Neujahrsempfang bei Sankt Salvator: „Zusammenhalt hilft in der Kirchenkrise“

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Hauptsächlich ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter waren beim Begegnungsabend zum Neujahresbeginn von Sankt Salvator zusammen ge
Hauptsächlich ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter waren beim Begegnungsabend zum Neujahresbeginn von Sankt Salvator zusammen gekommen. (Foto: Brigitte Dobler)
Johannes Müller

171 Kirchenaustritte und eine mit den Verstorbenen und Weggezogenen um 300 Personen geschrumpfte Katholikenzahl in der Seelsorgeeinheit Aalen nahm Pfarrer Wolfgang Sedlmeier zum Anlass, von schwierigen Zeiten in der Kirche zu sprechen. „In dieser Krise gilt es, auf den Zusammenhalt in den Gemeinden und das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen zu vertrauen“, sagte er beim Begegnungsabend zum Neujahrsbeginn im Salvatorheim.

Es waren hauptsächlich ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter, die Pater Mathew Shiju im vollbesetzten großen Saal willkommen hieß. Die Einladung sei ein Zeichen der Dankbarkeit für den kreativen Einsatz, um auf verschiedenen Wegen das Evangelium in den Gemeinden zu leben und zu bezeugen. Das Miteinander in Glaubensfreude helfe auch in der Zukunft, im Glauben nicht müde zu werden, ermunterte er.

Jugendreferent Martin Kronberger stimmte zu dem am 14. Januar gefeierten Geburtstag von Pfarrer Sedlmeier „Viel Glück und viel Segen“ an und animierte das Geburtstagskind, den Kanon selbst zu dirigieren. Kronberger erwies sich auch als talentierter Gitarrist im Stil von Adriano Celentano den Sketch des Pastoralteams zu begleiten, das sich auf eine zünftige Italienreise machte (Idee und Text: Pastoralreferent Hans-Christian Richter, Moderation: Brigitte Kaufmann). In Pisa angelangt, ließ man sich vom schiefen Turm mahnen, die Kirchenrenovierung St. Maria nicht in Sand zu setzen. In Rom ließ sich das Team zu lautstarkem Francesco-Jubel hinreißen.

Dank an verstorbenen Diakon für soziale Projekte

Daß in diesem Jubel die Aalener Probleme nicht vergessen wurden, fand in Pfarrer Sedlmeiers zwar kritischem, aber insgesamt doch zuversichtlichen Überblick der Kirche am Ort in schwieriger Zeit einen starken Ausdruck. Dankbar zeigte er sich zunächst gegenüber seinen Vorgängern, so viele Ehrenamtliche zum Einsatz motiviert zu haben. Ausdrücklich dankte er dem im Mai letzten Jahres verstorbenen Diakon Ottmar Ackermann für seine vielen sozialen Projekte. Ihre Fortsetzung sei bis heute schweierig.

Unter den Kirchenaustritten seien nicht wenige Ehepaare und ganze Familien. Den Ursachen sei im Einzelfall nachzugehen. „Wir hinterlassen den Jugendlichen keine problemlose Kirche“, stellte er fest. Positiv wertete Sedlmeier das Wohlwollen und das große Interesse der Aalener Medien am Leben und Wirken der Kirchen. „Das ist nicht selbstverständlich“, meinte er, der auch anderes erlebt habe. Der attraktiv gestalteten Kirchenmusik vor Ort dankte er besonders und erinnerte an die großen Jubiläumskonzerte in der Salvatorkirche und an die neuen Gruppen moderner sakraler Musik.

Gleichzeitig warnte Sedlmeier, Kirche zu stark unter dem Aspekt Kunst und Kultur zu definieren. Wichtig sei in erster Linie der Glaube, aus dem Energie und Kraft auch für das ehrenamtliche Engagement zu schöpfen sei. Weltweit werde das Wirken der Kirche für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Friede gewürdigt und ernst genommen, argumentierte Sedlmeier. Um Leib und Seele zusammenzuhalten, sorgte die rührige Küche für reichliches Abendessen und köstlichen Nachtisch.

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