Palm baut neue Erdgasleitung

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Für das Vorhaben der Papierfabrik Palm mussten zwei Schrebergärten herhalten. Die Hecken wurden vor wenigen Tagen entfernt.
Für das Vorhaben der Papierfabrik Palm mussten zwei Schrebergärten herhalten. Die Hecken wurden vor wenigen Tagen entfernt. (Foto: vs)
Redakteurin/DigitAalen

Spaziergängern und Hundebesitzern, die regelmäßig im Heuchelbachtal unterwegs sind, fallen seit geraumer Zeit pinke Markierungen auf dem Weg mit den Worten „Baufeld“ und „Gas neu“ auf. Vor wenigen Tagen wurden zudem in zwei der am Weg gelegenen Schrebergärten die Hecken entfernt. Der Grund dafür ist der Bau einer Erdgasleitung für die neue Papierfabrik Palm, teilt das Unternehmen auf Nachfrage der „Aalener Nachrichten“ mit.

Unter Spaziergängern wird seit längerer Zeit gemunkelt, dass die Papierfabrik Palm angesichts ihres Neubaus eine neue Erdgasleitung verlegen muss. Spätestens seit den Arbeiten der Stadtwerke an der Osterbucher Steige, die im vergangenen Jahr begonnen haben, lag dieser Schluss nahe. Anfragen bei der städtischen Tochter wurden allerdings immer nur schwammig beantwortet. Das Wort Palm wollte angesichts der damals noch bestehenden Diskussionen um den Neubau der Papierfabrik und dem Widerstand der Bürgerinitiative (BI) keiner in den Mund nehmen.

Doch jetzt ist es offiziell: Das Aalener Familienunternehmen Palm bestätigte in einer Pressemitteilung, die sie nach einer Anfrage der „Aalener Nachrichten“ an die Medien herausgab, dass der Bau einer neuen Erdgasleitung zu den ersten vorbereitenden Arbeiten für den Bau der neuen Papierfabrik an ihrem Stammsitz in Neukochen gehört. Da die bisherige Erdgasleitung im Kochertal für den zukünftigen Energiebedarf zu klein geworden sei, könne sie als Zuleitung zum neuen Kraftwerk nicht mehr genutzt werden. Palm baue daher eine komplett neue Zuleitung für Erdgas auf eigene Kosten. Die Erstellung erfolge in enger technischer Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Aalen.

Einschränkungen für Spaziergänger

Im Heuchelbachtal, westlich des Zochentals, entsteht direkt an der Hauptzuleitung nach Aalen eine neue Umspann- und Verteilstation. Von dort aus zweigt die neue Palm-Leitung ab und führt direkt bis zum Betriebsgelände der Papierfabrik in Neukochen. Die Besitzer oder Pächter der beiden Schrebergärten im Heuchelbachtal, die von der Baumaßnahme betroffen sind, wurden eigenen Aussagen zufolge dafür entschädigt.

Die Erdgasleitung entsteht laut Palm weitgehend auf öffentlichen Straßen und Wegen. Dadurch, dass die Leitungen neu verlegt werden müssen, könnten partiell Fußgänger behindert werden. „Die Erdgasleitung führt ausschließlich auf einem offenen Gelände. Die Wohngebiete im Zochental und in der Triumphstadt werden komplett umfahren“, teilt das Unternehmen mit. Fertiggestellt werden soll die Maßnahme bis September.

Die Erdgasleitung ist ein Teil der 500-Millionen-Euro-Investition des Aalener Familienunternehmens Palm. Das Herzstück des Investitionsvorhabens bildet die neue Papiermaschine 5 (PM 5) zur Herstellung von Wellpappenrohpapieren. Ein Teil der Investition fließt in ein neues Kraftwerk, das laut Palm nach dem energieeffizienten Prinzip der Kraft-Wärme-Koppelung arbeiten wird. Mit einer modernen Gasturbine werde künftig ein Energienutzungsgrad von 90 Prozent bewirkt. Damit würden Dampf und Strom produziert. Beides werde zum Betreiben der Papierfabrik benötigt.

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