Röntgenstraße fliegt von der Tagesordnung

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 Eigentlich hätte sich der zuständige Gemeinderatsausschuss mit der Parksituation in der Röntgenstraße beschäftigen sollen. Doch
Eigentlich hätte sich der zuständige Gemeinderatsausschuss mit der Parksituation in der Röntgenstraße beschäftigen sollen. Doch das Thema ist kurzfristig von der Tagesordnung geflogen. (Foto: Archiv: Eckard Scheiderer)

Eigentlich hätte der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung ein Stück in Sachen Röntgenstraße weiterkommen sollen. Doch dann kam alles ganz anders: Es wurde nicht nur der geplante Bericht des Ingenieurbüros Brenner/Bernard zur Parksituation in der Straße im Aalener Industriegebiet von der Tagesordnung gestrichen. Am Ende wurde gleich auch noch die Diskussion über mögliche Maßnahmen zur Entschärfung der Situation an der Einmündung der Röntgen- in die Robert-Bosch-Straße abgesetzt.

Wie immer wieder berichtet, gibt es in der Röntgenstraße Streit. Dort will die Firma ISO-Chemie ihr Areal beträchtlich erweitern und will dafür ein Stück von der Röntgenstraße haben. Diese müsste dann in einer großen Wendeplatte enden, wogegen sich die meisten der übrigen gewerblichen Anlieger massiv zur Wehr setzen.

In der Ausschusssitzung hätte ein Vertreter des Ingenieurbüros Brenner/Bernard die Ergebnisse eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Parksituation in der Röntgenstraße vorstellen sollen. Doch gleich zu Sitzungsbeginn verkündete OB Thilo Rentschler, es seien am Vormittag dazu neueste Informationen im Rathaus eingetroffen, die man nicht mehr so habe aufarbeiten können, dass man sie kommunalpolitisch diskutieren könne. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast gab sich damit nicht zufrieden. Er habe bereits am Vormittag mit dem Gutachter telefoniert und letztmals eine Stunde vor Sitzungsbeginn. Der sei immer noch bereit, seine Erkenntnisse vorzutragen. Einen Antrag Wagenblasts, den Gutachter spontan doch noch einzuladen, schmetterte der OB ab.

Zuvor hatte bereits Freie-Wähler-Fraktionschef Thomas Rühl Rentschlers Erklärung als eine Nullnummer bezeichnet. „So, wie das gelaufen ist, kann man das nicht nachvollziehen“, sagte Rühl.

Vorschlag Sondersitzung

Als der Tagesordnungspunkt dann an der Reihe gewesen wäre, schlug Rentschler eine Sondersitzung des Ausschusses vor, „um das ausführlich zu beraten“, wie er sagte. Die Begeisterung bei den Räten heilt sich dafür zwar in Grenzen, man könne Investoren wie Anliegern aber eine weitere Verschiebung nicht mehr zumuten, sagte Wagenblast. Und auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Senta D’Onofrio meinte, es sei wichtig, dass die ganze Sache noch vor der Kommunalwahl vom jetzigen Gemeinderat entschieden werde.

Am Ende folgte eine Mehrheit dem Antrag von Holger Fiedler (Die Linke/Pro Aalen), dann auch noch gleich die Beratung über Verbesserungen an der Einmündung der Röntgen- in die Robert-Bosch-Straße zu vertagen. Über die jetzt solo zu debattieren, mache keinen Sinn.

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