Latin-Jazz in kuscheligem Ambiente

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 Peter Fessler (rechts) und Alfonso Garrido (links) haben den Auftritt beim 28. Aalener Jazzfest genutzt, um im Kino am Kocher S
Peter Fessler (rechts) und Alfonso Garrido (links) haben den Auftritt beim 28. Aalener Jazzfest genutzt, um im Kino am Kocher Stücke für ihre neue CD einzuspielen. Der Schallschutz um Peter Fessler sorgte für Studioatmosphäre. (Foto: Thomas Siedler)
Gerhard Krehlik

So geht’s weiter: Samstag, 14 Uhr: Zeiss-Forum Oberkochen: HipHop mit Keraamika und Samy Deluxe; 15 Uhr, Villa Koepf Aalen: Pater Fessler und Alfonso Garrido; 20 Uhr, Stadthalle: Avery Sunshine, Samy Deluxe; 22 Uhr, „Ostertag“: Laser Blended Vision Band, Sheila E., Tortured Soul, DJ Donnie Ross; Sonntag, 10.30 Uhr , „Ostertag“: Ian Shaw; 12.30 Uhr, „Ostertag“: Luciel. Karten und Infos: www.aalener-jazzfest.de

Das provisorische Domizil des Kinos am Kocher in der sogenannten „Roten Villa“ beim Theodor-Heuss-Gymnasium ist die mit Abstand kuscheligste Location beim 28. Aalener Jazzfest. Dort brachte am Donnerstagabend das Duo Peter Fessler und Alfonso Garrido einen Hauch von südamerikanischer Stimmung und Lebensfreude auf die raue Ostalb.

Warm genug war’s im plüschigen Kino allemal. Und voll. Zwischen Fessler und Garrido stand eine transparente Plastiktrennwand, aber nicht, weil die beiden Streit miteinander haben, sondern weil das Konzert für eine neue CD live aufgenommen wurde.

Fessler – Oberschwabe mit gewaltigem Stimmumfang

Fessler, gebürtiger Oberschwabe und seit Jahren als Singer/Songwriter in Berlin unterwegs, ist auf dem Jazzfest kein Unbekannter. Etwa zehnmal ist er hier – heimatnah – schon aufgetreten und hat die Jazzfans mit seiner Silbenakrobatik und mit einer Stimme, die locker über vier Oktaven klettert, begeistert. Vor allem wenn er gaaanz tief hinabsteigt in die vokalen Bassregionen, fühlt man Vibrationen in der Magengegend.

Mit Alfonso Garrido – chilenische Wurzeln – brachte Fessler einen wahren Rhythmusmagier, einen Zauberer auf der Tom-Tom-Trommel und den Bongos mit. Damit und mit diversen anderen Klang- und Rhythmusutensilien sorgte Garrido für einen stetigen, sanft fließenden, leisen, aber temperamentvollen Rhythmus bei Samba, Bossa Nova & Co. Den größten Teil des Abends arbeitete er dabei nur mit den Händen, auf Sticks verzichtete er komplett. Ab und zu kamen die Besen zum Einsatz, mit denen er Klangwolken aus den Becken aufsteigen ließ.

Das Programm bestand aus einer Mischung aus Titeln von Fessler und interpretierten Songs von Robert Baden-Powell, Bruno Martino, Joe Donato und anderen. Dabei konnten die Zuhörer in ein breites Spektrum unterschiedlicher Stimmungen eintauchen.

Von der umtriebigen Metropole bis zur melancholischen Siesta

Mit Fesslers „Rapido, Rapido“ konnte man sich zum Beispiel in die ruhelose Metropole Sao Paulo beamen. Die leise Melancholie von Bruno Martinos „Estate“ lud dagegen zu einer ausgiebigen Siesta ein. Aber auch die Probleme Lateinamerikas blieben nicht außen vor. „Where did you go, Brazil“ hieß es in einer Fessler-Komposition. In „Passage“ blickt er zurück auf seine 40-jährige Bühnenkarriere. In einem locker fließenden Rhythmus erzählt er seine musikalische Story, mal emotional, aber insgesamt eher unaufgeregt und geerdet. Der Mann ist angekommen und mit sich und seiner Musik im Reinen.

So geht’s weiter: Samstag, 14 Uhr: Zeiss-Forum Oberkochen: HipHop mit Keraamika und Samy Deluxe; 15 Uhr, Villa Koepf Aalen: Pater Fessler und Alfonso Garrido; 20 Uhr, Stadthalle: Avery Sunshine, Samy Deluxe; 22 Uhr, „Ostertag“: Laser Blended Vision Band, Sheila E., Tortured Soul, DJ Donnie Ross; Sonntag, 10.30 Uhr , „Ostertag“: Ian Shaw; 12.30 Uhr, „Ostertag“: Luciel. Karten und Infos: www.aalener-jazzfest.de

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