Mangels Schnee stehen die Skilifte still

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Die Betreiber der Skilifte auf der Ostalb hoffen auf Schnee, damit die Lifte wenigstens noch ein paar Tage laufen können.
(Foto: Archiv/Thomas Siedler)
Online-Redakteurin

„Aufgrund der warmen Witterung bis auf Weiteres geschlossen“ – Das liest man, wenn man sich im Internet über Lifte in der Region schlau macht. Auch in den Faschingsferien stehen die Lifte still. Durch den ausbleibenden Schnee bleiben die Betreiber bisher auf ihren Kosten sitzen.

Mit insgesamt drei Liften, zwei Skihütten, einem Ski- und Snowboardverleih und mehreren Kilometern Loipen liegt das Skigebiet Hirtenteich verlassen da. Kein Schnee seit Ende Januar, alles geschmolzen. „Es sollte dringend wieder schneien, sodass die Lifte noch einmal öffnen können“, sagt Benedikt Krapp, der Sohn von Bobby Krapp, Geschäftsführer des Wintersportzentrums & Fun Parks Hirtenteich.

Nur vom 16. bis 21. Januar hat es für einen Liftbetrieb genügend Schnee gegeben. Die Besucherzahlen waren in diesem Zeitraum überdurchschnittlich. „Von dieser einen Woche sind wir abhängig, um die Kosten zu decken“, erklärt Krapp. „Wenn wir keine großen Reparaturen haben, reichen die Einnahmen ganz knapp“, fügt sein Vater Bobby Krapp hinzu.

Skispaß in die Region bringen

Die Existenz der Skilifte sehen die beiden durch das Wetter aber nicht in Gefahr: „Wir wollen einfach den Skispaß in die Region bringen“, sagt Krapp junior. Man hoffe nicht auf das große Geld. Außerdem sieht er den Schneemangel nicht so dramatisch, denn das Wetter wechsle jährlich: Auch in vergangenen Jahrzehnten habe es schneereiche und schneearme Winter gegeben. „Vor drei Jahren wussten wir gar nicht, wohin mit dem ganzen Schnee“, nennt Krapp ein anderes Extrem. Er ist davon überzeugt, dass sich auch in Zukunft eher warme mit eher kalten Wintern abwechseln werden.

Auch bei den Ostalb-Skiliften in Aalen hofft man noch auf Schnee in den kommenden Wochen. In der laufenden Saison arbeitet die GmbH bisher nicht kostendeckend, berichtet Geschäftsführer Dieter Gerstner. „Um mit einem blauen Auge davonzukommen, brauchen wir insgesamt zwei volle Wochenenden und eine Woche Skiliftbetrieb.“ Bisher habe es aber nur sieben Betriebstage gegeben. Ganz im Gegensatz zur vergangenen Saison: Da waren es ganze 20 Betriebstage.

Das Polster ist groß

Doch auch Gerstner sieht das nicht als Problem: Das Polster der GmbH, an dem neben der Stadt auch einige Vereine Anteile haben, sei groß genug, um diesen Verlust einzufangen. Dennoch ist Gerstner hoffnungsvoll: „Bis Ostern kann ich mir durchaus vorstellen, dass man bei uns noch Skifahren kann. Bevor es schneit, muss es aber schon ein paar Tage kalt sein, damit der Schnee auch liegen bleibt.“ Ihm ist es wichtig, dass die Menschen in den heimischen Bergen Skifahren können und die Kinder hier das Fahren lernen. „Sonst lernen sie es vielleicht nirgends sonst.“

Selbst wenn es nicht mehr schneien sollte: Alle Punktekarten für die Ostalb-Skilifte verfallen am Ende dieser Saison. Denn die Betreiber planen, auf ein neues Kassensystem umzustellen. Eine Umstellung ist laut Gerstner nötig, weil das bisherige Kassensystem „mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat“.

Das neue System soll „Handsfree“ sein, das bedeutet, dass Skifahrer an der Schranke ihre Karte nicht mehr in den Schlitz stecken müssen, sondern mit ihrem Ticket in der Tasche einfach nur am Sensor vorbeilaufen müssen.

Außerdem sollen die Kassierer die Kasse in Zukunft über einen Touchscreen bedienen. Die Gesellschafter müssen darüber aber noch im Detail abstimmen.

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