Run auf Eigentumswohnungen

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 Der Run auf Wohnraum ist in Aalen groß. Das immense Interesse an Eigentumswohnungen scheitere jedoch inzwischen vielfach an der
Der Run auf Wohnraum ist in Aalen groß. Das immense Interesse an Eigentumswohnungen scheitere jedoch inzwischen vielfach an der Frage der Finanzierung, sagt Baubürgermeister Wolfgang Steidle. (Foto: Andrea Warnecke/dpa)
Johannes Müller

„Viele wollen die Gunst der Stunde nützen und vom Angebot auf dem Markt des Aalener Wohnbaus profitieren.“ So hat Aalens Bau- und Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle einen der neuen Trends der Stadtentwicklung bei einer Veranstaltung der Seniorenunion beschrieben. Dass das Thema auf breites Interesse stößt, zeigte sich am proppenvollen Küferstüble, wo am Ende auch heiß diskutiert wurde.

Aalen sei eine hochattraktive Stadt, schilderte Steidle die derzeitige Lage. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei in den letzten Jahren um einige Tausend gestiegen und die Hochschule habe einen glänzenden Ruf, so dass die Stadt auch in Zukunft Einwohner dazu gewinnen werde. Vom Bestand an Baulücken im Stadtgebiet des Jahres 2008 sei heute nur noch halb so viel vorhanden. Derzeit reiche es aber nicht lediglich in bebauten Lagen Wohnraum zu aktivieren. Ansonsten würden nur die Nachbargemeinden profitieren. „Wir hätten dann nur den Pendlerverkehr zu bewältigen.“ Auch an gut ausgewählten Ortsrandlagen müssten deshalb Wohngebiete entwickelt werden. Die Planung und Erschließung eines neuen Baugebiets dauere jedoch seine Zeit und sei aufwendig. „Es ist gut, dass der Gemeinderat im Geschosswohnungsbau die Quote von 25 Prozent bezahlbarem Wohnraum beschlossen hat.

Das dämpft die Preisentwicklung im Mietwohnungsbau ohne die Stadt für Investoren unattraktiv zu machen.“ Steigender Bedarf besteht laut Steidle auch in der Kinderbetreuung. Nur wenige der Kindergärten gehörten bisher der Stadt, weshalb es aktuell ein Kraftakt sei, dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Rathaus muss noch warten

Auch in der Frage der Sanierung des Rathauses sei auf die knappen finanziellen Mittel sowie die vom Gemeinderat priorisierten anderen Baumaßnahmen verwiesen. Aktuell haben die Bereiche Bildung und Betreuung Priorität. Laufende kleinere Sanierungsmaßnahmen würden jedoch gemacht.

Auch dem Thema Mobilität und Mobilitätswandel muss eine wachsende, zukunftsorientierte Stadt gerecht werden. Einige Verkehrsknoten wie die Bottichkreuzung, die Einmündung der Ziegelstraße in die Alte Heidenheimer Straße oder die Einmündung der Ebnater Steige in der Tallage in Unterkochen sollen deshalb baulich verbessert werden. Was den Ausbau der B29a um Ebnat angehe, so brachte fehlendes Personal beim Regierungspräsidium leider Verzögerungen mit sich. Vorwürfe träfen also nicht die Stadt, konterte Steidle.

Johann Hoffer, der als Vorsitzender der CDU-Senioren die vielen ungeduldigen Fragen in geordnete Bahnen lenkte, dankte dem engagierten Referenten. Als nächste Veranstaltung kündigte Hoffer eine „Europäische Weinprobe“ mit der EU-Abgeordneten Inge Grässle am 8. März um 15.30 Uhr im Küferstüble an.

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