Nun ist sicher: Scholz übernimmt Bürgschaft für VfR Aalen

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Aalens Präsident Berndt-Ulrich Scholz übernimmt die komplette Bürgschaft von rund sechs Millionen Euro. (Foto: Siedler)
Schwäbische Zeitung
Timo Lämmerhirt
Sportredakteur/DigitAalen

Lange wurde spekuliert, lange wurde gekämpft und lange wurde über die Lizenzierung des Fußball-Zweitligisten VfR Aalen diskutiert. Am späten Dienstagnachmittag endlich entschloss sich Aalens Präsident Berndt-Ulrich Scholz dazu, die komplette Bürgschaft von rund sechs Millionen Euro zu hinterlegen.

Er unterschrieb die nötigen Unterlagen bei der Kreissparkasse Ostalb. Am Mittwoch machte Scholz dies auf Anfragen öffentlich. „Jetzt habe ich Ferdinand Meidert (VfR-Geschäftsführer, d. Red.) grünes Licht gegeben“, sagte Scholz. Damit kann Meidert nun die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) geforderten Unterlagen fristgerecht (23. Mai) in Frankfurt vorlegen. „Die Bankbürgschaft wird morgen pünktlich bei der DFL abgegeben. Leider bleibt es wieder an mir hängen. Mir blieb nichts anderes übrig, als die Bürgschaft selbst zu stellen. Ansonsten wäre da oben tote Hose gewesen, dann wären wir in die Oberliga abgestiegen“, erklärte Scholz am Mittwochnachmittag.

Damit scheint der Lizenz des VfR Aalen für die kommende Saison in der 2. Fußball-Bundesliga nichts mehr im Wege zu stehen. Die DFL wird die Unterlagen, die Meidert ihr vorlegt, prüfen und dann in Kürze entscheiden. „Wir haben alle Voraussetzungen erfüllt. Ich sehe da jetzt keine Probleme mehr. Wir erfüllen exakt, auf den Euro genau, die Vorschriften. Wir gehen zu 100 Prozent davon aus, dass wir die Lizenz bekommen.“

Entgegen Verlautbarungen anderer Medien pokerte Scholz bis zum Schluss, um eventuell nicht die volle Bürgschaft bei der Bank hinterlegen zu müssen. Dies schlug nun fehl. Weitere Großsponsoren sind nach dem Wegfall von Haupt- und Trikotsponsor, der Imtech Deutschland GmbH (wir berichteten), nicht aufzutreiben gewesen. Für drei Millionen zu bürgen hatte Scholz schon vor Wochen eingeräumt. Die Zeit drängte – auch ihn. Damit ist auch klar, dass er als Präsident des VfR ein weiteres Jahr im Amt bleibt. „Ich habe mich jetzt erst einmal für ein weiteres Jahr verpflichtet, da ich die Bürgschaft übernommen habe. Logischerweise stehe ich ein weiteres Jahr zur Verfügung“, verkündete der 73-Jährige. Scholz widerspricht auch vorherrschenden Meinungen, dass er die Bürgschaft übernehmen wollte: „Wollen überhaupt nicht. Müssen, ganz klar müssen. Der Landrat (Klaus Pavel, d. Red.) hat mich eindringlich bekniet. Da habe ich mich jetzt breitschlagen lassen, im Interesse des Vereins, der Umgebung, des ganzen Ostalbkreises.“

Derweil sind die Aalener weiter auf der Suche nach einem Trikotsponsor. „Wir haben leider noch keinen. Sportfive (Vermarktungsagentur des VfR, d. Red.) ist weiter auf der Suche. Wir sind aber optimistisch, dass wir das hinbekommen. Wir haben 35 Vereine in der Bundesliga und 2. Liga, also wird sich doch für den einen auch noch jemand finden“, so Scholz optimistisch. Die Lizenzierung scheint damit vorerst gesichert, doch weitere Baustellen warten in den kommenden Monaten auf den Ostalb-Klub. Sponsoren muss der Verein weiterhin finden, allen voran einen Trikotsponsor, will er nicht auf die Bürgschaft zurückgreifen müssen. „Wir versuchen natürlich, weitere Einnahmen zu generieren, damit die Bürgschaft nicht in Anspruch genommen werden muss. Ich hoffe, dass die Unterstützung für den VfR ein bisschen zunimmt. Ich brauche Hilfe“, so der Appell Scholz´. Auf die Frage, was der VfR denn ohne ihn machen würde, sagte Scholz: „Ja, gar nichts. Ich bin jetzt seit zehn Jahren Präsident und muss jetzt noch einmal für ein Jahr Präsident bleiben. Dann muss man aber weitersehen. Ohne mich sehe ich da Probleme. Ich bin jetzt 73 Jahre, irgendwann muss das mal jemand anders machen.“ Bleibt nur die Frage: Wer?

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