OstalbMobil GmbH: Alle unter einem Dach

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Unterzeichnung des neuen OstalbMobil-Kooperationsvertrags: von links Albert Abt (StadtBus Gmünd), Ulrich Rau (OVA Aalen), Paul-G
Unterzeichnung des neuen OstalbMobil-Kooperationsvertrags: von links Albert Abt (StadtBus Gmünd), Ulrich Rau (OVA Aalen), Paul-G (Foto: Eckard Scheiderer)
Schwäbische Zeitung

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen dem Ostalbkreis und der am 9. Juli gegründeten OstalbMobil GmbH ist am Donnerstag im Aalener Landratsamt ein neues Kapitel im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis aufgeschlagen worden. Die OstalbMobil GmbH vereint ab jetzt in allen Tarif- und Angebotsfragen alle 20 Busunternehmen im Ostalbkreis sowie die DB Regio AG unter einem Dach. Bus- und Bahnfahren im Ostalbkreis sollen damit noch einfacher und attraktiver werden.

Die Anfänge von OstalbMobil reichen weit zurück: Seit 2002 war an einer Fahrpreiskooperation des Kreises mit den Verkehrsunternehmen gearbeitet worden. 2005 wurden die Verträge unterzeichnet, am 9. Dezember 2007 ging die Kooperation OstalbMobil an den Start. Mit der Gründung der OstalbMobil GmbH werden nun die bislang vom Geschäftsbereich Nahverkehr des Kreises übernommenen Aufgaben in eine eigene Verbundgesellschaft übertragen. Der jetzt unterzeichnete Kooperationsvertrag des Ostalbkreises mit der Gesellschaft regelt die wesentlichen Elemente der Zusammenarbeit wie etwa bei der Tariffindung und auch die maximale Höhe der jährlichen Beteiligung des Landkreises an den Geschäftskosten mit bis zu 160 000 und an den Kosten für Marketing und Fahrgastinformation mit bis zu 50000 Euro. Die neue Gesellschaft ist zugleich Ansprechpartner für das Land, wenn es darum geht, dessen jährlichenVerbundmittel von rund 1,3 Millionen Euro für den ÖPNV im Kreis zu sichern. Ziel der OstalbMobil-Gesellschafter und des Ostalbkreises ist ein überschaubares und klar strukturiertes Fahrpreisangebot.

100 Ortschaften zu bedienen

Landrat Klaus Pavel sprach von einem „Moment, auf den wir seit Jahren hinarbeiten“. Im Sinne der weiteren Verbesserung des schon bislang von den jährlich rund 20 Millionen Fahrgästen als gut bewerteten ÖPNV-Angebots im Ostalbkreis. Der als drittgrößter Flächenkreis im Land mit über 100 anzufahrenden Ortschaften (die Wohnplätze gar nicht mitgerechnet) eine echte Herausforderung für ein attraktives ÖPNV-Angebot sei. Derzeit subventioniert der Ostalbkreis den ÖPNV inklusive der Schülerbeförderung mit jährlich rund 8,5 Millionen Euro.

Paul-Gerhard Maier, bislang Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr im Landratsamt und zukünftig Geschäftsführer der OstalbMobil GmbH, verwies auf jährlich gefahrene 11,6 Millionen Bus- und 1,6 Millionen Bahnkilometer. Zahlen, mit denen sich der Kreis auch im landesweiten Vergleich nicht verstecken müsse. Dabei würden jährlich Erlöse von 37 bis 38 Millionen Euro erzielt.

Christin Hertel von RegioBus Stuttgart als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung sagte, das jetzt auf eine völlig neue Basis gestellte Miteinander aller ÖPNV-Unternehmen im Kreis habe in allererster Linie den Fahrgast im Blick. Sein Stellvertreter Ulrich Rau (OVA Aalen) meinte, dies werde nicht der letzte Schritt sein. Man könne jetzt aber noch besser auf neue Herausforderungen, etwa bei der Schülerbeförderung, reagieren.

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