Noah-Fest mit Pudding und Bibelkuchen

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 Sie feierten das Noah-Fest (von links): Muhammet Bayaz, Student der islamischen Theologie, Mehtap Derin, Vorsitzende des Verein
Sie feierten das Noah-Fest (von links): Muhammet Bayaz, Student der islamischen Theologie, Mehtap Derin, Vorsitzende des Vereins Aakademie, Pfarrer Manfred Metzger sowie die Flüchtlingsbetreuer im Kreis Alex Berdalin, Petra Schaff und Shamall Baghchaiy. (Foto: privat)

Die Geschichte Noahs kennen Christen aus der Bibel und die Moslems aus dem Koran. Also liegt es nahe, ein gemeinsames Fest für den Retter aus der Sintflut zu feiern. Das hat schon etwas Tradition in Unterkochen im evangelischen Gemeindehaus. Der Saal war dabei am Donnerstagabend fast ganz voll.

Aus dem Alten Testament las Pfarrer Manfred Metzger die Geschichte Noahs vor und zeigte dazu die bekannten und beliebten Bilder von Kees van Kort aus der Kinderbibel. Paarweise betraten die Tiere die von Noah gebaute Arche. Bedrohlich stieg die Sintflut, bis die Arche auf dem 5000 Meter hohen Berg Ararat strandete. Als die Taube mit dem Friedenszweig zurückkehrte, wusste man, die Rettung war da. Als der Vogel ausblieb, war klar, er hat Nahrung gefunden, Menschen und Tiere konnten die Arche verlassen. Der Regenbogen war das Zeichen, dass Gott keine solche Strafe mehr schicken und gut zu den Menschen sein wollte.

„Diese Friedensgeschichte passt gut in unsere Friedenskirche in Unterkochen“, schloss Pfarrer Metzger. Sie passe auch gut zum friedlichen Zusammenleben mit Menschen, die aus der Fremde zu uns kamen, die man als „anatolische Schwaben“ bezeichnen könnte, meinte Metzger humorvoll. Der Islamtheologe Muhammet Bayaz erzählte die Geschichte von Noah aus dem Koran, wie er sie als junger Theologiestudent in Tübingen ausgelegt bekam.

„Die Moslems gedenken Noahs jedes Jahr am Aschura-Fest, das am zehnten Tag des ersten Monats im Mondjahr gefeiert wird“, erläuterte der 23-jährige Student, der demnächst seinen Bachelor und Master erwirbt. Aschura sei aber auch ein Trauertag, weil an diesem Tag Hussein, der Enkel Mohammeds, ermordet worden sei. Als die Arche auf dem Trockenen gelandet war, hätten die geretteten Menschen ein Fest gefeiert. Mit den Essensresten habe man einen Eintopf zubereitet.

Los Shakirtos spielen

In Erinnerung daran gab es auch bei diesem Fest einen „Noah-Pudding“ mit vielen Früchten. Dazu stiftete die evangelische Gemeinde einen Bibelkuchen, der mit den Bestandteilen gebacken wurde, die man in der Bibel findet. Mehtap Derin, Leiterin der „Aakademie Aalen“, ein Bildungsverein Aalener Moslems, hieß als Mitveranstalterin die Gäste des Festes willkommen. Die musikalische Gestaltung übernahmen Los Shakirtos – die Aufrichtigen, eine Drei-Mann-Band der Moslems mit Keyboard, Querflöte und der Saz, einem türkischen Saiteninstrument.

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