Mosambik: In kurzer Zeit viel erreicht

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 Aalen und die mosambikanische Stadt Vilankulo wollen ihre im Sommer 2018 geschlossene Freundschaft durch weitere Projekte verti
Aalen und die mosambikanische Stadt Vilankulo wollen ihre im Sommer 2018 geschlossene Freundschaft durch weitere Projekte vertiefen und die entstandenen Netzwerke weiter ausbauen. (Foto: Archiv: Thorsten Vaas)

Die Stadt Aalen unterstützt die geplante Sanierung des Jugend- und Kulturzentrums in der mosambikanischen Stadt Vilankulo mit 12 000 Euro. Das hat der Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats am Montag beschlossen. Ihm lag zudem eine erste Zwischenbilanz über die Aktivitäten im Rahmen der im vergangenen Sommer geschlossenen Städtefreundschaft auf dem Tisch, außerdem ein Strategiepapier zur weiteren kommunalen Aalener Entwicklungspolitik in Vilankulo.

OB Thilo Rentschler nannte es eingangs erstaunlich, was innerhalb dieser kurzen Zeit seit Sommer 2018 an Engagement im Rahmen der neuen Städtefreundschaft bereits möglich gewesen sei. Eine Einschätzung, die auch aus den Reihen des Ausschusses geteilt wurde. Rentschler verwies unter anderem darauf, dass die Hochschule Aalen inzwischen einen eigenen Förderantrag beim Kultusministerium zur Unterstützung der vereinbarten Kooperation mit der Katholischen Universität von Mosambik in Beira gestellt habe. Bei dem Programm des Kultusministeriums geht es um den langfristigen Austausch von Wissenschaft und Gesellschaft in Afrika. Darüber hinaus wird die Volkshochschule Aalen ihr gesamtes Herbstprogramm 2019 mit dem Schwerpunkt Afrika ausrichten, entsprechend sollen auch die Referenten für das Studium Generale ausgesucht werden.

Konzept für Schulen in Arbeit

Ein vertieftes Konzept, wie auch Aalener Schulen in die Freundschaft mit Vilankulo eingebunden werden können, ist derzeit in Arbeit, auch vor dem Hintergrund von Aalens Rolle als Fairtrade-Stadt.

Ein letzter Hinweis des OB galt einem am 17. März um 17 Uhr in der Salvatorkirche stattfinden Benefizkonzert zugunsten der inzwischen initiierten Ausbildungsprojekte in Mosambik.

Weniger eindeutig fiel die Antwort Rentschlers auf eine Anfrage von Uschi Barth (CDU) aus. Sie hielt sich an einer Aussage in der Sitzungsvorlage auf, wonach über den Antrag der Stadt beim Land auf Förderung einer Personalstelle für die kommunalpolitische Entwicklungsarbeit wegen der Vielzahl an Anträgen erst im zweiten Quartal des Jahres entschiede werde. Die Stelle, so Barth, sei ja immerhin schon ausgeschrieben, und sie wollte wissen, was passiere, wenn es dafür kein Geld vom Land gebe. Der OB konnten sich das schon gar nicht vorstellen, aber irgendwie – so frei formuliert seine Quintessenz – würde man das dann auch so hinbekommen.

Die Übersicht der aktuellen Projekte zwischen Aalen und Vilankulo in der Sitzungsvorlage listet den jeweils privat finanzierten Bau einer Vorschule und einer Schule dort – Einweihung jeweils im Juni im Rahmen einer weiteren Aalener reise nach Mosambik – auf, außerdem Aalens Mitgliedschaft im bundesweiten Netzwerk „1000 Schulen für unsere Welt“ und die bereits gestartete Ausbildung von 20 IT-Progammierern in Vilankulo. Erwähnt werden zudem ein geplantes Ausbildungszentrum im Bereich Landwirtschaft, ein von den Firmen Mapal und VAF finanziertes Ausbildungszentrum im Bereich Metallverarbeitung in Vilakulo und ein Ausbildungszentrum dort für Köche und Gastronomiekräfte, finanziert über den Eigentümer des Aalener Ibis-Hotels.

Perspektiven im Strategiepapier

In den vergangenen Wochen hat die Verwaltung den Entwurf für ein Strategiepapier zur kommunalen Entwicklungspolitik der Stadt Aalen aufgesetzt. Darin ist die Ausrichtung der Zusammmenarbeit mit Vilankulo für die nächsten zwei Jahre skizziert. Vor allem soll es dabei um weitere Anstrengungen in den Bereichen Bildung und Ausbildung gehen sowie darum, die entstandenen oder entstehenden Netzwerke auszuweiten. Außerdem soll die Freundschaft zwischen beiden Städten in den jeweiligen Stadtgesellschaften noch tiefer verankert werden.

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