Radler zeigen starke Präsenz

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 Auf großes Interesse bei den Fahrradfahrern ist die erste Critical Mass in Aalen gestoßen.
Auf großes Interesse bei den Fahrradfahrern ist die erste Critical Mass in Aalen gestoßen. (Foto: Markus Lehmann)
Aalener Nachrichten

Rund 165 Radfahrer sind bei der ersten Critical Mass (englisch für kritische Masse) in Aalen zusammengekommen. Mit der Aktion soll auf die Belange der Fahrradfahrer hingewiesen werden. „Wir wollen zeigen, dass wir da sind“, sagte Andreas Sienz, einer von drei Jugendlichen, die die Aktion zusammen mit dem ADFC veranstaltet hatte.

Das große Interessse an der Veranstaltung zeige, dass sich auch in Aalen viele Menschen eine größere Beachtung des Radverkehrs wünschten, sagte der 19-jährige Sienz. Von der Rosa Villa in der Curfeßstraße zogen die Fahrradfahrer erst in die Innenstadt, dann über das Hüttfeld und das Greut in Richtung Wasseralfingen, bevor der Verband, der gemäß der Straßenverkehrsordung als ein Fahrzeug gilt und damit geschlossen eine Ampel passieren darf, ohne Radwege benutzen zu müssen, wieder ins Zentrum zurückkam. Der Höhepunkt war für die Radfahrer der Tunnel unter dem Bahnhof und die Hochbrücke. Klingelnd zogen die Fahrräder an den verwirrten Autofahrern vorbei. „Besonders schön war, die verschiedenen Teilnehmer zu sehen“, sagte Mareike Garreis (16), „weil sich ganz verschiedene Menschen gemeinsam versammelt haben“.

Ungewohnt für Autofahrer

Für Autofahrer ungewohnt sei schon der Anblick der Menge an Fahrrädern gewesen, berichteten die Veranstalter, die Akzeptanz größtenteils vorhanden. „Leider mussten wir vereinzelt feststellen, dass Autofahrer risikoreich, aber auch verkehrsgefährdend den Verband verbotenerweise überholten und sich gegenüber den Radfahrern sehr provokant äußerten“, schilderte Christian von Hören (18) die Vorfälle.

Währenddessen verständigten wohl einige Verkehrsteilnehmer die Polizei, sodass ein Streifenwagen den Verband in der Gartenstraße stoppte. Nach einer kurzen Klärung des Sachverhaltes, dass die Aktion als Versammlung beim Ordnungsamt angemeldet war und die Radfahrenden im Sinne der Straßenverkehrsordnung handelten, endete diese spezielle Radtour mit Getränken und Gebäck am Weststadtzentrum. Die Teilnehmer sahen die erste Critical Mass sehr positiv, besonders zu erwähnen sei der Spaß und die Gespräche während der Fahrt.

Für ein faires Miteinander

Als bedauerlich nannten die Veranstalter die wenigen Situationen, in denen von Autofahrern eine Gefahr ausgegangen sei. Die Straße sei doch nicht nur für Autos da, sagte Andreas Sienz. Besonders schockierend seien zwei aggressiv auftretende Autofahrer gewesen, die auch Gewalt androhten. „Dabei stehen wir doch für ein faires Miteinander im Straßenverkehr“, bezonte Sienz, „aber dazu gehört auch, dass man als Autofahrer auch einmal warten muss“.

„Diese Resonanz zeigt aber die Wichtigkeit des Themas Radverkehr in Aalen“, sind sich die Initiatoren einig. „Deswegen wollen wir mit einer nächsten Critical Mass im Juli in Aalen weitermachen.“

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