Mögliche Pferdesteuer könnte Betriebe ruinieren

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Pferdesteuer auch in Aalen? Der Pferdesportkreis Ostalb will das verhindern.
(Foto: Archiv)
Aalener Nachrichten

Der Pferdesportkreis (PSK) Ostalb hat Rolf Berndt nach Aalen eingeladen, um in der Vereinsgaststätte des MTV über die Folgen der Einführung einer Pferdesteuer zu informieren. Berndt ist Vorstandsmitglied im Pferdesportverband Baden-Württemberg für den Bereich Breitensport/Umwelt.

Ausgangspunkt für die Veranstaltung war 2015 ein Antrag der Fraktion der Freien Wähler im Aalener Gemeinderat auf Einführung einer Pferdesteuer. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Der PSK Ostalb befürchtet jedoch, dass das Thema erneut in den Haushalt eingebracht werden könnte.

Zahlreiche Informationen und Argumente gab der Experte an die Pferdefreunde weiter: In etwa 1,1 Millionen Pferde leben in Deutschland. Pferde, die teilweise der Landwirtschaft und dem Fremdenverkehr wichtige Einnahmequellen bieten, die als Kulturgut Landwirtschaft prägen. 2015 wurde der Ostalbkreis von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung als „Bundessieger pferdefreundliche Region Baden-Württemberg“ ausgezeichnet, da hier in besonderem Maße Pferdesport und -haltung gefördert wird.

Geschätzte 300 bis 600 Euro pro Jahr wären als Steuer für jedes Pferd an die Stadt zu entrichten. Laut Experte hätte das zur Folge, dass die Anzahl der Pferde in der Region Aalen sinken, ältere Pferde kein Gnadenbrot mehr erhalten, Pferdehalter auf Nachbargemeinden ausweichen und die Anzahl an Schulpferden zurückgefahren würde.

Die Folge wären insolvente Pferdebetriebe und Vereine, wie dies in der hessischen Gemeinde Bad Sooden-Allendorf nach Einführung der Pferdesteuer bereits geschehen sei. Arbeitsplätze würden verloren gehen. Das hessische Weißenborn habe die die Pferdesteuer zwischenzeitlich wieder abgeschafft, da die Einnahmen bei sinkendem Pferdebestand und gleichbleibend hohem Verwaltungsaufwand unrentabel wurden.

Die Reiter in der Aalener Region sind von der Vereinen angehalten, die Hinterlassenschaften der Pferde von Straßen und Gehwegen zu entfernen, dass es immer wieder schwarze Schafe gibt, ist nicht im Interesse der Mehrheit der Pferdehalter. Nicht zuletzt haben sich die Pferdebesitzer der im Weidenfeld beheimateten Pferde bereit erklärt, Einsammelaktionen im Rohrwang durchzuführen und, wie schon in den vergangenen Jahren, bei der Kreisputzete den Rohrwangwald zu säubern.

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