Jaaa! So jubelte Antonios Papadopoulos in Kaiserslautern vor den Aalener Fans.
Jaaa! So jubelte Antonios Papadopoulos in Kaiserslautern vor den Aalener Fans. (Foto: imago images)
Sportredakteur/DigitAalen

Antonios Papadopoulos hatte einen höflichen Abgang auf dem Betzenberg. „Vielen Dank“, sagte der 19-Jährige, nachdem er die Fragen von Journalisten beantwortete. Das ist nicht üblich im Profifußball.

In dem geht der Nachwuchsmann der VfR Aalen gerade seine ersten Schritte – und sie sind fest, wirken entschlossen und gar nicht so, als wenn dieser Auftritt in Kaiserslautern erst sein Achter in der 3. Liga in dieser Saison war, der neunte insgesamt. Randnotiz: Defensivkollege Thomas Geyer absolvierte gegen Kaiserslautern sein 300. Spiel in dieser Liga. Die gilt es für den VfR zu halten – der Sieg des Schlusslichtes auf dem „Betze“ ist ein Hoffnungsschimmer, mehr nicht. Für den Verein, aus dessen Jugend es Papadopoulos in den Profikader geschafft hat.

Und wie der junge Mann vor über 18 000 Zuschauern aufspielte, hätte man auch denken können: Er ist ein etablierter Spieler, wie sein Sechser-Nebenmann und Mittelfeldchef Royal-Dominique Fennell. Papadopoulos bekam wieder einmal seine Chance, zum fünften Mal in der Startelf.

Die Zeiten haben sich geändert. Unter Argirios Giannikis, dem Trainervorgänger von Rico Schmitt, spielte er kaum eine Rolle, eine Minute in Rostock: Das war es. Nachdem es das für Giannikis im Februar war, schlug allmählich die Stunde von „Papa“, so sein Spitzname. So nennen ihn die Fans, die viel Lob für ihn übrig haben. Bei Trainerwechseln gibt es oft Gewinner und Verlierer – nach seiner Entwicklung ist er ein Gewinner.

Er haut sich dazwischen

Der Mann, der ihn trainiert, lobte schon vor Wochen „Papas“ „unbändigen Willen“. Wenn Rico Schmitt, wie auf dem „Betze“, die „Entschlossenheit in der Defensivleistung“ seiner Mannschaft lobte, die zu dem unerwarteten Sieg führte, lässt sich das auch dem robusten, aber zudem technisch beschlagenen Mittelfeldmann zuschreiben.

Wie sein Nebenmann in der Mittelfeldzentrale haute Papadopoulos seine 188 Zentimeter dazwischen, avancierte zu einem der besten Aalener, dieses Spiel schien wie gemacht für ihn, gegen die immer wieder anstürmenden Lauterer.

Große Kulissen scheinen dem Deutsch-Griechen zu liegen, schon beim unerwarteten Sieg in Karlsruhe (3:0) war er einer der besten VfRler. Seine Leistung müssen andere bewerten, Trainer und Medien. Er muss liefern, er will liefern. Seine Spielweise passt zum Abstiegskampf, seine Entwicklung ist noch nicht am Ende, er kann freilich noch dazulernen. Und was sagt er?

Wir müssen gegen Lotte nachlegen, sonst hat das in Kaiserslautern nichts gebracht. Antonios Papadopoulos, VfR Aalen

„Ich habe ein gutes Gefühl gehabt, von Anfang an. Ich bin gut ins Spiel gekommen“, freute sich „Papa“. Und ging als Sieger. „Ich bin überglücklich über dieses Ergebnis“, frohlockte der Mittelfeldabräumer. Dieses 1:0 ist ein Ergebnis, das dem VfR Hoffnung gibt. Allerdings, das weiß auch ein Youngster wie Papadopoulos: „Wir müssen gegen Lotte nachlegen, sonst hat das in Kaiserslautern nichts gebracht.“

Aalen rechnet, muss in den verbleibenden sechs Spielen bei sechs Punkten Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz nicht nur auf sich schauen. Beim nächsten Heimspiel am Samstag gegen den Mitkonkurrenten Sportfreunde Lotte wird „Papa“ nicht in der Startelf stehen – in Lautern kassierte der Sechser seine fünfte gelbe Karte und ist gesperrt. Das Festhalten von Timmy Thiele in der 58. Minute war weniger höflich.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen