Aalener Nachrichten

Termine: Sonntag, 9. September, 19 Uhr: Aalen Stadthalle; Freitag, 14. September, 20 Uhr: Göppingen Stadthalle; Samstag, 15. September, 20 Uhr: Schwäbisch Gmünd Stadtgarten. Karten: unter anderem bei den Tourist-Informationen Aalen, Ellwangen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd und unter www.jpo-w.de

„Milestones of Rock“, so lautet das Motto des Crossover-Projektes der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg gemeinsam mit dem Heidenheimer Rockgitarristen Siggi Schwarz und seiner Band. Ab 9. September stehen drei Termine in Aalen, Göppingen und Schwäbisch Gmünd an.

Dabei stehen viele Rock-Highlights der 70er- und 80er-Jahre wie „Jump“, „Stairway to Heaven“, „Hotel California“, „Eye of the Tiger“, „Africa“ oder „Final Countdown“ auf dem Programm.

Die Gesamtleitung hat JPO-Dirigent Uwe Renz. Alle Orchesterparts wurden von Romi Schickle, Andreas Reukauf und Siggi Schwarz arrangiert.

Die 1995 gegründete Junge Philharmonie Ostwürttemberg ist ein Projektorchester, das sich aus einer Auswahl der talentiertesten Musikerinnen und Musikern der Region zusammensetzt. Viele von ihnen sind Schüler an einer der 14 kommunalen Musikschulen der Landkreise Ost-albkreis und Heidenheim. Einige studieren bereits an einer staatlichen Musikhochschule und sind Preisträger des bundesweit ausgetragenen Wettbewerbs.

Interview mit Siggi Schwarz

Heidenheim - Ideengeber für die „Milestones“ ist der Heidenheimer Rockgitarrist Siggi Schwarz. Unser Redakteur Ansgar König hat ihn beim Abbau des Brenzpark-Open-Airs erwischt, wo er am Wochenende James Blunt und Revolverheld auf die Bühne geholt hat.

Herr Schwarz, wie kam’s zur Idee, Orchester und Rockgitarre mit den „Milestones“ zu verbinden?

Eigentlich stammt die Idee aus dem Jahr 2013. Seit damals mache ich Konzerte mit großen Orchestern, den Stuttgarter und den Ulmer Philharmonikern etwa, den Frankfurter oder den Nürnberger Symphonikern. Und dann habe ich mal das JPO gehört. Die sind so klasse, da hab ich sie einfach angeschrieben. Im Frühjahr 2017 kam der Rückruf. Mit Uwe Renz war ich sofort auf einer Wellenlänge, der ist schon eine coole Socke.

Wie laufen die Proben ab?

Das Orchester bekam von mir alle Arrangements, die übrigens von meinem 2017 verstorbenen Co-Produzenten Romi Schickle stammen. Zwei, drei Tage vorher werden wir dann die Show zusammenführen und gemeinsam proben. Ich habe ja dabei viel Erfahrung, denn die „Milestones“ habe ich mit insgesamt acht Orchestern bereits 25 Mal aufgeführt. Ich bin mir sicher: JPO und meine Band harmonieren perfekt.

Was ist Ihr Favorit?

Gute Frage. Sicher gehört „Stairway to heaven“ dazu oder „Layla“. Ich erinnere mich noch gut, wie ich 1970 als Zwölfjähriger die Platte von „Derek and The Dominos“ gekauft habe.

Was kann ein Rockgitarrist von einem großen Orchester lernen?

Wie man Disziplin und musikalische Freiheit verbindet.

Zur Person

Siggi Schwarz, Jahrgang 1958, rockte schon in den 70ern. Heute gehört er zu den europäischen Spitzengitarristen, steht bei Sony Music unter Vertrag, produzierte unter anderem Michael Schenker (früher Scorpions und Ufo), Ex-Manfred Mann’s Earthband-Sänger Chris Thompson und „The Voice of Germany“-Gewinner Andreas Kümmert, stand zum Beispiel mit Billy Gibbons (ZZ Top), Steve Lukather (Toto) oder Carlos Santana auf der Bühne Er veröffentlichte 15 eigene Alben und wirkte auf über 50 weiteren Produktionen mit.

Interview mit Uwe Renz

Salzburg - Uwe Renz hat unser Redakteur Ansgar König bei seinen Proben in Salzburg ans Telefon gekriegt. Dort probt er gerade an Neuer Musik für das Ensemble, das bei den Aalener Kulturwochen seine Premiere feiern wird.

Herr Renz, wie kam die Zusammenarbeit mit Siggi Schwarz zustande?

Es gab eine Anfrage an unsere Geschäftsführerin Ines Mangold. Ganz neu ist für uns die Zusammenarbeit mit einer Rockband nicht, 2012 haben wir mit Pomm Fritz schon Ähnliches gemacht. Ich bin dann nach Heidenheim zu Siggi Schwarz gefahren und habe mir die Arrangements angeschaut – alle ganz professionell, Mir war schnell klar, dass das klappt.

Wie laufen die Proben ab?

Das Orchester trifft sich Anfang September, probt die gut 20 Stücke erst fünf Tage allein, dann nochmal zwei Tage mit Siggi und der Band.

Haben Sie ein Stück, auf das Sie sich besonders freuen?

Als alter Led-Zeppelin-Fan bin ich mit Siggi einer Meinung: „Stairway to heaven“ wird toll.

Was kann ein Orchester von einem Rockgitarristen lernen?

In diesem Fall dürfen wir die Partituren nicht mathematisch genau, nicht glatt wegspielen. Wir müssen zwar konsequent den Rhythmus halten, aber in den Rhythmus hinein muss es grooven, damit das Stück Drive kriegt. Dieses Feeling, dieses Gespür, das kann man nicht exakt aufschreiben. Da können wir einiges bei Siggi Schwarz abschauen. Obwohl, so ganz unbekannt ist das Phänomen auch in der klassischen Musik nicht. Einen Wiener Walzer zum Beispiel, den kann man auch nicht exakt notieren.

Zur Person

JPO-Chefdirigent Uwe Renz, 1962 in Aalen geboren, erhielt seine Dirigentenausbildung im Mozarteum Salzburg. Er war dort Schüler von Michael Gielen und Nicolaus Harnoncourt und schloss sein Studium mit Auszeichnung ab, unter anderem erhielt er den „Würdigungspreis für besondere künstlerische Leistungen“ in Wien und zählte zum Kreis der von der Herbert-von-Karajan-Foundation geförderten Nachwuchsdirigenten. Renz ist auch gern gesehener Gast nationaler und internationaler Musikfestivals. Er lebt in Mondsee bei Salzburg.

Termine: Sonntag, 9. September, 19 Uhr: Aalen Stadthalle; Freitag, 14. September, 20 Uhr: Göppingen Stadthalle; Samstag, 15. September, 20 Uhr: Schwäbisch Gmünd Stadtgarten. Karten: unter anderem bei den Tourist-Informationen Aalen, Ellwangen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd und unter www.jpo-w.de

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