Neubau: Viel Lob für Palm

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 So soll sich der Neubau der Papierfabrik Palm einmal zur B19 hin präsentieren.
So soll sich der Neubau der Papierfabrik Palm einmal zur B19 hin präsentieren. (Foto: Animation: Palm)

Mit viel Lob für das umfangreiche Verfahren und besonders an Firmenchef Wolfgang Palm hat der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung des Gemeinderats am Donnerstag sein grünes Licht für den geplanten Neubau der Papierfabrik Palm in Unterkochen gegeben. Er billigte jeweils einstimmig sowohl die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans als auch die jetzt vorliegende, nochmals geänderte Fassung des Bebauungsplans, der nun in eine dritte Auslegung gehen soll.

Die endgültigen Entscheidungen darüber stehen allerdings noch aus: Die Änderung des Flächennutzungsplans muss der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Aalen-Essingen-Hüttlingen in seiner Sitzung am 9. November verabschieden. Über die dritte Auslegung des Bebauungsplans muss der Gemeinderat am 25. Oktober entscheiden. Erst wenn gegen diese Fassung keine Einwendungen mehr zu berücksichtigen sind, kann der Bebauungsplan als Satzung beschlossen und damit rechtskräftig werden.

Nach dann Jahrzehnten der Vorüberlegungen und der Planung und damit auch der Begleitung durch Stadt und Gemeinderat, wie Stadträtin Uschi Barth (CDU) in ihrer Stellungnahme sagte. Immerhin füllen die Unterlagen für das 500-Millionen-Euro-Projekt laut OB Thilo Rentschler inzwischen zwölf Aktenordner. Man sei, so sagte Barth, sehr froh über Palms endgültige Standortentscheidung für Unterkochen und darüber, dass bei der jüngsten Bürgerinformationsveranstaltung dort der gordische Knoten endgültig zerschlagen worden sei und sich vieles wieder beruhigt habe.

„Bürgerengagement bewirkt viel“

Michael Fleischer (Grüne) sprach von einem ehrgeizigen Projekt an diesem Standort. Firmenchef Wolfgang Palm habe bei dem Projekt an Verträglichkeit herausgeholt, was gehe, und damit deutliche Verbesserungen erreicht. Fleischer blickte aber auch auf die Rolle der Bürger und meinte, Engagement der Bürgerschaft, auch wenn es anfangs als lästig empfunden werde, könne vieles bewirken.

Es sei bemerkenswert, wie Palm die Bedenken aus der Bürgerschaft aktiv aufgenommen habe, sagte Senta D’Onofrio (SPD). Am Ende habe sich gefühlt ganz Aalen mit dem Projekt beschäftigt, was letztlich die Akzeptanz des Vorhabens deutlich gestärkt habe. „Wir sind froh, dass alles jetzt so zu Ende geht“, meinte Jürgen Opferkuch (Freie Wähler). Der Prozess sei ein Beweis dafür, dass es besser sei, miteinander statt übereinander zu reden. Dadurch sei auch in Unterkochen wieder Frieden eingekehrt.

Für die Fraktion Die Linke/Pro Aalen sagte Holger Fiedler, das ganze Verfahren zeige, wie Bürgernähe wirklich funktionieren könne. Am Ende gebe es dabei nur Gewinner. Und Norbert Rehm (FDI) hielt es bei einem Projekt dieser Größenordnung für erstaunlich, dass es am Ende nun voraussichtlich so geräuschlos werde abgewickelt werden können.

18,1 Hektar Baufläche

Vor den Stellungnahmen hatte Aalens Bau- und Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle unter anderem darauf verwiesen, dass die Änderung des Flächennutzungsplans unter anderem 2,6 Hektar an Grün- und Wasserflächen sowie 18,1 Hektar an gewerblicher Baufläche umfasse.

Zu den letzten Änderungen an der geplanten neuen Papierfabrik gehört unter anderem, dass die maximale Gebäudehöhe von ursprünglich 30 auf nunmehr 25 Meter reduziert wurde. Ein Umstand, der auch im Unterkochener Ortschaftsrat in dieser Woche schon auf sehr positive Resonanz gestoßen war (wir berichteten).

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