Musikproduzent erhält den Esperanto-Kulturpreis

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Dem diesjährigen Esperantopreisträger Floréal Martorell dritter von links) gratulieren (von links) Harald Schäffer (Aalener Espe (Foto: Kullmann)

Zum 13. Male ist am Sonntagvormittag in der Aalener Stadtbibliothek der mit 3000 Euro dotierte Aalener Esperanto-Kulturpreis vergeben worden. Die Fame-Stiftung zur Förderung internationaler Verständigungsmittel und die Stadt Aalen zeichneten heuer den Musikproduzenten Floréal Martorell aus. Musikalisch eröffneten Amelie Fuchs und Jasper Lecon die kleine Feierstunde mit Georg Philipp Telemanns „Sonate I für zwei Violinen“. Bei der Veranstaltung stand danach allerdings anderes im Mittelpunkt: die Kunstsprache Esperanto. Sie soll nach dem Willen ihres Konstrukteurs enge nationale Grenzen und unterschiedliche Muttersprachen vorurteilslos überwinden.

In seiner Begrüßungsansprache erinnerte Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher daran, dass Aalen längst zum Mekka der Esperantisten geworden sei, insbesondere durch die engagierte Esperanto-Gruppe um Harald Schäffer. Zudem sei Aalen seit 1989 Sitz der einzigen deutschen Esperanto-Bibliothek. 40 000 Bücher stünden in den Räumen der Stadtbücherei. Die Sammlung unterstreiche den weltoffenen Charakter der Esperantoidee, den sich die Stadt zu eigen gemacht habe.

Dass der diesjährige Preisträger sich bereits seit zwei Jahrzehnten für Esperanto engagiere, stellte Frame-Stiftungs-Vorstand Dr. Rainer Kurz heraus. Man habe sich für Floréal Martorell entschieden, da der französische Musikproduzent und Musikherausgeber Esperanto-Musik einem breiten Publikum zugänglich mache. „Er leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Esperanto-Kultur.“ Laudator Gunnar Fischer erinnerte daran, dass alles 1988 mit der Gründung von Eurokka, einem Fachverband für Esperanto-Musik angefangen habe. 1990 kam die Esperanto-Musikzeitschrift „rokgazet“ hinzu. Im selben Jahr gründete Martorell die Plattenfirma Vinilkosmo im französischen Donneville, die sich ganz auf die Veröffentlichung und den Vertrieb von Esperanto-Musik spezialisierte. Während seiner Schaffenszeit gab Martorell insgesamt 43 Schallplatten, CDs und DVDs mit Esperanto-Musik heraus.

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