Nur 1:1 – VfR Aalen kann nicht nachlegen

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 VfR-Torwart Daniel Bernhardt ruft ins Spiel – das endete nur mit einem Unentschieden.
VfR-Torwart Daniel Bernhardt ruft ins Spiel – das endete nur mit einem Unentschieden. (Foto: Peter Schlipf)
Sportredakteur/DigitAalen

VfR Aalen: Bernhardt - Traut (79. Ristl), Schoppenhauer, Rehfeldt, Funk (29. Büyüksakarya), Fennell, Geyer, Andrist, Schnellbacher (72. Papadopoulos), Morys, Sliskovic.

FSV Zwickau: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Gaul, Lange, Schröter (85. Antonitsch), Reinhardt (66. Bickel), Frick, Könnecke, Miatke (73. Bonga), König. Schiedsrichter: Schultes (Betzigau)

Tore: 0:1 König (14.), 1:1 Sliskovic (30.). Zuschauer: 3102. Gelbe Karten: Fennell, Papadopoulos - Wachsmuth, Könnecke, Gaul.

Hätte man sich als Beobachter dieses Spiels eine Strichliste gemacht, wie viele Kopfbälle durch die Luft flogen, wäre die Liste ziemlich lang geworden. Diese Partie ging zweifellos als purer Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga durch, da kann das Spielgerät schon locker unzählige Male lang geschlagen werden und vermehrt zu Luftduellen führen.

Viel sinnvoller war es an diesem Samstag in der Ostalb Arena auf das Chancenverhältnis und die Eckbälle zu schauen. 7:5 stand es da am Ende jeweils für den VfR Aalen. Nicht positiv sieht das wirkliche Resultat aus – und nur das zählt. Die abstiegsbedrohten Aalener trennten sich nur 1:1 (1:1)-Remis in einem – wie erwarteten – Kampfspiel vom direkten Konkurrenten FSV Zwickau.

„Das war zu wenig“, bewerteten Torben Rehfeldt und Royal-Dominique Fennell nach diesem bedingt hilfreichen Unentschieden fast im Gleichklang – wenn auch nacheinander befragt –, Erstgenannter versah das Ganze noch mit dem Zusatz „definitiv“. In der prekären Situation des Schlusslichtes lässt sich sagen: Beide Spieler haben recht.

Auch die Konkurrenz punktete und so bleibt der Abstand auf den Nichtabstiegsplatz nach der englischen Woche mit nur vier Punkten aus drei Spielen bei sechs Zählern. Das sind statistische Werte, die neun Spieltage vor dem Ende der Saison besorgniserregend sind. Der Trainer hat das Saisonende im Visier. Ob die jüngsten Punkte zu wenig waren, ob es reicht die Klasse zu halten, steht für Rico Schmitt noch längst nicht fest. „Das werden wir am 18. Mai sehen“, merkte der Fußballlehrer an. Dem Tag des letzten Spieltags also.

Bis zum Tor geht nicht viel

Für die Partie am 29. Spieltag wählte er im Vergleich zum 3:0-Coup beim Karlsruher SC unter der Woche eine andere Aufstellung, eine offensive. Petar Sliskovic und Matthias Morys, zuletzt beide verletzt, rückten für Johannes Bühler und Antonios Papadopoulos in die Startelf. Die hatte gegen Zwickau in der ersten Halbzeit aber mehr mit dem Gegenwind zu kämpfen (und besonders in den ersten 20, 30 Minuten mit sich selbst). Nach einer halben Stunde, mit dem Ausgleich durch Sliskovic, der nach einem Eckball von Sascha Traut völlig frei zum Kopfball kam, lief das Spiel besser. Vorher nicht, da legten die Sachsen nach einer Flanke von Nils Miatke mit einem Kopfballtor von – na klar – Ronny König vor (14.).

Über den Zielspieler liefen die Zwickauer Angriffe, vor allem hoch, ihn bekamen die Aalener aber noch in den Griff, wie den Gegner auch, der in der zweiten Halbzeit mit dem Wind zu kämpfen hatte. Aber vor allem mit energischen Aalenern. „Wir waren enorm unter Druck“, erklärte FSV-Coach Joe Enochs. Doch wie so oft machte der VfR aus der Vielzahl seiner Chancen nichts. Nachdem VfR-Torwart Daniel Bernhardt sich immer länger machte und einen Abschluss von Mike Könnecke gerade noch an die Latte lenkte (55.), ging es nur noch in Richtung Zwickaus Kasten.

Der VfR hatte jetzt seine Mischung aus langen Bälle und spielerischen Lösungen auf dem Platz – aber eben keinen treffenden Abschluss. Wie Fennell, der in der Schlussphase schoss und köpfte, allerdings an Schlussmann Johannes Brinkies scheiterte. „Mit ein bisschen Glück gewinnen wir“, befand der Mittelfeldabräumer. Das (Match-)Glück ist Aalen in dieser Saison jedoch nicht hold. Der Wille, den Klassenverbleib noch zum schaffen, ist dennoch spürbar. Die Mannschaft habe „Charakter“, so Fennell.

„Die Mannschaft hat bis zur letzten Minute alles getan“, sah auch Schmitt. Auch das Publikum – unter den 3102 Zuschauern wurde es in den spannenden Schlussminuten noch richtig stimmungsvoll – habe „die Mannschaft unterstützt und die Leistung honoriert“. Doch wieder reichte es für den VfR nicht nachzulegen, wie es nach Siegen so schön heißt. Ein zweiter Sieg in Folge, das bleibt eine Wunschvorstellung in dieser Punkte mäßig dürftigen Saison. Der einzige Torschütze hätte für den Sieg sein Tor gegeben. „Der Dreier wäre mir lieber gewesen“, sagte Sliskovic. Nur der bringt dem VfR wirklich was in der Statistik.

VfR Aalen: Bernhardt - Traut (79. Ristl), Schoppenhauer, Rehfeldt, Funk (29. Büyüksakarya), Fennell, Geyer, Andrist, Schnellbacher (72. Papadopoulos), Morys, Sliskovic.

FSV Zwickau: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Gaul, Lange, Schröter (85. Antonitsch), Reinhardt (66. Bickel), Frick, Könnecke, Miatke (73. Bonga), König. Schiedsrichter: Schultes (Betzigau)

Tore: 0:1 König (14.), 1:1 Sliskovic (30.). Zuschauer: 3102. Gelbe Karten: Fennell, Papadopoulos - Wachsmuth, Könnecke, Gaul.

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