Mountainbike: Auf Tränen folgt Revanche

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 Fokusiert zum Sieg: Simon Gegenheimer.
Fokusiert zum Sieg: Simon Gegenheimer. (Foto: Armin M. Küstenbrück)
Aalener Nachrichten

Die Aalener Mountainbiker Marion Fromberger und Simon Gegenheimer hatten bei der Weltmeisterschaft in Belgien großes Pech und konnten wegen Kettenproblemen nicht in den Kampf um die Medaillen eingriffen. Nur drei Tage später standen die beiden Mountainbiker aber auf dem Weltcuppodium.

„Es ist eines der wichtigsten Rennen der Saison, eine Ehre an den Start gehen zu können“, so beschreibt Marion Fromberger die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Dieses Jahr sollte diese WM mit Tränen zu Ende gehen. Doch es waren keine Freudentränen, denn sowohl Fromberger als auch ihr Teamkollege Gegenheimer mussten zwecks Kettenschadens früh den Kampf um das Siegerpodest aufgeben. „Es klingt doof aber wir hatten vermutlich einfach Pech. Die Ketten waren neu, sind eingefahren gewesen, die Beiden haben keine Schaltfehler begangen und der Riss war nicht am Kettenschloss. Unsere Mechaniker haben die Teile und die Zeitlupen sehr genau analysiert aber wir können uns keinen Fehler vorwerfen“, so Teamchefin Kerstin Thum zum enttäuschenden Abschneiden ihrer Athleten bei der WM in Waregem (Belgien).

Revanche im Weltcup

Nur drei Tage später gab es die Möglichkeit zur Revanche beim Weltcup in den Niederlanden, Valkenswaard. „Ich möchte heute zeigen, dass ich vor drei Tagen die Form hatte, um erneut eine WM Medaille zu holen“, so Simon Gegenheimer noch vor dem Weltcupstart in Valkenswaard. Auch Marion Fromberger war motiviert und beide konnten auf der langen Startgerade direkt zeigen, dass sie zu den Weltbesten gehören. Fromberger fuhr bei nassen Straßenverhältnissen viel von vorne, um nicht erneut mit Pech auszufallen. „Ich wollte unbedingt ein gutes Resultat ins Ziel bringen und dachte mir, nur aus allem Stress und Stürzen raushalten“, so die junge Deutsche und ihr Plan ging auf.

Sie schaffte den Sprung auf das Siegerpodest der besten Fünf. Auch wenn die ehrgeizige Sportlerin am Ende mehr die vergebene Siegchance sah, als ihr erreichtes Weltcuppodium. Es war erneut eine große Leistung, mit der Fromberger ihren dritten Platz in der Weltcup Gesamtwertung festigt. Für Simon Gegenheimer gab es nicht viel zu grübeln oder zu verbessern. Man sah ihn das gesamte Event über fokussiert und als gewohnt coolen Pokerspielern im Rennen. „Ich fuhr mit meinem vollgefederten iLink. Das ermöglichte mir in den Kurven und auf den Sprüngen Überholmanöver und somit konnte ich auf den langen Geraden etwas Tempo rausnehmen“, so der sechsfache Weltcupsieger.

Er fuhr auf die letzten 1000 Meter auf Position drei liegend, hinter dem in der Vorwoche gekürten Weltmeister Titouan Perrin Ganier aus Frankreich. Gegenheimer setze auf seine Stärken, überholte sowohl Perrin Ganier, als auch den Zeitlauf Schnellsten Lehvi Braam (Niederlande), aus einer Kurve heraus und bog damit als Führender auf die Zielgerade. „Da muss ich zugeben, da bin ich inzwischen schon auch eine abgezockte Socke und mir war 100 Prozent klar, wenn ich jetzt voll durchziehe, das ist die Chance den Weltcup zu gewinnen“, so Gegenheimer im Interview nach dem Zieleinlauf.

Der Deutsche zog durch und gewann mit einer ganzen Radlänge Vorsprung. Damit unterstreicht er nicht nur seine aktuelle Form der Weltmeisterschaften, sondern zeigt auch, dass er jedes Jahr zu den Weltcupsieger zu zählen ist.

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