Publikum hat Spaß mit den Dresdener Medlz

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Überzeugten mit gefühlvollem A-cappella-Gesang: die Medlz aus Dresden.
Überzeugten mit gefühlvollem A-cappella-Gesang: die Medlz aus Dresden. (Foto: Thomas Siedler)
Gerhard Krehlik

Zum Abschluss der Kleinkunsttreff-Saison ist die A-cappella-Girlgroup Medlz (sprich: Mädels) aus Dresden am Mittwochabend in der Stadthalle aufgetreten. Das Interesse des Publikums war einmal mehr groß, die Halle nahezu ausverkauft.

Und die gut gelaunten Besucher hatten jede Menge Spaß mit den vier Sachsenmädels. Okay, Joyce kommt aus Dortmund, aber die anderen drei, Sabine, Nelly und Silvana, haben zusammen im Philharmonischen Kinderchor in Dresden gesungen und dabei ihre Liebe zum A-cappella-Gesang entdeckt. Seit 1999 sind sie zunächst als Quintett, später als Quartett erfolgreich und vielfach ausgezeichnet auf den Bühnen an Land und auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs.

Ihr 20-jähriges Jubiläum feiern sie – auch in der Stadthalle – mit ihrem Programm „Heimspiel – Medlz singen deutsch“, eine Hommage an die deutsche Sprache. Das Publikum in der Stadthalle darf „Möööp“ rufen, wenn den vier aparten Damen im kleinen Schwarzen ein Anglizismus über die Lippen kommt. Das ist zwar nicht gerade originell, bringt aber immer wieder Spaß. So ganz lupenrein a cappella wurden die Songs von den Prinzen, von Wir sind Helden, von Clueso den Fantastischen Vier und vielen anderen allerdings nicht gesungen. Den Verdacht, dass der Bass aus der Konserve kommt, konnte das Quartett allerdings ausräumen. Joyce, die mit der tiefsten Stimme, steuerte ihn – mit etwas elektronischer Unterstützung – bei.

Und auch für den Rhythmus kamen verschiedene Utensilien zum Einsatz. In den diversen Songs mit blumigen Texten, sowohl selbst geschrieben als auch gecovert, drehte es sich zumeist um Gefühle, Liebe, Träume, Sehnsüchte, aber auch um Enttäuschungen. Ein „Liebeslied an die Elbe“ steht dabei genauso auf dem Programm wie eine sehr spezielle Form von „Freude schöner Götterfunken“ oder der „Liebesbrief“ von den Fantastischen Vier.

Ihr musikalisches Handwerk, den Gesang, beherrschen die vier Damen mit professioneller Routine. Sowohl solistisch als auch als begleitender „Chor“ interpretierten sie in enggeführten Harmonien intonationssicher und emotional ambitioniert.

Zwischen den Songs, bei denen natürlich auch Titel von Udo Jürgens und Helene Fischer nicht fehlen dürfen, suchen die Mädels ausgiebig den Kontakt zum Publikum. Den finden sie mit ihrer lockeren und ungezwungenen Art auch ganz schnell, und so wird es sowohl für die Medlz als auch für die Zuhörer ein vergnüglicher und spaßiger Abend.

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