Ohne Beton ins Bonusspiel

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Vom Spiel des Jahres möchte beim Fußball-Verbandsligisten TSV Essingen zwar keiner sprechen, doch wenn es am Mittwoch (15 Uhr) im Verbandspokal-Achtelfinale im Schönbrunnenstadion gegen den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach geht, dann ist es zumindest kein Spiel wie jedes andere. Mit den zuletzt vier erspielten Punkten in der Liga ist auch das Selbstbewusstsein der Mannschaft von Erdal Kalin wieder etwas gestiegen.

Die Aspacher sind die Unentschieden-Maschine der 3. Liga. In zehn Partien teilte die Mannschaft von Sascha Hildmann glatte sieben Mal die Punkte mit dem Gegner. So auch am vergangenen Spieltag gegen die SpVgg Unterhaching, als man sich 1:1 trennte. Gegen ein Unentschieden nach 90 Minuten hätte in Essingen sicherlich im Vorfeld auch niemand etwas einzuwenden. Der Dorfklub, wie sich die SGSG selbst nennt, rangiert damit auf dem 17. Rang, einem Abstiegsplatz.

„Es geht gegen eine Profimannschaft, darauf freuen wir uns alle natürlich riesig. Für ganz Essingen ist das ein tolles Los. Der Fokus liegt bei Großaspach sicherlich auf die Liga, vermutlich wird rotiert. Dennoch wird da genügend Qualität auf uns zukommen“, sagt Erdal Kalin. Nach wie vor haben die Essinger massive Abwehrprobleme. Neben der Verletzung von Simon Köpf (Karriereende) hat sich nun auch José Gurrionero einen Bänderriss in der Schulter zugezogen und fällt auch gegen den Dorfklub aus. Ebenfalls nicht mit dabei sein wird Stürmer Serdal Kocak, der beruflich in Hamburg weilt. Beim jüngsten 2:1-Erfolg in Breuningsweiler haben Julian Biebl und Christian Essig das Innenverteidiger-Duo gebildet. Bei Mittelfeldspieler Essig ist dies fast schon zur standesgemäßen Position geworden, für Biebl war es die Saisonpremiere, die gelungen verlaufen ist.

Essig und Biebl bleiben Innenverteidiger

„Julian hat sich voll reingehauen, hat ordentlich gespielt. Wir haben derzeit kaum gelernte Innenverteidiger, so werden wir denjenigen, die in die Bresche springen, auch Fehler einräumen und sie nicht unnötig kritisieren. Es geht derzeit einfach nicht anders“, sagt Kalin. Die beiden werden wohl auch gegen Großaspach wieder spielen. Man wolle, so Kalin, sich nicht nur hinten reinstellen. „Wir werden nicht mauern, sondern das Spiel genießen und Spaß haben. Dadurch, dass der Gegner Fußball spielt, haben wir vielleicht auch mehr Räume. Wir möchten grundsätzlich auch in dieser Partie unserer Linie treu bleiben“, sagt Kalin mit Blick auf die Partie gegen den Favoriten – sprich: Situationen spielerisch lösen.

Etwas verhaltener sieht es Patrick Schiehlen, Sportlicher Leiter des TSV. „Wir müssen möglichst lange die Null halten. Es ist doch immer so im Pokal: je länger die Null steht, desto mehr spielt es dem unterklassigen Team in die Karten“, sagt Schiehlen, der mit 500 bis 600 Zuschauern im Schönbrunnenstadion rechnet. Das Fanaufkommen des Drittligisten ist gemeinhin nicht das größte. Schiehlen: „Es wäre schön, wenn es nicht regnet, damit der eine oder andere aus der Umgebung auch Lust hat, bei dieser Partie dabei zu sein.“

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