Die Sportfreunde um Felix Gruber (Mitte) hatten mit Gmünd mit Dominik Pfeifer ihre Mühe.
Die Sportfreunde um Felix Gruber (Mitte) hatten mit Gmünd mit Dominik Pfeifer ihre Mühe. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur/DigitAalen

Irgendwann, so in der Schlussphase, den noch verbleibenden 20 Minuten des Spiels, dachte man im Stadion: Spätestens jetzt muss doch mal was passieren. Doch es passierte nichts, zumindest nichts erfolgreiches für die Sportfreunde Dorfmerkingen. Vielmehr legte der Gast, 1. FC Normannia Gmünd, noch einmal nach und machte mit dem 3:0 den berühmten Deckel auf diese Partie. Die Sportfreunde verloren als Tabellenführer das Top-Spiel der Fußball-Verbandsliga verdient mit 0:3 (0:1) - ausgerechnet im Ostalb-Derby gegen den Rangdritten, ausgerechnet bei top Wetter und top Kulisse.

Dementsprechend, auch wenn die Dorfmerkinger weiter als Erster in die noch zu leistenden neun Spiele gehen, war auch Trainer Helmut Dietterle (66) bedient. „Uns tut es weh“, gab der Trainerfuchs ein Einblick in die Gefühlswelt der Mannschaft. Die kam Personal geschwächt und trotzdem mit Ex-Profis gespickt, daher, die Normannen ziemlich selbstbewusst und der Älteste auf dem Platz schien seinen Kollegen dieses Selbstbewusstsein eingeimpft zu haben. Angeführt vom Spieler des Spiels, der ehemalige Professionelle Andreas „Bobo“ Mayer (37), legten die Gmünder, als Dritter angereist, einen starken Auftritt hin.

„Meine Mannschaft hat verdient gewonnen. Wir haben ein sehr couragiertes und fokussierte Spiel geliefert. Vor dem Spiel war ich gespannt, denn Dorfmerkingen ist eine erfahrene Mannschaft. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, erklärte Normannia-Coach Holger Traub. Und angesprochen auf Mayer sagte er: „Wir wissen um seine Stärken.“

Zum Beispiel schwer vom Ball trennen zu sein und ordentlich Torgefahr auszustrahlen, wie beim 0:1. „Jeder im Stadion wusste, was passiert und zwei Spieler schauen zu“, ärgerte sich Dietterle. An der Strafraumgrenze dribbelte der Routinier entlang und schoss ein. Schon eine halbe Stunde knappe halbe Stunde vorher, mit der ersten Chance, sorgte Mayer für Aufsehen, er knallte den Ball gegen den Pfosten.

Sportfreunde fangen gut an

Dabei fingen die Sportfreunde gut an, danach entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein Spiel, in dem keiner die Überhand gewann, Gmünd aber eben traf. „Nach den ersten zehn Minuten haben wir den Respekt abgelegt. Wir haben mehr und mehr an uns geglaubt“, befand Traub nachher. Dietterle registrierte „keine klaren Chancen“ für seine Auswahl und behielt damit recht.

In Durchgang zwei lief es für die Dorfmerkinger schlechter, hinten weiter fehlerbehaftet, vorne zu harmlos - sie gerieten weiter in Rückstand. Mayer steckte auf Felix Bauer durch, Fabian Janik patzte, Tor. „Wir schenken dem Gast das 2:0“, stellte Dietterle enttäuschte fest. Zwar hatte seine Mannschaft auch Möglichkeiten, doch die letzte Überzeugung fehlte. Symptomatisch: Tim Brenner knallte den Ball mit freier Schussbahn in aussichtreicher Position übers Tor, zehn Minuten vor dem Ende. Da stand es schon 0:3, dieser Fehlschuss bedeutete das klägliche Zeichen der Schlussoffensive. Bei der Normannia klappte viel, etwa auch das Zusammenspiel mit Bauer und Marvin Gnaase, der einschoss. Die hätte durchaus noch erhöhen können, verschaffte sich aber auch mit dem 3:0 eine gute Ausgangsposition für die nächsten Wochen. Dorfmerkingen steht oben, doch Teams wie Gmünd warten nur darauf, sie patzen. Da kann noch viel passieren, beim Kampf um den Oberliga-Aufstieg.

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