Nach Krawallen in Schorndorf: Polizei zieht Bilanz

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Deutsche Presse-Agentur

Nach Krawallen und sexuellen Übergriffen auf einem Volksfest in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) hat die Polizei eine ernüchternde Bilanz gezogen. „Die Gewalt gegenüber den Beamten war erschreckend“, sagte ein Polizeisprecher am Montag über die Vorfälle am Wochenende. Es sei üblich, dass sich während des Volksfests viele Jugendliche träfen — doch die Aggression gegenüber der Polizei sei neu. Als Hauptproblem nannte der Sprecher den Alkoholkonsum der Jugendlichen.

Bei der Pressekonferenz erklärte Roland Eisele, Polizeichef in Aalen, dass die Schorndorfer Woche polizeilich so angegangen worden sei, wie in den vergangenen Jahren. Eine derartige Eskalation der Gewalt - unter anderem mit Flaschenwürfen auf die Beamten - sei nicht vorhersehbar gewesen. Man hätte daraus die Lehren gezogen und würde mit massiven Polizeikräften  während des restlichen Volksfestes zugegen sein. 

Sexuelle Übergriffe von Asylbewerbern

Auf dem Volksfest war es am Wochenende zu Krawallen und sexuellen Übergriffe gekommen. Am Samstag wurde nach Polizeiangaben eine 17-Jährige von drei Asylbewerbern aus Afghanistan festgehalten und am Po begrapscht. Bereits am Vorabend waren drei Fälle sexueller Belästigung gemeldet worden. In einem Fall wurde ein Iraker als Verdächtiger ermittelt. Während des Festes wurden den Angaben zufolge zudem mehrere Körperverletzungen angezeigt.

Laut Eisele sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. 

In der Nacht zum Sonntag versammelten sich laut Polizei bis zu 1000 junge Leute im Schlosspark der Stadt und randalierten, viele davon mit Migrationshintergrund. Der Anteil von Migranten innerhalb der Gruppe habe allerdings unter 50 Prozent gelegen, sagte ein Sprecher. Wie Polizeichef Eisele in der Pressekonferenz betonte, sei die Agression  von einzelnen Täter aus der Anonymität der Menschenmenge ausgegangen. Zudem sollen im Anschluss einzelne Gruppierungen offenbar teilweise auch bewaffnet durch die Stadt gezogen seien. 

 

Am Rande des Volksfestes SchoWo ist es am Wochenende zu Ausschreitungen gegen die Polizei und zu sexuellen Belästigungen gekommen. Die Verantwortlichen blicken auf schockierende Stunden zurück.
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