Radsport: Seitz rückt in Weltspitze vor

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Aline Seitz (roter Helm) setzt auf der Radrennbahn ein weiteres Ausrufezeichen.
Aline Seitz (roter Helm) setzt auf der Radrennbahn ein weiteres Ausrufezeichen. (Foto: Ulf Schiller)
Schwäbische Zeitung

Aline Seitz holt sich auf der Radrennbahn den zweiten Schweizer Meistertitel der Elite im Omnium (Wettbewerb aus vier verschiedenen Ausdauer-Disziplinen, d. Red.) und macht mit einem Weltcupsieg in Minsk im olympischen Scratchrennen einen großen Schritt in Richtung Weltspitze.

Aline Seitz war das Kücken im Aalener Mountainbike-Profiteam und scheint nun Schritt für Schritt in die Weltspitze voran zu schreiten. Vor noch einem Jahr liebäugelte die Teamchefin Kerstin Thum mit einem langsamen disziplin-übergeifenden Herantasten an das Weltniveau, doch nun scheint die talentierte Allroundern Aline Seitz ihren sportlichen Werdegang im Eiltempo zu durchfahren. Seitz holte sich mit einem Sieg im Omnium bereits den zweiten Schweizer Meistertitel der Eliteklasse und zeigte beim Scratch-Bahn-Weltcup in Weißrussland eine Willensleistung auf internationalem Niveau. Die Sportlerin aus dem Aargau setzte sich dabei zusammen mit der Niederländerin Amy Pieters vom Hauptfeld ab und fuhr einen kleinen Vorsprung heraus.

Seitz mit Solofahrt

Als Seitz bemerkte, dass ihrer Mitstreiterin die Kräfte ausgehen und von hinten zudem die britische Olympiasiegerin Elinor Barker nahte, setzte das schweizer Kraftpaket zur Solofahrt an. „Ich nahm all meinen Mut und all meine Kraft zusammen und habe erneut angegriffen“, so Seitz, die mit der entscheidenden Attacke und einem Stundenmittel von 43 Stundenkilometern als Solistin über die Ziellinie rollen und selbst die starke Olympiasiegerin auf Distanz halten konnte. „Das einzigartige aber auch vereinende Mosaik unserer Athleten ist ihr Weltniveau. Aline positioniert sich mit diesem Weltcupsieg im Team Stück für Stück auf Augenhöhe mit den etablierten Top- Sportlern wie Simon Gegenheimer.

Ihr Ergebnis bestätigt unsere und ihre Arbeit und sollte auch den letzten Kritikern aufzeigen, dass es richtig ist, wenn eine solch jungen Athletin Freiraum zur Entfaltung bekommt“, so die Teamchefin Kerstin Thum zu den Disziplinwechseln ihrer Sportlerin zwischen Bahn, Straße und dem Mountainbike. Seitz nahm in allen Disziplinen im vergangenen Jahr bei Weltcuprennen teil, um möglichst schnell, viel Erfahrung mitzunehmen und stand unter anderem deswegen in der Kritik. Auch Seitz selbst freute sich enorm über die Erfolge so früh in der Saison und stellt klar, dass sie sich auf einem guten Weg aber noch lange nicht im Ziel sieht. „Das war wieder ein wichtiger Schritt hin zum Weltklasse-Athleten. 2017 habe ich mit dem Podium im Mountainbike-Sprint ein erstes internationales Ausrufezeichen setzen können. Nun der Weltcup- Erfolg auf der Bahn, das waren Träume, die ich mir erfüllt habe. Aber auf meiner Agenda stehen noch ein paar weitere Träume, keine Sorge“, so Seitz über ihren ersten internationalen Sieg in einer Olympischen Radsportdisziplin.

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