MMA: Bopfinger vor erstem Profi-Kampf

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 Kämpft in China: Christian Jungwirth.
Kämpft in China: Christian Jungwirth. (Foto: Jürgen Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Info: An diesem Samstag 13 Uhr deutscher Zeit tritt Christian Jungwirth zu seinem Kampf an. Die Gaststätte „Bürgerstüble“ bei Marica in Bopfingen überträgt den Kampf live.

Seit Juni ist der 32-jährige Bopfinger MMA-Kämpfer Christian Jungwirth als offizieller Profisportler beim Verband M1 Global unter Vertrag. An diesem Samstag wird er in Shen Zhen in China im Rahmen der M1 Global Tour im Weltergewicht bis 77 Kilogramm antreten.

Angst vor diesem Abenteuer hat der durchtrainierte Familienvater keine, kann er doch auf eine Kampfbilanz von sechs Siegen, einer Niederlage und einen Mannschaftsturniersieg in der Indischen Super Fight League vorweisen.

Glück, Ehrgeiz und Talent

Wie kommt ein Bopfinger zu einer vor allem in China, Russland und der USA populären Sportart? „Das ist ganz einfach“, lacht der sympathische Sportler. „Mit 27 habe ich, um mich fit zu halten, mit dem Boxen angefangen. Irgendwann hat mich dann mein Trainer auf einen MMA-Wettkampf in Stuttgart mitgenommen. Ich war sofort davon begeistert und sagte mir: „Ich will auch mal im Käfig kämpfen! Durch Beziehungen habe ich dann den Trainer und MMA-Scout Oliver Maier kennengelernt und heute bin ich Profi“, erklärt er grinsend. „Glück, Wille, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Talent haben mir das Tor zum Profilsportler geöffnet.“

In der Jugend im VfB-Tor

Dabei hat er schon als Torwart der C- und B Jugend des VfB Stuttgart an die Tür zum Profisport geklopft. Aufgrund mehrerer Verletzungen hing er die Fußballschuhe mit 21 an den Nagel. Es folgte eine Zeit ohne Sport, ehe er mit 27 merkte, dass er ohne Sport nicht leben kann. „Man könnte fast sagen, dass mich der Sport gerettet hat“, zieht er Bilanz. Nicht nur weil seine Familie voll und ganz hinter ihm steht. „Die Zeit ohne Sport war ein Leben ohne Ziel. Durch meinen Sport bin ich ein zufriedener und ausgeglichener Mensch geworden und habe meine innere Ruhe gefunden. Diese Erfahrung möchte ich später als Trainer an andere weitergeben“, denkt er an die Zukunft.

Vorteile als ehemaliger Torwart

Bis dahin möchte er seinen Zuschauern und Fans möglichst viele spektakuläre Kämpfe liefern. Einen Titel zu erringen traut er sich auch zu. „Als Boxer hat man einen anderen Kampfplan als ein Ringer oder Judoka. Und durch meine Kraft, meine, als ehemaliger Torwart, schnellen Reaktionen und meine Reichweite habe ich schon Vorteile. Wenn ich diese richtig nutze, dann kann es auch mit einem Titel klappen“. Aktuell steht er auf Platz sieben der deutschen Rangliste.

Erlaubt ist eigentlich alles, was nicht verboten ist. Christian Jungwirth

Was ist nun MMA genau? „Eigentlich eine Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten. Meist sind Boxer, Kickboxer, Ringer, Judokas und Jiu-Jitsu-Kämpfer vertreten. Erlaubt ist eigentlich alles, was nicht verboten ist. Das wären Angriffe auf die Augen, Genitalien, Beißen und Spucken. Das hört sich für viele nach einer wilden Schlägerei an, aber es ist Hochleistungssport.

Wir respektieren uns gegenseitig und halten uns an die Regeln. Anders könnte man den Sport nicht 10 bis 15 Jahre ausüben.“ Ein Kampf dauert stolze drei Mal fünf Minuten und verlangt von den Kämpfern alles ab. Wie fühlt man sich im Käfig? „Frei und lebendig. Da ist viel Energie, Spannung und Respekt. Angst darf man keine haben.“

Durch private Kontakte hat er mittlerweile auch einen Sponsorenpool. „Bald kommt noch ein sehr bekannter und regionaler Sponsor hinzu. Ganz ohne geht es noch nicht“, verrät er.

Info: An diesem Samstag 13 Uhr deutscher Zeit tritt Christian Jungwirth zu seinem Kampf an. Die Gaststätte „Bürgerstüble“ bei Marica in Bopfingen überträgt den Kampf live.

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