Oberkochener Jazz Lights gehen zu Ende

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 Mit einem beeindruckenden Auftritt haben The singing Gospel Sista’s die Oberkochener Jazz Lights 2019 in der Versöhnungskirche
Mit einem beeindruckenden Auftritt haben The singing Gospel Sista’s die Oberkochener Jazz Lights 2019 in der Versöhnungskirche beendet. (Foto: Peter Schlipf)
Gerhard Krehlik

Mit einem temperamentvollen Gospelkonzert in der voll besetzten evangelischen Versöhnungskirche sind die Oberkochener Jazz Lights 2019 am Sonntagabend zu Ende gegangen. Pfarrer Ulrich Marstaller wünschte den zahlreichen Besuchern, dass sie aus der Gospelmusik Hoffnung schöpfen und Kraft tanken mögen, so wie es die Sklaven auf den Baumwollfeldern Amerikas getan hätten, als diese Musik dort im 17. Jahrhundert entstanden ist.

Er verstehe den Abend eher als einen Gottesdienst als ein Konzert, so Marstaller, deshalb sei der Eintritt auch frei. Spenden seien allerdings willkommen, schließlich müssten von den zwei Millionen Sanierungskosten für die Versöhnungskirche noch rund 250 000 Euro getilgt werden.

Wie im tiefsten Alabama

The singing Gospel Sista’s hatten die Besucher gleich mit ihrem ersten Song „Down by the Riverside“ auf ihrer Seite. Die drei stimmgewaltigen Sängerinnen Joan Faulkner, Joanne Bell und Dynelle Rhodes in ihren farbenprächtigen Roben nahmen die Besucher mit aus dem doch eher nüchternen Ambiente der Versöhnungskirche auf eine musikalische Reise in den amerikanischen Süden, in eine – zum Glück – vergangene Zeit. Eine Zeit, die, aus menschlichem Leid wohlgemerkt, eine Musik hervorgebracht hat, welche bis in unsere Tage Menschen berührt und begeistert. Zeitweise herrschte in der Versöhnungskirche eine Stimmung, wie man sie sich in einem Gottesdienst in einer Kirche im tiefsten Alabama vorstellen kann.

Über gefühlte vier Oktaven

Im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens vor dem Altar stand dabei Joan Faulkner, die auch schon bei Boney M. und Milli Vanilli gesungen hat. Aber auch ihre beiden Kolleginnen Joanne Bell und Dynelle Rhodes begeisterten mit ihren voluminösen, leidenschaftlichen Stimmen – über gefühlte vier Oktaven – die Zuhörer und animierten sie immer wieder zum Mitklatschen. Neben den bekannten Gospels und Spirituals wie etwa „Swing low, sweet Chariot“ oder „When the saints go marching in“ hatten die Gospel-Schwestern auch weniger bekannte Songs im Repertoire. Joanne Bell sang gefühlvoll „Come Sunday“, das Duke Ellington dereinst für Mahalia Jackson geschrieben hat, und Dynelle Rhodes überzeugte mit zunächst sanfter, dann jedoch beeindruckend emotionaler Stimme mit „Highway to heaven“. Begleitet wurden die Gospel Sista’s von einer professionell und nicht minder temperamentvoll agierenden dreiköpfigen Combo mit Schlagzeug und Kontrabass unter der Leitung des ungarischen Pianisten Gusztáv Csik am Keyboard.

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