Ostalb bleibt am Montag von Unwettern verschont - Nächste Gewitter sind bereits unterwegs

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Eine Gewitter-Superzelle zieht über Gerlingen und Stuttgart-Weilimdorf Richtung Feuerbach und die Innenstadt von Stuttgart. Auch über dem Rems-Murr-Kreis hat sich ein heftiges Unwetter entladen. (Foto: Andreas Rosar/dpa)
Aalener Nachrichten
Redakteur / Regio-Onliner Ostalb

Mehrere Gewitterzellen haben am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag unter anderem im Raum Stuttgart, auf der Zollernalb, im Nordschwarzwald und im Rems-Murr-Kreis für Aufregung gesorgt. Wie das Polizeipräsidium Aalen in einer Meldung berichtet, sind beim Führungs- und Lagezentrum bis 22.30 Uhr 125 Notrufe eingegangen.

Bei der Rettungsleitstelle im Rems-Murr-Kreis (also unter der Rufnummer 112, Anm. d. Red.) hingegen 250. Betroffen waren hauptsächlich Fellbach, Waiblingen, Backnang, Winnenden und Murrhardt. Im Ostalbkreis hingegen sei die Polizei nur zu zwei Einsätzen gerufen worden, so David Ebert, Präsidiumssprecher, auf Nachfrage.

„Ein Kran hat sich stark bewegt. Das ist aber gut so, der richtet sich nach dem Wind aus.“ Zudem sei in Essingen ein Dixie-Klo umgeworfen worden – ebenfalls vom Wind. Ansonsten sei zumindest bei der Polizei nichts weiter aufgeschlagen. Vereinzelt seien Mitteilungen eingegangen, dass Bäume umgestürzt oder Fahrzeuge beschädigt seien. Das gelte auch für den Landkreis Schwäbisch Hall, so die Polizei.

Massiver Starkregen im Rems-Murr-Kreis

Das bestätigt auch Meteorologe Andy Neumaier am Dienstag auf Nachfrage. Im Ostalbkreis ist es ruhig geblieben, das Unwetter bewegte sich als ein „weit westlich“ gelegener Streifen von Stuttgart in Richtung Würzburg, so der Wetterexperte.

„Das hat man auf dem Radar gut gesehen. Die Gewitterzelle lag deutlich über dem Rems-Murr-Kreis“, so Präsidiumssprecher Ebert weiter. Die Unwetterfront mit massivem Starkregen sei gegen 20 Uhr schwerpunktmäßig über den Kreis hinweggezogen. Bereits nach kürzester Zeit wurden zahlreiche vollgelaufene Keller, Unterführungen und umgestürzte Bäume gemeldet.

Umherfliegende Gegenstände beschädigten Fahrzeuge. In Backnang Fall wurde ein Mann in einer Kellerwohnung durch die Wassermassen eingeschlossen. Die Feuerwehr konnte den Mann unversehrt retten. Nach 22.30 Uhr seien die Meldungen, die bei der Polizei eingegangen sind, „stark abgeflacht“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Eine Radfahrerin wurde in der Etzwiesenstraße in Backnang von einem herabfallenden Ast getroffen und leicht verletzt. Einige Bundes- und Landstraßen wurden durch umgefallene Bäume blockiert. Die Einsatzschwerpunkte lagen auch hier in Fellbach, Waiblingen und Backnang.

Auch der bayerische Nachbarlandkreis Donau-Ries blieb von schweren Unwettern verschont. Erst Anfang Juni entlud sich über etliche Stunden eine Gewitterzelle, über Nördlingen, die sich aufgrund fehlender Höhenwinde nicht bewegte. Auch hier wurden etliche Keller geflutet, die Wassermassen drückten zum Teil Garagen und Zäune ein.

Aussichten für Dienstag und Mittwoch

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erneut für Dienstag eine Vorabinformation für die Region im und rund um den Ostalbkreis herausgegeben. Demnach sind schwere Gewitter möglich. Von Mannheim über Stuttgart bis zum Bodensee besteht bereits eine amtliche Unwetterwarnung vor schweren Gewittern. In der Region könnte es laut Meteorologe Andy Neumaier ab dem Nachmittag ungemütlich werden. Es seien Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel möglich. „Das wird wahrscheinlich viele zum Fußballspiel Deutschland gegen England nerven.“

Der DWD hat um 15.17 Uhr die Infokarte auf der Webseite aktualisiert. Nun gilt auch für den Ostalbkreis, den Kreis Heidenheim, Rems-Murr, Göppingen sowie Schwäbisch Hall zu großen Teilen eine amtliche Unwetterwarnung. Der Donau-Ries-Kreis ist noch nicht davon betroffen. Hier gilt noch die Vorabinformation. 

Nun gilt auch für weite Teile des Ostalbkreises eine amtliche Unwetterwarnung. Der Donau-Ries-Kreis ist aktuell noch nicht betroffen. Stand: 15.17 Uhr. (Foto: Screenshot DWD)

Wenn die Gewitterlinie am Dienstag durchgezogen ist, sei dann aber zunächst „die Luft raus“, sagt der Wetterexperte. Für Sonnenanbeter und Freibadgänger hat er jedoch weniger gute Nachrichten. Denn die kommenden zwei bis drei Tage werden kühler: 17 bis 21 Grad Celsius, regnerisch, durchwachsen. Aber: „Die Schwüle ist raus. Es wird einfach eine kühlere Sommerphase von knapp drei Tagen. Das ist alles“, so Neumaier abschließend.

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