Rauschgiftprozess endet mit Freispruch

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 Vor Gericht stand ein 35-jähriger Mann aus Aalen. Ihm wurde vorgeworfen, Anfang 2017 auf dem Parkplatz einer Aalener Gaststätte
Vor Gericht stand ein 35-jähriger Mann aus Aalen. Ihm wurde vorgeworfen, Anfang 2017 auf dem Parkplatz einer Aalener Gaststätte 100 Gramm Kokain erworben zu haben. (Foto: Peter Steffen/dpa)
gk

Mit einem Freispruch ist ein Prozess wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTM) vor dem Aalener Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Martin Reuff zu Ende gegangen. Angeklagt war ein 35-jähriger Mann aus Aalen. Staatsanwalt Klaus Schwichtenberg warf ihm vor, Anfang 2017 auf dem Parkplatz einer Aalener Gaststätte 100 Gramm Kokain erworben zu haben.

Der Beschuldigte äußerte sich zu der Sache nicht. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Kristian Frank aus Vaihingen, teilte mit, dass sein Mandant seit mehreren Jahren in der Gastronomie in Aalen tätig ist, in soliden wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen lebt und nicht vorbestraft ist.

Die Verhandlung fand unter erhöhtem Sicherheitsaufwand wie einer Einlasskontrolle und zahlreichen Vollzugsbeamten im Gerichtssaal statt. Dieser hohe Aufwand war nicht wegen des Beschuldigten notwendig, sondern wegen der beiden Hauptzeugen. Beid, sowohl der Belastungszeuge Klaus W., als auch der Entlastungszeuge Omar C. sind bekannte Figuren aus der Aalener Rauschgiftszene.

Klaus W. kam unter Polizeischutz und mit seinem Rechtsanwalt Christoph Reichart in den Gerichtssaal. Über Jahre war er in der lokalen BTM-Szene bestens integriert, hat aber im Laufe des Jahres 2017 quasi die Fronten gewechselt und mit Aussagen geradezu eine Lawine von Ermittlungsverfahren und entsprechende Verurteilungen gegen seine früheren Freunde losgetreten. Das hat ihm bei denen natürlich – vorsichtig formuliert – einige Sympathien gekostet. Auf eine seiner Aussagen fußte letztendlich auch die Anklage gegen den 35-jährigen Beschuldigten. Klaus W. sagte als Zeuge aus, er sei bei dem Verkauf von 100 Gramm Kokain an den Angeklagten dabei gewesen.

Der angebliche Verkäufer, Omar C., kam in Begleitung eines Polizeibeamten in Zivil als Freigänger der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall als Zeuge zum Prozess. Dort verbüßt er eine mehrjährige Haftstrafe, die er seinem früheren Freund Klaus W. „verdankt“. Er bestritt vehement, dass er dem jetzt Beschuldigten jemals Kokain verkauft habe. Weitere objektive Beweismittel waren nicht verfügbar, sodass letztendlich Aussage gegen Aussage stand. Staatsanwalt Klaus Schwichtenberg hielt seinen Zeugen für glaubwürdig und forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Rechtsanwalt Kristian Frank stellte dagegen die Glaubwürdigkeit des mehrfach einschlägig vorbestraften Belastungszeugen massiv in Frage und forderte einen Freispruch für seinen Mandanten. Dem schloss sich das Schöffengericht nach kurzer Beratung an.

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