MADS gegen Ellwangen: Genügend Motivation auf beiden Seiten

Sportredakteur

Da muss er lachen. „Favorit? Ellwangen?“, fragt Trainer Martin Pfitzer: „Wir sind in der Regionalliga nie der Favorit.“ Schon gar nicht im Ostalb-Derby gegen die SG MADS Ostalb. Die Erfahrung spreche klar für die Mannen von Trainer Frieder Henne. An diesem Samstag (19.30 Uhr) steigt das von vielen Fans freudig erwartete Duell in Mutlangen.

Die Vorzeichen dabei durchaus ungewöhnlich. Schließlich ist es die Mannschaft von Trainer Frieder Henne, die siegen muss. „Ein Derby ist immer etwas Schönes und tut immer gut im Sport“, sagt MADS-Trainer Henne. Er ist durchaus zuversichtlich. „Wir werden die drei Punkte in Aalen behalten“, kündigt er daher an. Das Pendel würde aufgrund des Heimvorteils zudem etwas in die Richtung seines Teams ausschlagen. „Wir nehmen die Punkte natürlich auch gerne“, sagt Pfitzer. 18 Punkte hat der TSV aus Ellwangen auf der Habenseite und braucht vielleicht gar nicht mehr viele Zähler zu sammeln, um den Klassenerhalt feiern zu können. „Sie haben einen Lauf. Vor allem zu Hause sind sie noch einmal 20 Prozent stärker einzuschätzen. Sie sind eben gut in die Saison gestartet und das gibt natürlich wahnsinniges Selbstvertrauen“, stellt Henne anerkennend fest.

Anders ist die Lage bei der MADS. „Wir sind schlecht gestartet und dann fehlt eben einfach das Selbstbewusstsein“, sagt Henne über sein Team. Dort herrscht zwar gelöstere Stimmung nach dem Erfolg über den FT Freiburg II und der zuletzt aufsteigenden Tendenz. Doch mit nur sieben Zählern auf dem Konto hat die erfahrene Truppe noch eine lange Wegstrecke vor sich. Ausrutscher, Niederlagen, die sollten sich die Ostalb-Volleyballer besser nicht erlauben. „Den Abstieg gönne ich keinem“, stellt Pfitzer klar und fügt an: „Sie werden es schaffen.“ Schon oft hat die SG MADS um den Klassenerhalt bangen müssen. Immer wieder haben sie das Ruder noch einmal herumgerissen. Nach dem 3:1 zuletzt spricht wieder mehr für ein weiteres Jahr in der Liga und damit weitere Derbys. „Ich sehe es positiv. Wir sind gut drauf. Da ist durchaus was drin.“ Zumal die Ellwanger in der Fremde nicht so sattelfest agieren wie in der heimischen Rundsporthalle. 150 Zuschauer sind in der Heidehalle zugelassen. Natürlich spielt auch hier die Pandemie eine große Rolle. „Es wären sicherlich das Doppelte an Fans gekommen“, so Henne weiter. 100 Fans werden der SG MADS die Daumen halten. 50 Schlachtenbummler wollen die Virngrundrecken zu einem weiteren Erfolg nach vorne peitschen. „Die Karten waren binnen einer Stunde vergriffen.“ Das sagt eben vieles über die Strahlkraft, die das Derby gegen die SG MADS im Ellwanger Lager hat. Der Trainer selbst hat viele Jahre selbst für den Kontrahenten aufgeschlagen. „Man kennt sich“, sagt Pfitzer und spricht daher von einem „ganz besonderes reizvollem Spiel“. Ein Spiel, das Ellwangen gewinnen kann und Aalen gewinnen muss. „Ich fahre immer los und möchte gewinnen. Sonst wäre ich sicherlich der falsche Mann“, sagt Pfitzer, möchte sich aber mit Kampfansagen im Vorfeld zurückhalten. „Auch wenn da jetzt viele lachen werden, bei so etwas bin ich nie der Erste.“ Auf der Gegenseite kündigt Henne an: „Wir treten nicht an, um zu verlieren.“ Als großes Plus sieht Pfitzer die Größe des Ellwanger Kaders an. „Wir haben 14 Spieler, auf die wir zurückgreifen können. Da geht es der MADS anders“, so Pfitzer. In der Tat hat Henne einen Stamm von acht bis neun Spielern, die zwar in einer Vielzahl, mit viel Erfahrung daher kommen, aber eben nicht ausfallen dürfen. Tun sie nicht. Die SG MADS meldet sich vollständig bereit zum Derby. „Die Voraussetzungen sind nicht schlecht“, bekräftigt Henne. Im Ellwanger Lager haben sie vier Ausfälle vor dem Spiel am Wochenende zu verkraften. Der letzte Ausfall, der dazu gekommen ist, ist Linus Liss. „Wir haben noch nicht entschieden, wie wir darauf reagieren werden“, lässt Pfitzer sich nicht in die Karten blicken. Eines ist aber klar: „Gegen die MADS muss ich keinen Spieler zusätzlich motivieren.“ Das Hinspiel gewannen die Ellwanger mit 3:1. Es gibt also zudem genügend Motivation für Henne und seine Jungs, das Rückspiel für sich zu entscheiden. „Es war ein sehr enges Spiel in Ellwangen“, erinnert sich der Coach der Spielgemeinschaft: „Da hatten wir durchaus Chancen, das Spiel zu gewinnen.“ Diese Chance eröffnet sich an diesem Samstag wieder. Ausgang offen.

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