht bekannt. Ein Garant hierfür sei aufgrund seiner Lage eher das Schloss, so Grupp weiter. Dieses sei aber nicht in städtischer Hand. Doch wie Grupp in Erfahrung bringen konnte, blieben auch dort Schäden größtenteils aus.

„Es hat ein paar Platten vom Dach geweht, viele sind es laut Museumsleiter Matthias Steuer aber nicht gewesen“, sagt Grupp. Zudem habe es zwei Fahnen zerrissen. Mögliche Schäden in den Wäldern könne man jetzt noch nicht begutachten. „Dazu muss sich der Wind erst beruhigen. Vorher ist das zu gefährlich.“

Hochschule Aalen sagt Prüfungen ab

An der Hochschule sind am Montag 48 Prüfungen abgesagt worden, sagt die Pressesprecherin Viktoria Kesper. Über deren Ausfall hat die Hochschule bereits am Sonntagabend auf ihrer Homepage informiert.

Zudem seien die Studenten, Lehrbeauftragte, Professoren und Mitarbeiter, die zum Teil mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Hochschule kommen, per Nachricht über den E-Mail-Verteiler davon in Kenntnis gesetzt worden. Die ausfallenden Prüfungen sollen zeitnah nachgeholt werden, derzeit basteln wir an einem neuen Plan, sagt Kesper. Die Prüfungen, die am Dienstag anstehen, finden zu jetzigem Zeitpunkt regulär statt. „Andernfalls werden wir auf unserer Homepage eine Absage kommunizieren.“

Angesichts der ausgefallenen Prüfungen sei es in der Hochschule am Montag sehr ruhig gewesen. Mitarbeiter der Verwaltung, die kommen konnten, waren da. Professoren und Lehrbeauftragten sei es indes freigestellt worden, ob sie kommen oder nicht. „Da derzeit Prüfungszeit ist, findet ohnehin keine andere Veranstaltung statt“, sagt Kesper.

Entwarnung aus den Wäldern - dennoch Lebensgefahr

Ob und wie stark „Sabine“ im Wald gewütet hat, steht noch nicht endgültig fest. Aber Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts, waren am Montagnachmittag keine großflächigen Schäden im Privat- und Kommunalwald bekannt.

Entwarnung auch aus dem Staatswald. Wie Manuel Braunger, Leiter des Forstbezirks Virngrund, sagt, gab es zwar Einzelwürfe, die sich läppern, aber insgesamt war der Orkan nicht so schlimm wie angekündigt. Allerdings habe man wegen der umgestürzten Bäume noch keinen vollständigen Überblick. Und ganz sei es ja auch noch nicht vorbei.

Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU) warnt angesichts des Sturm- und Orkantiefs "Sabine" vor Risiken im Wald.

"Wer jetzt die Wälder betritt, begibt sich in Lebensgefahr", sagte Hauk am Montag. Landesweit sei es derzeit extrem riskant, weil Bäume umstürzen und Äste oder Baumkronen abbrechen könnten.

Krisenstab im Landratsamt

Im Landratsamt hatte sich am Sonntagabend der Krisenstab unter Vorsitz von Kreisbrandmeister Otto Feil getroffen. Bis 9 Uhr am Montagmorgen wurden kreisweit etwa 40 Feuerwehreinsätze gezählt – vor allem wegen einzelner umgestürzter Bäume. Der erste Alarm war gegen 4 Uhr eingegangen.

Vorsorglich waren am Sonntagabend im westlichen Landkreis einige Straßen gesperrt worden, etwa zwischen Essingen und Lauterburg sowie zwischen Schwäbisch Gmünd und Großdeinbach.

Keine größeren Störungen bei EnBW ODR

Der Energieversorger EnBW ODR hat während des Sturmtiefs „Sabine“ laut eigener Aussage keine größeren Störungen beheben müssen. „Es war deutlich weniger schlimm als erwartet“, sagt Franz Stölzle, Betriebsleiter für Strom der EnBW.

Beim Borsthof seien zwei Leitungen vom Wind zusammengedrückt worden. Daraufhin habe die Sicherung ausgelöst. „Die musste ausgetauscht werden. Währenddessen war der Strom weg“, so Stölzle.

In Jagstzell-Schweighausen sei zudem ein Baum in eine Stromleitung gestürzt. „Der musste rausgesägt werden“, sagt Stölzle. Die Störungen konnten relativ schnell behoben werden.

Zum Teil hatten die starken Böen auch Einfluss auf die Energiegewinnung. So wurde in Potsdam beispielsweise vorsorglich ein Kraftwerksblock im Heizkraftwerk heruntergefahren, da mit Überschussstrom gerechnet wurde.

„Unsere Windkraftanlagen mussten wir nicht herunterregeln“, sagt Stölzle. Die Anlagen hätten zudem ein Maximum, das sie einspeisen könnten. „Darauf sind die Netze ausgelegt.“ Dass durch den Sturm am Ende mehr Strom über die Anlagen eingespeist wurde, würde man aber sicher merken.

Dass die Anlagen aber ungebremst durchlaufen würden, wäre sowieso nicht der Fall, sagt Stölzle. „Ab einer gewissen Geschwindigkeit schalten sie ab. Das regelt und steuert aber der Betreiber.“

Richtfest in Unterkochen abgesagt

Die Deutsche Reihenhaus AG hat das für Dienstag geplante Richtfest im Wohnpark „Im Hungerbühl“ abgesagt. Aufgrund der zu erwartenden Wettersituation sehe sich das Unternehmen gezwungen, das Richtfest abzusagen. 

