„Rötenberger Mischung“ würzt Stadtleben

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Die „Rötenberger Mischung“ ist eine besondere. Unser Bild (von links: Vivien Bergjann, Inna Musorina, Viktoria Pfitzer, Regisseu
Die „Rötenberger Mischung“ ist eine besondere. Unser Bild (von links: Vivien Bergjann, Inna Musorina, Viktoria Pfitzer, Regisseurin Anne Klöcker und Sieglinde Knecht) entstand bei den Proben. (Foto: Theater Aalen/Knödler)

Infos: Der Eintitt ist frei. 60 Zuschauer pro Vorstellung (24. Juni, 1. und 7. Juli) sind möglich. Anmeldung: Telefon 07361 / 379313 oder per E-Mail roetenberg@theateraalen.de

Das Theater der Stadt, die Musikschule Aalen und das Projekt „BIWAQ – Bunt. Charmant. Rötenberg“ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier, ESF-Bundesprogramm) machen gemeinsame Sache. Am Sonntag, 24. Juni, um 18 Uhr feiert des theaterpädagogische Projekt „Rötenberger Mischung“ Premiere. Treffpunkt für den kulturellen Spaziergang durch ein besonderes Aalener Viertel ist am Treffpunkt Rötenberg, Charlottenstraße 19.

„Ein tolles Projekt naht“, freut sich im Pressegespräch Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Mit dem Theaterprojekt wolle man für die kulturelle Teilhabe der Bewohner des Viertels neue Wege gehen. Wie die aussehen, das erläuterten Winfried Tobias, Leiter des Aalener Kinder- und Jugendtheaters, und Theaterpädagogin und Regisseurin Anne Klöcker. Zwölf Schauspieler – gut ein Viertel davon wohnt auf dem Rötenberg – starten am Treffpunkt Rötenberg. Dann geht’s über den Spielplatz in zwei leerstehende Wohnungen. Erzählt werden Geschichten rund ums Quartier.

Besonderes Bürgertheater

Die „Rötenberger Mischung“ ist Bestandteil des Bürgertheaterkonzepts am Stadtttheater. „Wir wollen schließlich ein Theater für die Stadt – und nicht nur für die Bühne“, sagt Tobias. Der Rötenberg sei ja nun mal kein unbeschriebenes Blatt, gesteht er, und doch wohnen die Menschen gerne hier. „Was ist das für ein Stadtteil? Wie wird er wahrgenommen? Diese Fragen wollen wir angehen.“ Man wolle aus den Teilnehmern keine Staatsschauspieler machen und auch keine Opern aufführen, sondern ein niederschwelliges Angebot machen und zeigen, „dass Theater gar nicht so weit weg ist“.

Dem Projekt liege, so Tobias weiter, ein langer Vorbereitungsprozess zugrunde. Beim Rötenberg-Fest hatte das Theater ein Interview-Zelt aufgestellt und mit den Bewohnern gesprochen, fährt Anne Klöcker fort. Schnell sei klar geworden: Es geht um Nachbarschaft, um Zusammenhalt, um Vielfalt. Tobias zitiert aus einem Gedicht, das zum Projekt entstanden ist: „Oh, du mein Rötenberg, du bist so wunderschön (...), jede Sprache ist Teil deiner Seele.“

Anne Klöcker bezeichnet das Projekt als Experiment. An den verschiedenen Spielorten werden Sequenzen aneinandergereiht, die nach den Interviews und der Recherche in den Presse- und Stadtarchiven entstanden seien. Dabei konnten die Theatermacher auf ein Buch zurückgreifen, dass Farzaneh Fallahian, Gesamtkoordinatorin bei BIWAQ, vor allem über die Frauen auf dem Rötenberg vor 14 Jahren verfasst hat. Eine dieser Frauen spielt sogar mit.

Unterstützt wird das Projekt von der Wohnungsbau, der mittlerweile „so gut wie alles“ auf dem Rötenberg gehört, wie Geschäftsführer Robert Ihl erläutert. Die Wohnungsbau stellt zwei Wohnungen zur Verfügung, die nicht mehr vermietet werden können. „Als die Anfrage des Theaters kam, waren wir zunächst zwar nicht skeptisch, aber vorsichtig“, gesteht Ihl. Aber nachdem das Theater die Wohnung „neutralisiert“, sprich hergerichtet, hat, ist er zuversichtlich.

Ihl sieht das Theaterstück als einen von vielen Teilen einer „Imageoffensive“ für den Rötenberg: „Wir betrachten das Viertel schon lange nicht mehr als den sozialen Brennpunkt, als der es früher wahrgenommen wurde. Der Rötenberg ist im Wandel.“ Ihl führt ein Maßnahmenbündel auf, das das Image der Rötenbergs verbessern soll. So soll zum Beispiel allein eine Million Euro in die Grünzüge investiert werden.

Gesamtkoordinatorin Fallahian fand auf jeden Fall das passende Schlusswort: „Die Leidenschaft ist der Motor.“ Das gilt sicher für alle Beteiligten, zu denen auch die Musikschule zählt, die unter anderem Saxofonistin Marie Humburger schickt, die kürzlich als Solistin bei der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg auffiel.

Infos: Der Eintitt ist frei. 60 Zuschauer pro Vorstellung (24. Juni, 1. und 7. Juli) sind möglich. Anmeldung: Telefon 07361 / 379313 oder per E-Mail roetenberg@theateraalen.de

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