Medizin für versauerte Böden

Lesedauer: 4 Min

Verblasen des Kalks vom Boden aus.
Verblasen des Kalks vom Boden aus. (Foto: A. Huber)

Wie die Forstbehörde beim Landratsamt Ostalbkreis mitteilt, findet ab Montag, 21. August, auf Staatswaldflächen der Reviere Adelmannsfelden, Hohenberg, Neuler und Virngrund eine Bodenschutzkalkung statt. Die zu kalkenden Waldgebiete reichen vom Griesweiher bei Neuler im Süden bis nach Rosenberg im Norden und grenzen an den Landkreis Schwäbisch Hall an. Je nach Wetterlage wird die Maßnahme rund fünf Wochen in Anspruch nehmen.

Mit der Ausbringung von Kalk sollen die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden wieder verbessert werden. Dadurch wird die Stabilität der Waldökosysteme erhöht. Ausgebracht wird ein Kalk-Holzasche-Gemisch. Dieses wird sowohl vom Hubschrauber aus ausgebracht als auch mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. In den betroffenen Waldgebieten werden während der Ausbringungsphase Wegabschnitte gesperrt. Die Waldbesucher werden gebeten, die entsprechenden Sperrhinweise zu beachten.

Warum Bodenschutzkalkung?

Die zunehmende Industrialisierung insbesondere im 20. Jahrhundert hat den Zustand der Waldböden nachhaltig beeinflusst. Durch massive Säureeinträge in den Boden wurden sehr viele Nährstoffe ausgewaschen und ein für viele Bodenlebewesen zu saures Milieu hinterlassen. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Pflanzenstandort, Lebensraum und Filter für Trinkwasser gefährdet. Die Schäden durch die Bodenversauerung aus der Vergangenheit können die Böden nicht selbstständig heilen und die Waldökosysteme und ihre Funktionen sind dadurch nach wie vor belastet. Durch ein angepasstes und schonendes Kalkungskonzept kann ein nachhaltig stabiler und naturnaher Bodenzustand wieder hergestellt beziehungsweise erhalten werden.

Die Auswahl der zu kalkenden Flächen erfolgte auf Basis landesweit erfasster Informationen über den Bodenzustand durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg. Diese wurden durch circa 700 Bodenproben im Ostalbkreis ergänzt. Kalkungsempfindliche Flächen wurden dabei in Abstimmung mit den zuständigen Behörden für Naturschutz und Wasserwirtschaft von der Planung ausgenommen.

Förderung für Waldbesitzer

Die EU fördert die Bodenschutzkalkung für Waldbesitzer unter 30 Hektar mit 100 Prozent der entstehenden Kosten. Lediglich die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig und muss vom Eigentümer selbst getragen werden. Größere Waldbesitzer werden mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert.

Weitere Infos gibt es unter www.wald.ostalbkreis.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen