Linke kritisiert Klinikpolitik des Kreises

Lesedauer: 3 Min
 Wie viel Personal braucht ein Krankenhaus, um gut zu funktionieren und um noch besser zu werden? Das fragen sich die Ostalb-Lin
Wie viel Personal braucht ein Krankenhaus, um gut zu funktionieren und um noch besser zu werden? Das fragen sich die Ostalb-Linken und bezweifeln, dass Stellenabbau ein geeignetes Mittel dafür ist. (Foto: Felix Kästle/dpa)
Aalener Nachrichten

Der Kreisvorstand der Linken Ostalb hat die Gesundheitspolitik des Landkreises kritisch hinterfragt. Der Beschluss des Verwaltungsrats zum Stellenabbau von 70 bis 80 Vollzeitstellen bei Ärzten und Pflegekräften habe bei der Bevölkerung und den Beschäftigten Unverständnis und Besorgnis ausgelöst.

Während bundesweit versucht werde, mehr Klinikpersonal zu bekommen, indem Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten oder Schichten beschäftigten- und familienfreundlicher angeboten würden, streiche man bei diesen Stellen im Ostalbkreis, kritisieren die Linken.

Die Partei verweist darauf, dass mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz ab dem Jahr 2019 die Finanzierung aller zusätzlicher Stellen im Pflegebereich von den Krankenkassen refinanziert werde, ebenso die Ausbildungsvergütung in der Pflege im ersten Jahr. Damit solle der Personalengpass in der Pflege verringert werden. Offenbar aber nicht so im Ostalbkreis, heißt es in einer Mitteilung der Linken.

Bei den Vorstandsmitgliedern sei deshalb die Frage aufgekommen, ob die Kliniken im Landkreis auf diese Finanzmittel für Personal verzichten werden – und welchen Sinn das bei der knappen Kassenlage machen sollte. Patienten und deren Angehörige, aber auch Beschäftigte der Kliniken würden für diesen Verzicht auf zusätzliche bezahlte Stellen kein Verständnis aufbringen.

Stellenstreichungen führen zu Verschärfung

Dass gleichzeitig mit dem Stellenabbau jedoch eine Steigerung der Belegung und eine Weiterentwicklung des medizinischen Angebots erreicht werden sollen, habe im Vorstand als schlicht unrealistisch gegolten – „vielleicht der Glaube an ein scheinbar perfektes Produkt einer Unternehmensberatung?“, so die Linken.

Sowohl aus eigener Erfahrung als auch aus Berichten von Patienten oder Angehörigen sei für die Kreisvorstandsmitglieder der Linken klar, dass in den Kliniken Personalnot herrsche und Stellenstreichungen zu einer weiteren Verschärfung der Arbeitsbelastung für die Beschäftigten führen würden. Die oft gesundheitsschädigende Arbeitsüberlastung sei aber einer der wichtigsten Gründe für den Rückzug vieler Pflegekräfte aus dem Krankenhaus.

Der Kreisverband der Linken, so betont er, halte diese Politik für falsch und werde sich weiterhin für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und eine sichere Gesundheitsversorgung für Patienten einsetzen. Ein Bündnis gegen die Einsparungen werde begrüßt und unterstützt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen