Ostalbkreis schneidet deutschlandweit gut ab

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Auf der Ostalb lässt sich’s gut leben.
Auf der Ostalb lässt sich’s gut leben. (Foto: Michael Schultz)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Für ZDFzeit ist die Prognos AG der Frage nachgegangen, wo es sich in Deutschland am besten lebt. Dazu haben die Regionalwissenschaftler der Prognos AG eine Studie angefertigt, deren Ziel es ist, die Lebensumstände in Deutschland möglichst umfassend zu messen – und zwar so, dass alle 401 Kreise und Stadtkreise direkt miteinander vergleichbar sind. Dies gelingt, wie es in einer Mitteilung heißt, über die wissenschaftliche Auswertung statistischer Daten, die für alle 401 Regionen einzeln verfügbar sein müssen.

Auf der Ostalb lässt sich’s gut leben; im Ostalbkreis im Großen und Ganzen noch etwas besser als im Landkreis Heidenheim. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) unter der Überschrift „Wo lebt es sich am besten?“ in Auftrag gegeben hat. Unter den 401 Landkreisen in der Bundesrepublik kam der Ostalbkreis auf Rang 128, der Kreis Heidenheim auf Platz 233. Untersucht und bewertet wurden dabei die Bereiche Arbeit & Wohnen, Freizeit & Natur, Gesundheit & Sicherheit.

Vor allem der Ostalbkreis schneidet deutschlandweit beachtlich, weil überdurchschnittlich gut ab. Er hängt aber auch innerhalb des Regierungsbezirks Stuttgart fast alle Landkreise ab. So landete der Landkreis Heilbronn auf Platz 136, der Rems-Murr-Kreis auf Rang 171, der Landkreis Schwäbisch Hall auf 196, der Hohenlohekreis auf 173, Göppingen auf 195, Esslingen auf 134 und Böblingen auf 143. Besser im Ranking sind der Main-Tauber-Kreis (Platz 65), die Stadt Heilbronn (75) und der Kreis Ludwigsburg (76). Blick über die Landesgrenze: Der Landkreis Donau-Ries kommt auf Platz 115, liegt also knapp vor dem Ostalbkreis.

Interessant auch der Blick auf verschiedene Unterbereiche. So liegt der Ostalbkreis bei Arbeit & Wohnen auf Platz 112, der Kreis Heidenheim auf 146. Bei der Arbeitslosenquote kommt der Ostalbkreis deutschlandweit auf Platz 69, Heidenheim auf 163. Bei der Kaufkraft reicht es für Platz 111 (121), bei den Schulden der öffentlichen Haushalte für 128 (159) und bei den privaten Schuldnern für 78 bzw. 140.

Frauenanteil in Kreistagen ist zu gering

Kein Ruhmesblatt für die Ostalb und vor allem für den Kreis Heidenheim ist der Frauenanteil in den Kreistagen und in den Gemeinderäten. Schneidet der Ostalbkreis mit dem bundesweiten Platz 352 schon miserabel ab, so trägt Heidenheim mit Platz 401 sogar die rote Laterne. Auch mit der Wahlbeteiligung ist es auf der Ostalb teilweise nicht weit her. Lag der Ostalbkreis bei der jüngsten Bundestagswahl noch auf Rang 142 (Heidenheim 216) und damit im Mittelfeld, so ging die Tendenz bei der Kommunalwahl deutlich in die zweite Hälfte: Rang 274 für den Ostalbkreis und 349 für den Kreis Heidenheim.

Dabei sind die Menschen im Ostalbkreis offensichtlich deutlich belesener als die im Kreis Heidenheim, zumindest, wenn man die Bibliotheken zugrunde legt: Platz 90 für den Ostalbkreis bei den aktiven Nutzern (Heidenheim 241) und Rang 75 bei den Entleihungen (Heidenheim 228). Bei der Bevölkerungsdynamik, also bei der Veränderung der Bevölkerungszahl in den Jahren zwischen 2010 und 2015, ist der Ostalbkreis mit Platz 202 ziemlich genau Mittelmaß, Heidenheim kommt auf Rang 252.

Mit Rang 270 bzw. 349 liegen die beiden Landkreise in den Bereichen Freizeit und Natur weit unter dem bundesweiten Durchschnitt. Bei den Waldflächen ist's mit dem Rängen 106 und 78 noch überdurchschnittlich, ebenso bei der Bar- und Restaurant-Dichte (Plätze 160 bzw. 150). Bei den Sonnenstunden pro Jahr ist der Ostalbkreis mit Rang 197 noch Durchschnitt und der Landkreis Heidenheim (Platz 257) leicht unterdurchschnittlich.

Noch nicht gut bestellt ist es um die Ganztagsbetreuung im Kindergartenalter (Ostalbkreis Rang 381, Heidenheim 340) und der Kleinkinder (Ostalbkreis 350, Heidenheim 313).

Um Gesundheit und Sicherheit steht es gut auf der Ostalb: Platz 58 für den Ostalbkreis und Platz 118 für den Landkreis Heidenheim. Die Lebenserwartung der Frauen ist ausweislich des Rangs 55 (Heidenheim 83) ein bisschen höher als die der Männer, die auf Platz 66 (Heidenheim 108) kommen. Bei der Kinderarmut reicht es für Rang 89 bzw. 186 von 401, bei der Altersarmut für Platz 125 bzw. 185. Bei der Arztdichte, also bei der Frage, auf wie viele Einwohner ein Arzt kommt, kommt der Ostalbkreis auf Platz 241, Heidenheim auf 198. Allerdings: Einige Ostälbler sind deutlich übergewichtig. Darauf deutet jedenfalls der Platz 276 hin, auf dem beide Landkreise landen.

Um die Sicherheit der Menschen ist es im Ostalbkreis offenbar gut bestellt: Bei der Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr liegt er bundesweit auf Platz 51 (Heidenheim: 181), bei Gewaltverbrechen auf 128 (132) und bei Wohnungseinbrüchen auf 111 (125). Während Feinstaub kein großes Thema ist (76 im Ostalbkreis, 74 im Kreis Heidenheim), sind es Ozonbelastung (Ostalbkreis 382, Heidenheim 335) und Stickstoffdioxid (267 bzw. 245) sehr wohl. Im ersten Viertel des Rankings liegen die beiden Landkreise dafür beim Verhältnis von Abfällen pro Haushalt zu Konsumausgaben (Platz 69 bzw. 68).

Insgesamt also ein Ergebnis, mit dem sich die Ostalb nicht zu verstecken braucht, wenn es auch in einigen Bereichen noch „Luft nach oben“ gibt. Diese Feststellung trifft aber auch bei Landkreisen auf Spitzenplätzen zu. So liegt etwa der Bodenseekreis bundesweit auf Platz 15, bei der Altersarmut jedoch auf Platz 205, bei der Zahl der Toten und Verletzten auf Rang 286 und beim Frauenanteil in seinen Parlamenten auf 389, also noch hinter dem Ostalbkreis. Und der Landkreis Ravensburg landet trotz Rang 25 beim Thema Arbeit und Wohnen auf Rang 141 - hinter dem Ostalbkreis und knapp vor Heidenheim.

Für ZDFzeit ist die Prognos AG der Frage nachgegangen, wo es sich in Deutschland am besten lebt. Dazu haben die Regionalwissenschaftler der Prognos AG eine Studie angefertigt, deren Ziel es ist, die Lebensumstände in Deutschland möglichst umfassend zu messen – und zwar so, dass alle 401 Kreise und Stadtkreise direkt miteinander vergleichbar sind. Dies gelingt, wie es in einer Mitteilung heißt, über die wissenschaftliche Auswertung statistischer Daten, die für alle 401 Regionen einzeln verfügbar sein müssen.

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