Mehr als 40 Prozent wechseln auf ein Gymnasium

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Schüler melden sich im Klassenzimmer
Schüler melden sich beim Unterricht. (Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv / DPA)
Aalener Nachrichten

Der Bildungsbericht steht unter www.ostalbkreis.de in der Rubrik Online-Service zum Download. Anregungen dazu sind unter 07961 / 503 1684 oder hermine.nowottnick@ostalbkreis.de möglich. Diese werden in die Bildungskonferenz am 24. Oktober im Aalener Landratsamt eingebracht.

Die höchste Übergangsquote verzeichnet inzwischen auch im Ostalbkreis das Gymnasium. Das steht im zweiten Bildungsbericht, den das Landratsamt publiziert hat. Darin wird die Entwicklung des Bildungswesens im Kreis von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter beschrieben.

Lange entschied die verbindliche Grundschulempfehlung darüber, wie es für Schüler weiterging. Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Grundschulempfehlung nicht mehr verbindlich. Eltern können seither in eigener Verantwortung entscheiden, auf welche Schulform ihr Kind nach der Grundschule wechseln soll. Dadurch stiegen im Ostalbkreis die Übergangsquoten auf die Gymnasien deutlich an, wie der Ostalbkreis-Bildungsbericht belegt. Die Zahlen zeigen auch, dass durch die Abschaffung der Verbindlichkeit die Bildungsempfehlung an Einfluss verloren hat. Für das Schuljahr 2016/17 fällt auf, dass in Aalen und Ellwangen mehr Schüler an einem Gymnasium angemeldet wurden, als Bildungsempfehlungen dafür ausgesprochen wurden. Dies trifft ebenfalls auf die Realschule zu, die deutlich häufiger als weiterführende Schule gewählt wird, als im Rahmen der Bildungsempfehlung empfohlen wurde.

Realschulen weiterhin beliebt

Der Unterschied ist zwischen Bildungsempfehlung und Anmeldeverhalten bei den Werkrealschulen besonders ausgeprägt. Zwar wird die Werkrealschule von Lehrern noch häufig empfohlen, als Schulform für die weiterführenden Schulen stellt sie für die Grundschüler und deren Eltern kaum noch eine Option dar. Der Bericht zeigt, dass zum Schuljahr 2016/17 5,2 Prozent der 2694 Viertklässler des Ostalbkreises auf eine Werkrealschule wechselten. Das sind fast 20 Prozent weniger als noch zu Zeiten, als die Grundschulempfehlung über die Schulform an der weiterführenden Schule entschied. Auf die Gemeinschaftsschulen gingen 15,6 Prozent und auf eine Realschule 36,8 Prozent. Gymnasien gewannen deutlich an Zugkraft. 43,8 Prozent der Grundschüler entschieden sich für die Fortsetzung der Schulkarriere am Gymnasium.

Bis zum Schuljahr 1999/2000 war es im Ostalbkreis so, dass die meisten Schüler auf eine Hauptschule wechselten. Dann wechselten die meisten Kinder auf eine Realschule. Die Gymnasien übernahmen hingegen erst ab dem Schuljahr 2013/14 die Pole-Position, als 40,2 Prozent der Grundschulkinder aufs Gymnasium wechselten. Relativ stabil verhalten sich schon seit vielen Jahren die Übergangszahlen auf eine Realschule. Und auch zum Schuljahr 2016/17 wechselte noch etwa jeder dritte Viertklässler nach der Grundschulzeit auf eine Realschule. Dass die Realschule auch weiterhin eine große Rolle spielt, kann wohl auch mit den Anschlussmöglichkeiten der Beruflichen Schulen erklärt werden.

Attraktive Anschlussoption für Realschüler

Mehr als 40 Prozent der Abgänger aus den Realschulen wechseln in eine duale Ausbildung. Die Zahlen des Bildungsberichts belegen aber auch, dass im Schuljahr 2016/17 523 der neu eingetretenen Schüler der Beruflichen Gymnasien von einer Realschule kamen. Die Anzahl entspricht 34,7 Prozent der Schüler, die im Schuljahr davor die Abschlussklasse einer Realschule im Ostalbkreis besucht haben. Das bedeutet also, dass im Ostalbkreis jeder dritte Realschüler nach der 10. Klasse an ein Berufliches Gymnasium wechselt. Somit setzen sich die Klassen an den Beruflichen Gymnasien zu einem großen Teil aus ehemaligen Realschülern zusammen. Die anderen Schüler der Beruflichen Gymnasien stammen dem Bildungsbericht zufolge aus allgemein bildenden Gymnasien, zweijährigen Berufsfachschulen sowie zu einem kleineren Teil auch aus Werkrealschulen.

Wiederholungen ging um 30 Prozent zurück

Die meisten Wiederholer sind in den vergangenen zehn Jahren in den Realschulen in Klasse 9 zu verzeichnen. Schaut man sich das Jahr 2015/2016 an, liegen dort die meisten Wiederholungen bei den Realschulschülern der 8. Klasse, gefolgt von den Haupt- und Werkrealschülern der Klasse sieben. In den Gymnasien sind im Schuljahr 2016/2017 ebenfalls die meisten Wiederholungen in der siebten Klasse festzustellen, allerdings mit einem geringeren Anteil. Zukünftig ist mit einer noch niedrigeren Zahl an Wiederholungen zu rechnen, denn an Gemeinschaftsschulen gibt es das Sitzenbleiben nicht mehr.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 liegt die Quote derjenigen, die die Schule mit dem Abitur verlassen, über der Quote der Schüler mit Hauptschulabschluss. Allerdings ist bei allen Schulabgängern im Jahr 2015/2016 die Mittlere Reife der meist erworbene Schulabschluss. Ausländische Schüler erwerben im Ostalbkreis weiterhin deutlich seltener das Abitur als deutsche Schüler.

Der Bildungsbericht steht unter www.ostalbkreis.de in der Rubrik Online-Service zum Download. Anregungen dazu sind unter 07961 / 503 1684 oder hermine.nowottnick@ostalbkreis.de möglich. Diese werden in die Bildungskonferenz am 24. Oktober im Aalener Landratsamt eingebracht.

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