Ortschaftsräte lehnen Seilbahn als Schnapsidee ab

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 Ortschaftsräte lehnen Seilbahn als Schnapsidee ab.
Ortschaftsräte lehnen Seilbahn als Schnapsidee ab. (Foto: Matthias Bein)
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Als ein überaus engagierter Befürworter einer urbanen Seilbahn von Ebnat über Unterkochen nach Oberkochen hat sich Alexander Asbrock (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Unterkochen erwiesen. Er warf alle möglichen Argumente für ein solches Konzept in die Waagschale, musste am Ende aber doch die Segel streichen: Mit zehn zu vier Stimmen hat das Gremium mit klarer Mehrheit beschlossen, keine Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn in Auftrag zu geben.

Asbrock sprach von einem täglichen Trauerspiel auf der Ebnater Steige. Durch die geplanten Gewerbegebiete in Ebnat und Oberkochen werde der Verkehr noch weiter zunehmen. Er prognostizierte für 2030 ein Aufkommen von täglich 18 000 Fahrzeugen auf dieser Strecke. Eine Seilbahn könne hier zu einer wesentlichen Entlastung führen, zumal er den geplanten Ausbau der Ebnater Steige strikt ablehne.

Seiner Meinung nach handele es sich bei einer Seilbahn um einen minimalinvasiven Eingriff in die Landschaft und um ein innovatives Konzept, unterstrich Asbrock. Dass die vom Oberbürgermeister geschliffenen städtischen Fachämter eine ablehnende Stellungnahme abgegeben hätten, sei nicht weiter verwunderlich. Der Ortschaftsrat müsse jetzt Mut beweisen und ein politisches Signal setzen, zumal sich die Kosten für eine Machbarkeitsstudie auf lediglich 6600 Euro belaufen würden.

„Hier wird wieder eine weitere Sau durchs Dorf getrieben“, lautete der Kommentar von Anton Funk (CDU). Das Tiefbauamt der Stadt Aalen habe eine fundierte Analyse durchgeführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Seilbahn nicht sinnvoll sei. Vielmehr gelte es den Öffentlichen Personennahverkehr stärker zu fördern und die Pulverturmtrasse zu realisieren. Eine Seilbahn nannte Funk eine „Schnapsidee“.

Noch deutlicher wurde sein Fraktionskollege Ulrich Starz. Das Ganze sei wohl das Ergebnis einer „rauschenden Ballnacht“ und gehöre in die Prunksitzung der Narrenzunft.

Florian Stütz (Freie Wähler) wollte die Sache „nicht ganz so verteufeln“, doch man habe in Unterkochen ganz andere Sorgen als so ein Konzept. „Der ganze Landkreis schaut nach Unterkochen und schüttelt den Kopf“, sagte Stütz.

Auch Martina Lechner (SPD) konnte einer Seilbahn nichts Positives abgewinnen. In eine Machbarkeitsstudie solle man keinen Cent stecken.

Bei der Abstimmung votierten neben den drei Grünen-Ortschaftsräten Alexander Asbrock, Claudia Maas und Frank Sieber noch Gisela Weiland (CDU) dafür, das Seilbahn-Konzept weiter zu verfolgen. Die anderen zehn Gremiumsmitglieder waren dagegen.

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