Neue App kann Leben retten

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 Bei der symbolischen Inbetriebnahme (von links): Aalens Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, Georg Feth vom Landkreis Heidenheim,
Bei der symbolischen Inbetriebnahme (von links): Aalens Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, Georg Feth vom Landkreis Heidenheim, die Chefärztin der Notfallaufnahme im Ostalb-Klinikum in Aalen, Caroline Grupp, Landrat Klaus Pavel, der Vorsitzende des Vereins Region der Lebensretter, Michael Müller, sowie Eberhard Schwerdtner und Matthias Wagner vom DRK-Kreisverband Aalen. (Foto: Edwin Hügler)
Edwin Hügler
Die App FirstAED kann kostenlos über den Google Play Store oder den Apple Store heruntergeladen werden.

Jährlich gibt es in Deutschland 54 000 Fälle von plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand und erschreckende 48 000-Mal endet dies für die betroffenen Menschen tödlich, weil jede Hilfe zu spät kommt. Um diesen Zustand zu ändern, gibt es jetzt in Ostwürttemberg eine neue App, die dazu beitragen soll, die Hilfsfristen wesentlich zu verkürzen und damit Leben zu retten. Beim „Tag des Notrufs“ am Dienstag im Rettungszentrum in Aalen ist das System jetzt vorgestellt worden.

Erfunden wurde das Ganze in Dänemark, erklärte der Vorsitzende des Vereins Region der Lebensretter, Professor Michael Müller aus Freiburg. Die Entscheidung über Leben und Tod bei Herz-Kreislauf-Stillständen falle in den ersten fünf Minuten. Bis der Notarzt an Ort und Stelle sei, daure es oft zu lang.

Das neue System sieht vor, dass wie bisher im Notfall die Nummer 112 angerufen wird. Dann werden jedoch über die App aus einem registrierten Helferpool Personen alarmiert, die räumlich am nächsten zu der hilfesuchenden Person wohnen.

Dabei ist die frühzeitige Herzdruckmassage mit den Händen von entscheidender Bedeutung.

Michael Müller

Es soll erreicht werden, dass innerhalb von drei Minuten der Ersthelfereinsatz erfolgt. „Dabei ist die frühzeitige Herzdruckmassage mit den Händen von entscheidender Bedeutung“, betonte Müller. Es gelte, das neue Tool ständig weiterzuentwickeln. Wie zu erfahren, wird die App in einem Pilotprojekt in den Landkreisen Ostalb, Heidenheim, Ulm, Alb-Donau, Biberach und Waiblingen eingesetzt.

Das Hilfspotenzial ist riesig, denn in Deutschland werden bisher in lediglich 40 Prozent der Fälle Herzdruckmassagen angewendet, in Norwegen liegt diese Quote bei 90 Prozent. Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Aalen, Eberhard Schwerdtner, freute sich, dass die App jetzt in der Region eingesetzt werde. Landrat Klaus Pavel erhofft sich von der App einen Impuls für das gesamte Notfallsystem.

+++ Alle Infos zur App gibt's hier +++

Man werde dadurch noch schneller und könne Menschenleben retten. Dies meinten auch Aalens Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann, der Dezernent für Ordnung und Sicherheit im Landkreis Heidenheim, Georg Feth, und der Geschäftsführer des DRK-Landesverbands, Marc Groß.

Die App FirstAED kann kostenlos über den Google Play Store oder den Apple Store heruntergeladen werden.

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