Mit dem Bauprojekt für Reihenhäuser sei der Ansatz vorangetrieben worden, bezahlbares Wohneigentum für junge Familien zu schaffen. Alle 15 Häuser seien bereits verkauft worden. Zwölf Familien aus Aalen hätten sich laut Pressemitteilung für Wohneigentum in ihrer eigenen Stadt entschieden. Zwei Familien kämen zudem aus Essingen, eine aus Oberkochen.

Unfälle auf der A7

Am Montagmorgen ist es aufgrund des Sturmtiefs Sabine auf der Autobahn A7 in Fahrtrichtung Würzburg zu zwei Unfällen gekommen. Zwischen den Anschlussstellen Aalen/Westhausen und Ellwangen wurde durch orkanartige Böen eine Plane mit Stahlgestänge auf die Fahrbahn geweht, die gegen eine Sattelzugmaschine prallte.

Eine ebenfalls dort fahrende 41-Frau konnte mit ihrem Auto nicht mehr ausweichen und kollidierte mit den Stangen. Der Gesamtschaden dürfte sich auf rund 11 500 Euro belaufen.

Ein weiterer Unfall ereignete sich gegen 10.30 Uhr auf der Tank- und Rastanlage Ellwanger Berge West. Nachdem eine 31-jährige Frau ihr Fahrzeug betankt hatte, machte sich ihr Auto selbstständig, während sie die Rechnung bezahlen. Das Auto rollte etwa 700 Meter rückwärts gegen einen parkenden Sattelauflieger. Dadurch entstand ein Sachschaden von etwa 3100 Euro.

Viele Aalener Schüler bleiben Zuhause

Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ sind viele Schüler in Aalen am Montag zu Hause geblieben. In den Schulen liefen die Drähte angesichts der Eltern, die ihre Kinder vom Unterricht abmeldeten, heiß.

Rund 70 Schüler blieben dem Unterricht am Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen (KGW) fern, sagt der Schulleiter und überdies geschäftsführender Schulleiter der Aalener Gymnasien, Michael Weiler. Die in etwa gleiche Anzahl an Schülern hätte den Unterricht am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) und am Schubart-Gymnasium (SG) nicht besucht.

Ab 6.45 Uhr seien die Telefone im Wasseralfinger Gymnasium nicht mehr still gestanden und die Eltern hätten Mühe gehabt, durchzukommen. Insofern wäre es Weiler lieber gewesen, dass das Kultusministerium Baden-Württemberg eine klare Entscheidung getroffen hätte. Anstatt es den Eltern zu überlassen, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist, sei es sinnvoller gewesen, die Schulen flächendeckend zu schließen.

Auch angesichts der Tatsache, dass der öffentliche Personennahverkehr eingeschränkt gewesen sei und Schüler, die zum Unterricht kommen wollten, eine gewisse Zeit an der Haltestelle warten mussten und zu spät zur ersten Stunde erschienen seien.

Über die Regelung, die das Kultusministerium getroffen hat, seien noch am Sonntagabend alle Eltern über den schulinternen Messengerdienst informiert worden. Via App seien auch die Eltern der Schüler des THG und des SG benachrichtigt worden, sagt Weiler.

Aufgrund der Wetterlage abgesagt worden ist auch der Tag der offenen Tür für Schüler am KGW, der für Schüler der vierten Klassen eigentlich am Montag um 17 Uhr hätte stattfinden sollen. Dieser wurde auf Montag, 17. Februar, verschoben.

Heiß gelaufen sind am Montagmorgen auch die Telefonleitungen an der Justus-von-Liebig-Schule. Viele seien aufgrund der Information des Kultusministeriums, die auch auf der Homepage der Justus-von-Liebig-Schule kommuniziert worden sei, nicht gekommen. Groß sei auch die Aufregung im Kollegium gewesen, sagt die Schulleiterin Petra Hudak, die zudem die koordinierende Schulleiterin für die Beruflichen Schulen in Aalen ist.

Viele hätten es nicht verstanden, dass sie in Rücksprache mit dem Regierungspräsidium Stuttgart die Vereinbarung getroffen habe, dass Schüler, die erscheinen, nicht mehr nach Hause geschickt werden. Da ein erneuter Sturm auf 11 Uhr datiert gewesen sei, sei Hudak dieses Risiko nicht eingegangen. „Wenn irgendwas passiert wäre, hätte ich dafür gerade stehen müsse.“

Der Unterricht habe ganz normal stattgefunden. Angesichts der geringeren Schülerzahl allerdings in abgespeckter Form mit Betreuung und Übungsaufgaben. „Am Dienstag wird sich die Aufregung gelegt haben“, sagt Hudak.

Die Wetterlage und die Entscheidungen des Kultusministeriums werde sie allerdings beobachten und Neuigkeiten auf der Homepage einstellen. Wie am Sonntagabend tue sie das nur ungern, um nicht noch mehr Schüler davon abzuhalten, dem Unterricht fernzubleiben. „Doch ich will mir auch nicht nachsagen lassen, nicht aktuell zu sein.“

Ein normaler Unterricht hat auch an der Schillerschule stattgefunden. Auch hier seien einige Schüler nicht gekommen. Da die Schillerschule allerdings eine Ganztagsschule sei, seien viele berufstätige Eltern auf eine Betreuung ihrer Kinder angewiesen, sagt Stefan Schill, stellvertretender Schulleiter.

In der Fünf-Minuten-Pause auf dem Schulhof und auch am Nachmittag hätten die Lehrer allerdings ein Auge darauf gehabt, dass den Schülern im Freien nichts passiert.

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