Max Olex bei der ersten Etappe in Toblach.
Max Olex bei der ersten Etappe in Toblach. (Foto: Imago)
Sportredakteur/DigitAalen

Für Max Olex hat das Jahr ziemlich gut begonnen. Aber auch mit einem Ärgernis. Bei den beiden Skatingsprints der Tour de Ski, bei der Olex überraschend starten durfte, scheiterte er zweimal denkbar knapp am Einzug in die Finalläufe. Die Enttäuschung liegt bei ihm, weil es so knapp war. Drei von sieben Etappen absolvierte der 29-jährigen Skilangläufer, bei all seinen Starts in dieser Saison im Weltcupsprint bei der Tour und in Davos war er bester Deutscher. Der Trainerstab ist sehr zufrieden mit seiner Leistung, freut sich über die Entwicklung und glaubt wie er, dass bald die Top 30 fällig ist. Das neue Jahr hat auch mit einem neuen Ziel begonnen. Und Olex, derzeit wieder in seiner Wahlheimat Partenkirchen, klingt am Telefon entschlossen. Im Interview mit Sportredakteur Benjamin Post spricht der Sprintexperte über sein Training, die Tour und nächste wichtige Termine.

Knapp daneben ist auch vorbei. Drei Starts, zwei Sprints und zwei Mal den Finallauf, die Top 30, verpasst. Aber immerhin waren Sie zwei Mal bester deutscher Starter. Wie bewerten Sie ihre Tour?

Beim Auftakt, ein Skatingsprint über 1,4 Kilometer, in Toblach war ich 42. und habe den Finallauf mit 0,86 Sekunden verpasst. Bei der zweiten Tour-Etappe über 15 Kilometer war ich dann 85., das hört sich fatal an, aber da starten eben auch die besten Distanzläufer der Welt. An Neujahr in Val Mustair fehlten mir dann im Skatingsprint auf einer knallharten und technisch anspruchsvollen Strecke nur noch 0,18 Sekunden um in die Weltcuppunkte, also die Top 30 zu laufen! Das war bitter, aber es ist eben auch eine sehr positive Entwicklung zu erkennen. Vor einem Jahr war ich noch mehrere Sekunden von den Top 30 entfernt, vor einigen Wochen beim Weltcup in Davos nur noch 1,3 Sekunden und jetzt ist es nur noch ein Wimpernschlag.

Als Sprinter haben Sie einen guten Stand im deutschen Team, Bundestrainer Peter Schlickenrieder beobachtet ihre Entwicklung ganz genau.

Im Skilanglaufsprint durchleben wir in Deutschland gerade eine Dürreperiode. Ich habe mich vor drei Jahren entschieden, meinen Fokus auf diese Rennen zu legen, mein Training danach auszurichten und seitdem kontinuierlich, Jahr für Jahr, Rennen für Rennen Fortschritte gemacht. Ich wachse immer mehr in meine Rolle und mittlerweile auch die Nationalmannschaft hinein. Insgesamt habe ich jetzt vier Weltcup-Sprints und ein Weltcup-Distanzrennen bestritten und bin bereit den nächsten Schritt zu machen.

Beschreiben Sie einmal ein Sprintrennen aus ihrer Sicht.

Man muss Vollgas geben, geht ans Limit über meist rund 1500 Meter Länge. Skilanglauf ist eine sehr komplexe Sportart, technisch, taktisch und natürlich konditionell, die Strecken sind immer unterschiedlich, die Schneeverhältnisse auch. Man kann zum Beispiel in den Kurven oder Anstiegen immer noch etwas verbessern, sich eine Strecke besser einteilen - der Kopf spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bei mir gibt es noch Potenzial und die Trainer erkennen das auch. Und es ist ein gutes Zeichen, wenn man im Zielbereich minutenlang liegen bleibt und sich nicht mehr bewegen kann - dann weiß man, man hat alles gegeben (schmunzelt).

Sie waren zwar ein Spätstarter, haben erst mit 13 Jahren angefangen, aber jetzt spielt das Alter vielleicht für Sie: In Ausdauersportarten wird man da ja oft im Alter besser.

Das Alter ist in meinem Fall nicht das Hauptkriterium - so viele „Leistungssportjahre“ habe ich ja auch noch gar nicht auf dem Buckel. Im Gegenteil, die Vollprofis trainieren im Sommer und Herbst oft über 25 Stunden in der Woche und das seit vielen Jahren. Ich arbeite jedoch noch fünf Monate im Jahr Vollzeit und kann mich erst im Herbst voll auf das Training konzentrieren. Ich bin kein Kaderathlet des deutschen Skiverbands, erfahre aber seit diesem Jahr, wenn auch nicht finanziell, eine gute Förderung, darf an Trainingslagern teilnehmen, habe bei Weltcuprennen eine perfekte Betreuung. Das beflügelt mich.

Vielleicht bis zur Nordischen Ski Weltmeisterschaften, die vom 19. Februar bis 3. März in Seefeld/Tirol steigen?

Nachdem ich die Top 30 in Val Mustair als 32. knapp verpasst habe, geht es nun am 12. Januar in mein sechstes Weltcuprennen. Beim City-Sprint in Dresden habe ich die große Chance mich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Aber schon die Nominierung für die Tour de Ski war ein Riesen-Erfolg. Damit habe ich nicht gerechnet.

Aber erst einmal heißt es durchatmen.

Ja, ich habe seit dem Rennen in Val Mustair ein paar ruhigere Trainingstage zur Regeneration eingelegt. Danach gibt es nochmals einen intensiven Trainingsblock mit zwei, drei harten Einheiten und dann greife ich in Dresden an.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen